Facebook kassiert Höchststrafe für Datenskandal

Veröffentlicht am 26. Oktober 2018 in der Kategorie Recht & Gesetze von

Themen: , ,

Facebook kassiert Höchststrafe für Datenskandal

Der Datenskandal um die Analysefirma Cambridge Analytica hat Facebook schwer getroffen: Nun verhängte das Information Commissioner's Office (ICO), eine britische Datenschutzbehörde, die Höchststrafe. 500.000 Pfund, umgerechnet 565.000 Euro, soll der Konzern nun zahlen.

Die Social-Media-Plattform habe einen schweren Rechtsbruch zugelassen. 87.000 Millionen Menschen waren weltweit vom Datenklau betroffen.

Der Datenskandal im Überblick

Der Herausgeber einer Umfrage-App hat vor über vier Jahren Daten von Facebook-Nutzern ohne Rechtsgrundlage an Cambridge Analatica weitergegeben. Die Firma wurde später bekannt, da sie den amtierenden US-Präsidenten Donald-Trump bei seinem Wahlkampf unterstützte.

Es blieb jedoch nicht bei den Daten der 300.000 Umfrage-Teilnehmer. Auch deren Facebook-Freunde waren betroffen. Von 2007 bis 2014 war es App-Entwicklern möglich, sehr weit gefasst auf Daten zuzugreifen. Das ICO kann nicht nachvollziehen, wie App-Entwicklern solch weit gefasste Rechte eingeräumt werden konnten, ohne dass hierfür eine rechtliche Grundlage vorlag. So heißt es seitens der britischen Datenschutz-Kommisarin Elizabeth Denham:

"Facebook hat es versäumt, die Privatsphäre seiner Nutzer vor, während und nach der rechtswidrigen Verarbeitung dieser Daten ausreichend zu schützen. Ein Unternehmen dieser Größe und mit dieser Expertise hätte es besser wissen und es besser machen sollen."

Besondere Schuld trifft Facebook, da die Firma laut Ansicht des ICO selbst nachdem der Datenmissbrauch Ende 2015 bekannt geworden war , zu wenig zur Aufklärung beigetragen haben. Der Schutz der Facebook-Mitglieder war demnach kein zentrales Anliegen. Durch die Quiz-App konnte Cambridge Analytica auf die Daten von über einer Million Menschen aus Großbritannien zugreifen.

Die Rechtslage in Deutschland

In Deutschland hatte der Datenskandal Facebooks keine rechtlichen Konsequenzen. Die Datenabrufe waren größtenteils bereits verjährt. Daher haben die Hamburger Datenschützer ihr Bußgeldverfahren gegen Facebook eingestellt. Das Verfahren wegen "Erhebung von Daten ohne Rechtsgrund" wollte ursprünglich ein Bußgeld in einer Höhe von 300.000 Euro erreichen.

Was sagt Facebook dazu?

Ein Sprecher von Facebook ließ verkünden, dass die Entscheidung des ICO nun geprüft werde. Obwohl der Konzern seinen Respekt betonte, widerspreche er doch einigen Punkten der Untersuchungsergebnisse. Facebook räumt allerdings ganz klar Versäumnisse ein und hätte laut eigenen Aussagen früher auf die Vorwürfe zu Cambridge Analytica auf den Grund gehen und bereits 2015 handeln müssen.

Quelle: dpa

Du willst nichts mehr verpassen?


Der Artikel hat dir gefallen? Gib uns einen Kaffee aus!