Ansteckende Gefühle: Emotional „aufgeräumte“ Chefs führen erfolgreicher

Veröffentlicht am 20. Mai 2016 in der Kategorie Management & People Skills von

Themen: , ,

Ansteckende Gefühle: Emotional „aufgeräumte“ Chefs führen erfolgreicher

Den Trumpf halten Sie in der Hand, wenn Sie zu jenen Führungskräften gehören, die mit ihren Gefühlen im Reinen sind. Denn positiv gestimmt, fällt es Ihnen leichter, das Beste aus Ihren Mitarbeitern herauszuholen.

Im Berufsleben spielen Gefühle keine Rolle? Von wegen! Zwar herrscht vielerorts noch die Devise, dass im Führungsalltag nur Platz für rationales Denken ist. Weil, so das Argument, Emotionen ein Zeichen der Schwäche und ein Störfaktor seien. Demzufolge glaubten Führungskräfte lange Zeit, belastende Emotionen wie Ängste oder Gefühle der Überforderung unbedingt kaschieren zu müssen.

Der Haken an dieser Sichtweise:

Rationales und emotionales Denken lassen sich nicht strikt trennen.

Selbst vermeintlich reine Vernunftentscheidungen sind letztlich auch „bauchgesteuert“. Außerdem wirken Gefühle immer, sie begleiten uns durch den Arbeitsalltag – ob wir wollen oder nicht. Oder gelingt es Ihnen etwa, Ihre schlechte Laune vor der Bürotür auf den Feierabend warten zu lassen?

Erfolgsfaktor: motivierte, leistungsstarke Mitarbeiter

Folglich lautet die entscheidende Frage, die sich Manager und Führungskräfte stellen sollten, nicht „Gefühle ja oder nein?“, sondern:

„Wir wirken sich unsere Gefühle auf das eigene Führungs- und das Mitarbeiterverhalten aus?“

Diese Frage ist angesichts des steigenden

  • Wettbewerbs-,
  • Innovations- und
  • Veränderungsdrucks

von zentraler Bedeutung, da in diesen Zeiten leistungsstarke, hoch motivierte Mitarbeiter mehr denn je unerlässlich für den wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens sind.

Die Macht der Gefühle ernst nehmen

Für Sie als Führungskraft bedeutet das, dass Ihr Arbeitgeber große Erwartungen an Ihren Führungsstil stellt. Schließlich entscheidet die professionelle Mitarbeiterführung maßgeblich über die Leistungsbereitschaft jedes Einzelnen. Die Studie „Business-Killer“ von Scientific Consulting Partners bestätigt, dass schlechte Führung das zweitgrößte Hindernis auf dem Weg zum Firmenerfolg ist!

Ob Sie auf gute Weise führen, hängt nicht zuletzt davon ab, wie ernst Sie die Macht der Gefühle nehmen. Warum? Weil Gefühle nach innen und nach außen wirken – sie sind also „ansteckend“! Sie haben es sicherlich schon unzählige Male im Alltag erlebt, wie Sie zum Beispiel plötzlich gähnen müssen, nur weil Ihr Gegenüber herzhaft gähnt. Oder die Freude eines Freundes auf Ihre Stimmung abfärbt.

Gefühle werden gespiegelt – positiv wie negativ

Gefühle werden gespiegelt – positiv wie negativMöglich wird das durch die sogenannten Spiegelneurone. Das sind Nervenzellen im Gehirn, die dazu führen, dass wir die Emotionen anderer Menschen intuitiv wahrnehmen („empathische Intuition“) und sie spiegeln, sprich automatisch übernehmen und entsprechend reagieren.

Die Brisanz, die dem Phänomen des Spiegelns im beruflichen Umfeld zukommt, liegt auf der Hand: Als Vorgesetzter geben Sie durch die Übertragung Ihrer Gefühle die Stimmung im Team vor und beeinflussen so unmittelbar das Arbeitsverhalten der Mitarbeiter – sei es positiv oder negativ. Hier ein paar Beispiele:

  • Ein gut gelaunter, engagierter und souveräner Chef verbreitet eine angenehme und produktive Arbeitsatmosphäre.
  • Zweifelt der Vorgesetzte am Erfolg eines Projektes, spiegeln seine Mitarbeiter die fehlende Zuversicht, indem sie sich ebenfalls mit wenig Vertrauen an die Arbeit machen.
  • Ein ängstlicher Chef, der zögert, wichtige Entscheidungen zu treffen, steckt das ganze Team mit seiner Unsicherheit an.

Erfolgsfaktor: emotional starke Führungskräfte

Sind negative Gefühle im Spiel, droht zudem eine Kettenreaktion zwischen

Gefühl – Handlung – Gefühl – Handlung …

Angenommen, der Vorgesetzte fühlt sich überfordert und gibt den Druck an seine Leute weiter. Dann reichen diese ihn vermutlich an Kollegen und womöglich sogar an Kunden weiter, die sich wiederum beim Chef beschweren …

Um die Risiken negativer Verhaltensmuster zu vermeiden, bedarf es Führungspersönlichkeiten, die innerlich „aufgeräumt“ und emotional so stark sind, dass ihre positive Energie auf die Mitarbeiter ausstrahlt. Dass es sich für Sie lohnt, ihre Gefühle zu kontrollieren und in die richtige Richtung zu lenken, zeigen diese Vorteile:

