Viraler Content in Social Media: 3 Tipps

Veröffentlicht am 2. Oktober 2018 in der Kategorie Marketing & Vertrieb von

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Katzenvideos, lustig veränderte U-Bahn Fahrpläne oder Infografiken zur perfekten Kaffeezubereitung – viraler Content ist ein Social-Media-Phänomen, das uns täglich begegnet. Bilder, Statements oder Videos verbreiten sich teilweise wie Lauffeuer über alle sozialen Medien. Einer der größten viralen Erfolge in den letzten Jahren war die „Ice Bucket Challenge“ – eine Spendenkampagne für die Nervenkrankheit Amyotrophe Lateralsklerose (ALS). Sogar Mark Zuckerberg kippte sich einen Eimer Eiswasser über den Kopf!

Als neue Form des Marketings ist viraler Content auch für die Wirtschaft und Politik von großem Nutzen und so versuchen Unternehmen, Organisationen und Politiker mit einer gut durchdachten Social-Media-Strategie Content zu kreieren, der Aufsehen erregt.

Das klassische Marketing und etablierte PR-Maßnahmen stoßen in vielen Bereichen des Internets mittlerweile an ihre Grenzen.

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Eine gut geplante Facebook- oder Twitter-Kampagne hingegen erreicht eine ganz neue, größere Reichweite. Vor allem junge Menschen sind die Zielgruppe von Aktionen in sozialen Medien, da sie die größte Nutzergruppe von Facebook, Twitter & Co. ausmachen.

Sind virale Erfolge planbar?

Doch wie gelingt es als Unternehmer oder Politiker, einen Beitrag zu posten, der sich so verbreitet? Was musst du bei einer Social Media-Kampagne beachten, damit die Strategie Erfolg hat?

Um einen Blick hinter die Kulissen solcher Erfolge zu werfen, haben wir uns die Wahlkampagne von Jim Messina zur Brust genommen. Schließlich verhalf er Präsident Barack Obama 2012 zur Wiederwahl.

Rund die Hälfte aller US-Amerikaner nutzt Facebook. Kein Wunder, dass Social Media auch bei Wahlkämpfen eine große Rolle spielt. Amerikanische Forscher vom Pew (Pew Research Center), einem Meinungsforschungsinstitut in Washington, fanden zudem heraus, dass 66 % aller amerikanischen Social-Media-User die sozialen Medien für politische Aktivitäten nutzen, um beispielsweise ihre Unterstützung für einen Kandidaten zu demonstrieren.

Barack Obama entschied im Jahr 2008 erstmals die Wahl zum US-Präsidenten für sich, wobei ein großer Teil seines Erfolgs auf der funktionierenden Online-Marketing-Strategie basierte. Zum ersten Mal in der Geschichte der Präsidentenwahl wurde Social Media professionell für die Wahlkampagne eingesetzt und die Wahl als „social media election“ bekannt.

Auch 2012, bei der Wiederwahl Obamas, setzte das PR-Team auf soziale Medien und versuchte verstärkt virale Inhalte zu generieren. Zum Zeitpunkt der Wahl am 6. November 2012 konnte Obamas Facebook-Fanseite „Obama for America“ 32 Millionen „Gefällt mir“-Angaben verzeichnen. Sein Konkurrent Mitt Romney kam lediglich auf zwölf Millionen „Likes“. Ein ähnliches Bild bei Twitter: Am Wahltag hatte Obamas Twitter-Feed eine Followerzahl von 22,8 Millionen, Romney kam nur auf 1,7.

Virale Erfolge sind also planbar.

Doch wie gelang ihnen das?

3 Merkmale viraler Kampagnen

Egal, um welche Social-Media-Kampagne oder Maßnahme es sich handelt, die folgenden drei Punkte solltest du immer beachten, denn sie sind die Grundlage jedes viralen Marketings:

1. Die passende Optik

Bilder, Infografiken und Videos werden öfter geteilt als reiner Text.

