Weihnachten: Drei-Klassen-Gesellschaft im Einzelhandel

Veröffentlicht am 16. Oktober 2018 in der Kategorie Marketing & Vertrieb von

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Weihnachten: Drei-Klassen-Gesellschaft im Einzelhandel

Das Jahr neigt sich dem Ende zu. Längst lassen Händler keine Bemühungen unversucht, um potenzielle Käufer in Weihnachtsstimmung zu versetzen. Der Einzelhandel buhlt um die Gunst der Käufer – in der Hoffnung auf rekordverdächtige Umsätze. Doch das Weihnachtsgeschäft spaltet den Einzelhandel.

Amazon und Zalando: die Marktführer im Weihnachtsgeschäft

Wie Josef Sanktjohanser als Präsident des Handelsverbandes Deutschland betont, bildet sich im Einzelhandel eine starke Kluft zwischen Groß und Klein heraus.

Große Unternehmen profitieren von der Kauflust der Deutschen.

Kleinere Händler mit weniger als fünf Beschäftigten haben häufig das Nachsehen. Mittlerweile hat sich im Handel eine Drei-Klassen-Gesellschaft herauskristallisiert, unter denen die größten Online-Shops wie Zalando oder Amazon im Wettbewerb die Nase vorn haben. Dank günstiger Paket-Versender und dem großen Erfolg des E-Commerce ist es mittlerweile auch Einzelhändlern wie Media Markt oder H&M gelungen, Online-Shops aufzubauen und mit kanalübergreifenden Angeboten zu brillieren. Das Nachsehen haben im Weihnachtsgeschäft kleine Händler, die der Konkurrenz nicht standhalten können.

EXTRA: Omnichannel: Verschiedene Verkaufskanäle optimal nutzen

Favorisierte Waren werden online erworben

Dieser Wandel wird im Weihnachtsgeschäft noch deutlicher als im verbleibenden Jahr. Schließlich ist das Fest der Liebe und des Konsums wie für den Internethandel gemacht. Blickt man auf die letzten Jahre zurück, stehen Gutscheine, Spielzeug, Bücher oder Bekleidung bei Konsumenten besonders hoch im Kurs – allesamt Artikel, die überdurchschnittlich häufig in Onlineshops erworben werden. Aufgrund der hohen Nachfrage verwundert es nicht, dass mehr als ein Viertel aller Jahresumsätze im November und Dezember erzielt werden. Im Vergleich dazu muss der stationäre Handel in diesem Zeitraum mit einem Umsatz von einem Fünftel des Gesamtgeschäfts zurechtkommen.

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Das Einkaufserlebnis vor Ort hindert nicht am Online-Kauf

Diese Entwicklung wird sich in den nächsten Jahren vermutlich noch stärker zuspitzen. Der Blick auf das Weihnachtsgeschäft des Vorjahres beweist, dass sich der Handel über ein Plus von drei Prozent und der Online-Handel über ein Plus von 10 Prozent freuen durfte.

Die Chance, dass klassische Geschäfte zunehmend mehr Marktanteile an die Konkurrenz aus dem Internet verlieren, ist hoch.

Erschwerend kommt hinzu, dass Online-Geschäfte dank günstiger Paketpreise und der großen Auswahl immer attraktiver werden. Anderen Umfragen zufolge wissen Deutsche zwar noch immer das Shopping-Erlebnis im Laden vor Ort zu schätzen, insbesondere zur Weihnachtszeit. Allerdings hindert sie das nicht daran, einige Einkäufe im Internet zu erledigen. Ganz im Gegenteil: die Bereitschaft zum virtuellen Erwerb der Geschenke wächst stetig.


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