  • Sie stärken Ihre Führungsqualitäten: Es fällt Ihnen leichter, sich durchzusetzen, wichtige Entscheidungen zu treffen, transparent zu kommunizieren, Konflikte konstruktiv zu managen ...
  • Sie kurbeln Ihre Selbstmotivation und Ihr Selbstwertgefühl an.
  • Sie fördern die Kreativität und Eigeninitiative Ihres Teams, spornen es zu überdurchschnittlichen Leistungen und kundenorientiertem Arbeiten an.
  • Sie gehen sensibler mit den Emotionen Ihrer Leute um, erkennen schneller negative Stimmungen und können frühzeitig gegensteuern („Arbeitsklima“).
  • Sie verfügen über zufriedene, loyale Mitarbeiter, die sich mit ihrer Arbeit und der Firma identifizieren („Mitarbeiterbindung“).
  • Sie gewinnen die Anerkennung Ihres Teams („Beziehungsmanagement“).
  • Sie reduzieren Ihren Stresspegel, können sich besser entspannen und schonen Ihre Gesundheit.

Gefühle nicht verdrängen, ...

Was Sie tun können, um Ihre Gefühlswelt in den Griff zu bekommen? Zwei vermeintlich naheliegende Maßnahmen funktionieren schon mal nicht:

Erstens: „Ich muss jetzt was an meinem Verhalten ändern!“

Allein mit dieser Entscheidung wird es beispielsweise einem notorischen Ja-Sager nicht gelingen, öfter Nein zu sagen. Dazu muss er das Problem zunächst über die Gefühlsebene angehen: Warum fällt es ihm so schwer, Nein zu sagen? Vielleicht weil er Angst davor hat, andere zu enttäuschen, sich unbeliebt zu machen und abgelehnt zu werden!

Zweitens: „Gut, dann knipse ich die destruktiven Gefühle einfach aus!“

Das wäre praktisch, funktioniert aber nur bedingt. Negative Gefühle wie Angst, Trauer oder Schuld lassen sich tatsächlich abspalten. Diese Fähigkeit ist ein wichtiger psychologischer Überlebensmechanismus, um kritische Lebensereignisse besser zu überstehen.

Das Problem: Bei der Abspaltung, auch Verdrängung genannt, lösen sich die emotionalen Konflikte keineswegs in Wohlgefallen auf. Vielmehr belasten sie uns unterschwellig weiter und sind zugleich der Motor für unsere schädlichen Verhaltensmuster – und solange er läuft, werden wir Opfer der alten Verhaltensweisen bleiben.

… sondern verarbeiten

Folglich besteht die Lösung darin,

  • die verschütteten Gefühle freizulegen,
  • sie intensiv zu reflektieren,
  • eine innere Distanz zu ihnen zu gewinnen,
  • positive Gefühle gezielt zu trainieren und sie bewusst als wichtige Ressource im Kontakt mit den Mitarbeitern zu nutzen.

Emotionale Entlastung durch Hypnose

Hypnose ist ein wirkungsvolles Instrument, um innere Blockaden nachhaltig aufzulösen. Im Unterschied zu klassischen Gesprächstherapien öffnen sich hier Türen, die im Wachzustand aufgrund der kommunikativen Hemmung – unser Verstand schränkt die Wahrnehmung von Gefühlen ein – geschlossen bleiben.

Anders ausgedrückt: Das logische Denken wird im Zustand der Trance für einen umschriebenen Zeitraum außer Gefecht gesetzt, während die Gefühlsareale des Gehirns – das limbische System – aktiviert werden. Das erleichtert den Zugang zu den verdrängten Gefühlen. Zugleich lassen sich die Blockaden neutralisieren. Das führt zu einer deutlichen emotionalen Entlastung und schafft Platz für gute Gefühle.

Hypnotisieren Sie sich selbst

Neben der ursachenorientierten Hypnose ist Selbsthypnose bestens geeignet, um aktiv an Ihren inneren Vorstellungen zu arbeiten und sich mental auf bevorstehende Ereignisse vorzubereiten. Hier eine Technik, mit der Sie Ihre positiven Gefühle ganz gezielt ins Boot holen:

1. Überlegen Sie sich ein Ereignis im Laufe der kommenden Wochen, bei dem Sie etwas Bestimmtes erreichen möchten.

2. Schließen Sie die Augen, atmen Sie tief durch und richten Sie Ihre Aufmerksamkeit ganz nach innen. Lassen Sie Ihre innere Stimme etwa eine Minute lang das Wort „Loslassen“ wiederholen.

3. Lassen Sie den gewünschten Ausgang des Ereignisses vor Ihrem geistigen Auge näher rücken.

4. Tauchen Sie nun „kopfüber“ in die Situation ein. Stellen Sie sich ein helles, freundliches Bild vor. Nehmen Sie sich einige Minuten Zeit, um das angestrebte Ziel mit allen Sinnen zu „erleben“.

5. Falls Sie die Übung tagsüber machen, zählen Sie langsam von Eins bis Drei und sagen Sie sich, dass Sie wieder wach und frisch werden. Öffnen Sie dann die Augen. Sollten Sie die Übung vor dem Einschlafen praktizieren, können Sie direkt von der positiven inneren Wahrnehmung in den Schlaf sinken, ohne die Augen zu öffnen.

Wiederholen Sie diese Übung mehrmals vor dem entscheidenden Tag – so steuern Sie Ihr Gefühl geradewegs Richtung Erfolg.

(Einzelbildnachweis: team, unternehmer © shutterstock.com)