Das sieht man auch am Beispiel von Barack Obama. Politische Statements wurden damit ins richtige Licht gesetzt und erreichten so mehr Menschen als reine Textmeldungen. Optische Inhalte fallen den Nutzern einfach ins Auge und werden schneller erfasst als Texte, die zwar hochwertig sind, aber eine lange Aufmerksamkeitsspanne benötigen.

Modern gestaltete Grafiken, Bilder oder Videos mit kurzen und prägnanten Sätzen bereiten dem User Spaß und bieten Mehrwert, ohne dem Rezipienten zu viel Zeit und Anstrengung abzuverlangen.

Anstrengung ist für mediale Inhalte im Netz generell ein Tabu.

Zu lange Texte ohne Absätze, keine Überschriften und Bandwurmsätze sollten einfach nicht vorkommen. Der User benötigt vom Netz schnell Informationen, die leserfreundlich aufbereitet sind. Auch beim Text zählt also die Optik. Dein Leser wird es dir in Form von „Likes“ und „Shares“ danken.

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2. Emotionen wecken

Wer Obamas und Romneys soziale Auftritte vergleicht, merkt sofort: Hier herrschen vollkommen unterschiedliche Tonarten. Während Obama auf emotionale Themen setzte und die Fans direkt ansprach, ging es bei Romney eher nüchtern zu. Obama zeigte sich als Familienmensch und postete Bilder mit Frau und Töchtern. Er teilte sein Hochzeitsfoto und präsentierte sich nicht nur als Politiker, sondern auch als Privatmensch. Über die emotionale Ebene erreichte er unzählige „Gefällt mir“-Angaben und positives Feedback.

Ein nettes Foto wird eben schneller „geliked“ als eine politische Aussage.

Romney rief in seiner Kampagne seine Fans viel sachlicher auf, ihn mit einem „Like“ zu unterstützen und postete politische Bilder von Reden und Interviews. In den sozialen Medien trat Romney stets beruflich auf, nicht privat. Die Social-Media-Kampagne, die erfolgreich war und viral wurde, zeigt es jedoch:

Die allermeisten Menschen lassen sich von Emotionen beeinflussen und richten ihre Entscheidungen danach aus.

Nicht ohne Grund gilt der sogenannte „Cat Content“ als Vorreiter und Sinnbild der viralen Videos. Um eine hohe Aufmerksamkeit zu erzeugen, muss der Inhalt also idealerweise mit starken Emotionen verknüpft sein. Von humoristisch, überraschend, verspielt bis hin zu negativen Gefühlswelten wie Angst und Schock geht hier vieles. Aus viraler Sicht ist nichts schlimmer als Langweile.

3. Call-to-Action – Der Appell an die Fangemeinde

Für Unternehmen oder politische Organisationen ist solch aufbereiteter Content nur dann viel wert, wenn die Message auch teilbar ist. Du solltest direkt ans Teilen appellieren, um die Inhalte und politischen Statements zu verbreiten, denn im Internet gilt die eiserne Regel:

So einfach wie möglich halten!

Muss der User den Link erst kopieren, um ihn auf Facebook zu posten, hast du schon verloren. Ein richtig gesetzter „Call-to-Action“ ist schon Gold wert.

Gute Call-to-Actions fordern den User zur Teilnahme auf. Auch Fragestellungen, die zum Kommentieren aufrufen, fallen darunter. Obamas Team nutzte diese Strategie ebenfalls und forderte seine Fans in den Beiträgen regelmäßig auf, die Botschaft an alle Freunde weiterzutragen.

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Auch Unternehmen können viral

Die Social-Media-Strategie bei der Wiederwahl des Präsidenten zeigt, dass auch Unternehmen und Politiker virale Inhalte erzeugen und sich zu Nutze machen können.

  • Bilder
  • Emotionen
  • Direkte Kommunikation

Das sind die Hauptmerkmale für richtig angepackte Strategien. Der Online-Wahlkampf endete dementsprechend mit dem Tweet „four more years“ und einem Bild, das den Präsidenten in der Umarmung mit seiner Frau zeigt. Es war pure Emotion und der größte virale Erfolg der Kampagne.

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