Umbruch bei Facebook: Was wollen die Nutzer wirklich?

Veröffentlicht am 6. November 2018 in der Kategorie Management & People Skills von

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Umbruch bei Facebook: Quartalsergebnisse, Entwicklung und Zukunftsaussichten

Mark Zuckerberg hat im vergangenen Jahr versucht, die Welt davon zu überzeugen, dass Facebook zu einem anderen Unternehmen geworden ist - einem Unternehmen, das seine wichtige Rolle bei der Gestaltung der öffentlichen Meinung weltweit akzeptiert und das seine Macht verantwortungsvoll ausüben möchte. Doch die Öffentlichkeit hat noch immer Schwierigkeiten, ihm zu glauben. Und warum?

Immer wenn es Facebook scheinbar Fortschritte in Bezug auf Hacker, Spammer und Trolle macht, tauchen neue Probleme auf.

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Es wurden große Anstrengungen unternommen, um auf Facebook für mehr Transparenz und weniger Betrug in politischen Anzeigen zu sorgen. Doch kurz bevor Facebook seine letzten Quartalergebnisse veröffentlichte, berichtete Vice News, dass es versucht hatte, Anzeigen auf Facebook zu schalten, in denen sich Vice als die 100 US-Senatoren ausgab. Facebook hat sie alle genehmigt.

Solche Fehlschläge leistete sich Facebook im vergangenen Jahr immer wieder. Zuckerberg und seine Führungskräfte und Ingenieure bei Facebook gehören zu den intelligentesten, erfahrensten und kapitalkräftigsten Talenten der Welt. Wieso gelingt es ihnen immer wieder nicht, die vielen Fehltritte zu vermeiden?

Veränderung des Nutzerverhaltens

Die Rechenschaftspflicht von Facebook wird kontrovers diskutiert. Aber diese Diskussion verdeckt einen ebenso wichtigen Wandel im Unternehmen: Für den größten Zeitraum seiner Existenz assoziierten die Benutzer Facebook mit dem News Feed - mit dem Scrollen durch die Liste der Geschichten und Anzeigen. Das ändert sich, und es ändert sich rapide, sagte Zuckerberg, als das Unternehmen am 30. Oktober über die Finanzergebnisse des dritten Quartals berichtete.

EXTRA: Facebooks massiver Traffic-Verlust: Was steckt dahinter?

Er sagte, dass der Traffic zu neuen Plattformen wie Stories auf Facebook und Instagram und seinen Messaging-Plattformen WhatsApp und Messenger so schnell wächst, dass sie die kulturelle Wirkkraft des News Feed verwässern und sie diese schließlich als dominanten Umsatzbringer des Unternehmens in Frage stellen könnten. So sagte Zuckerberg in Bezug auf zwei bei Nutzern beliebte Story-Features:

"Die Leute fühlen sich wohler, wenn ihr Inhalt von kleineren Gruppen gesehen wird, und wenn die Beiträge sich nicht ewig halten."

Facebooks Ergebnisse im 3. Quartal

Das Unternehmen verzeichnete im dritten Quartal einen Gewinn von 5,1 Milliarden US-Dollar bei einem Umsatz von 13,7 Milliarden US-Dollar.

Aber seit Facebook vor drei Monaten seine Gewinnmeldung bekanntgab, hat sich das Wachstum drastisch verlangsamt. Die Investoren hatten sich an ein prozentual zweistelliges Wachstum bei Facebook gewöhnt. Aber im dritten Quartal stieg der Gewinn von Facebook nur um 9 Prozent gegenüber dem gleichen Quartal des Vorjahres. Das ist die langsamste Steigerungsrate seit mehr als drei Jahren; außerdem stieg der Gewinn im dritten Quartal gegenüber dem zweiten Quartal nur um knapp ein Prozent.

Facebook generiert nur sehr langsam neue Nutzer

Doch worin liegen die Ursachen?

Zusätzlich zu den Milliarden, die Facebook für eine bessere Polizeiarbeit auf den Plattformen ausgibt, verbringen die Nutzer mehr Zeit außerhalb des Newsfeeds. Facebook schaltet noch nicht so viele Werbeanzeigen auf den neueren Plattformen, so dass diese weniger Geld generieren. Die Investoren schienen auf die Erklärung vorbereitet und bereit, diese zu akzeptieren: Die Facebook-Aktien stiegen nachbörslich um 3 Prozent.

Aber die Rentabilität schrumpft

Erneuter Wandel: Stirbt der Newsfeed?

Zuckerberg sagte, dass die selbst auferlegte Zersplitterung des Publikums von Facebook so groß ist wie die Verschiebung, die das Unternehmen vor etwa sechs Jahren durchmachte. Damals erkannte die Firma, dass die Benutzer in erster Linie mit Facebook auf einem Smartphone interagieren wollten, nicht auf einem Laptop oder Desktop. Er erläuterte:

"Wenn es in den letzten 10 Jahren bei Facebook darum ging, Freunde und Familie miteinander zu verbinden, werden sich die nächsten 10 Jahre um den Aufbau von Communities handeln."

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Facebooks Zukunftspläne

Zuckerberg will Facebook zunehmend als Plattform etablieren, die Menschen unterstützen soll:

  • bei der Arbeitssuche
  • beim Kauf und Verkauf von Dingen
  • bei der Gestaltung von Veranstaltungen
  • bei der Mittelbeschaffung
  • bei der Terminsuche

Er teilte mit, dass die Verschiebung so schnell voranschreite, dass in den kommenden Monaten die Interaktion der Nutzer in den Facebook Stories die im News Feed übertreffen würde.

Zuckerberg sagte auch, dass die Nutzer eher zu Videos auf der Watch-Plattform von Facebook als zu dem News Feed neigen, sodass er seine Meinung über die negativen Auswirkungen von Videos auf die Facebook-Nutzererfahrung geändert habe. Er betonte, dass zu viele Videos im News Feed eine Passivität fördern würden und keine soziale Verhaltensweisen. Wenn Videos in einem eigenen Bereich verbreitet würden - in dem die Nutzer sie aktiv suchen -, hätte dies weniger starke Auswirkungen.

Dieser Artikel wurde von Fred Vogelstein auf Englisch verfasst und am 30.10.2018 auf https://www.wired.com/ veröffentlicht. Wir haben ihn für euch übersetzt, damit wir uns mit unseren Lesern zu relevanten Themen austauschen können!

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