3 Tipps für mehr Schlagfertigkeit im Job

Veröffentlicht am 17. Mai 2018 in der Kategorie Management & People Skills von

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3 Tipps für mehr Schlagfertigkeit im JobSchlagfertigkeit im Job ist manchmal eine Gratwanderung: Wir hätten gerne auf alles sofort eine geschickte Antwort parat und jeden Konflikt souverän gemeistert. Einem Kollegen oder gar den Chef allzu deutlich vor den Kopf zu stoßen, ist allerdings das Worst-Case-Szenario.

Schlagfertigkeit im beruflichen Kontext bedeutet vielmehr, überzeugend Argumente zu präsentieren und so die eigenen Ziele zu erreichen. Wie du den Spagat zwischen Zurückhaltung und Unfreundlichkeit meisterst, zeigen dir die folgenden Tipps.

1. Kontern durch Fragen

Die erste Technik für mehr Schlagfertigkeit ist so simpel wie effektiv: Wird ein Vorwurf gegen dich erhoben, halte einfach mit einer Frage dagegen. Statt auf dein Gegenüber einzugehen und dich in die Defensive zu begeben, bringst du dich in die überlegene Gesprächsposition. Nun ist er an der Reihe – denn die meisten Menschen folgen ganz automatisch dem Antwortreflex.

Es gibt verschiedene Fragetechniken, die du einsetzen kannst, wenn es im Meeting und auf den Bürofluren mal etwas hitziger zugeht als sonst. Konfrontiert dich jemand ganz direkt mit einer Anschuldigung, kannst du dir Zeit durch eine Definitionsfrage verschaffen. Diese Taktik bringt sogar doppelt Vorteile: Du gewinnst Zeit und bietest deinem Gegenüber Paroli ohne ihn offen anzugreifen. Mit ziemlicher Sicherheit wird er nämlich in die Bedrängnis geraten, nicht sofort eine Antwort parat zu haben.

Beispiele für Definitionsfragen

„Du hast das Projekt doch gar nicht im Griff!“
„Was genau verstehen Sie unter nicht im Griff?“

„Deine Präsentation war nicht gut.“
„Wie genau definieren Sie denn gut?“

Um einem Einwand noch etwas geschickter auszuweichen und gekonnt das Thema zu wechseln, bietet sich auch eine Ablenkungsfrage an. Erkundige dich nach dem gemeinsamen Projekt, der Familie des Gesprächspartners oder dem Urlaub in Spanien.

Beispiele für Ablenkungsfragen

„Gestern wieder einen über den Durst getrunken?“
„Wie ist der Stand bei der Recherche zu Kunde XY?“

Du kannst auch mit einer knappen Antwort auf den Vorwurf einsteigen und anschließend direkt umschwenken.

„Gestern wieder einen über den Durst getrunken?“
„Gut erkannt. Wie ist der Stand bei der Recherche zu Kunde XY?“

2. Kontern durch Lösungen

Bei Problemen suchen wir alle gerne einen Sündenbock. Dass das bei Störungen oder Verzögerungen im Berufsalltag ebenfalls passiert, verwundert da nicht. Damit du bei der nächsten Komplikation nicht in die Opferrolle gerätst – auch wenn du tatsächlich mitverantwortlich bist – gibt es einen einfachen Trick: konkrete Lösungen anbieten, statt sich mit Erklärungsversuchen über Wasser zu halten.

Stürzt beispielsweise das Buchungssystem ab und der Chef will wissen, wie das passieren konnte, ignorierst du den Impuls, eine Begründung zu liefern – denn eigentlich interessiert er sich nicht für die Ursache. Er will wissen, wann das Problem gelöst ist.

Stattdessen zeigst du Verständnis und stellst eine Lösung in Aussicht – am besten mit konkretem Termin (den du unbedingt einhalten musst). Du bist aus der Rechtsfertigungsspirale heraus und der Chef ist dir gegenüber milder gestimmt. Mit dieser Technik lassen sich viele unangenehme und unbefriedigende Gespräche verhindern – übrigens auch mit Kunden. Rechtfertigungen bringen dich nicht weiter und Lösungen werden so ohnehin nicht gefunden.

Beispiel für einen Konter mit Lösungsvorschlag:

„Ich will sofort erfahren, wer das verbockt hat!“
„Ich kann Ihren Ärger verstehen. Unser Team sitzt gerade mit Hochdruck an einer Lösung. Um 17 Uhr heute Nachmittag haben wir das Problem behoben.“

3. Den Lösungsmodus starten

Krisensitzung mit dem Vertrieb, Produktmanagement und Marketing. Keiner will die Schuld für die schlechten Verkaufszahlen im letzten Quartal auf sich nehmen. Die Diskussion dreht sich immer weiter im Kreis und die Fronten verhärten sich. Um dieses Dilemma zu lösen, kombinierst du die Kontertechniken aus Frage und Lösung. Statt endlosen Schuldzuweisungen, sollen alle Beteiligten gemeinsam ins Lösungsboot geholt und eingebunden werden.

Einen Fortschritt bringt zum Beispiel die Frage:

„Wir haben uns heute getroffen, um eine Strategie zu besprechen. Wie könnte diese aussehen?“

Mit einem solchen Einwand lässt sich das Gespräch entkrampfen und die Kollegen fangen an, konstruktiver zu kommunizieren. Wie auch bei allen anderen Techniken zur Schlagfertigkeit gehört bei der Lösungstechnik eine gute Portion Souveränität dazu, um nicht dem Trieb nach Rechtfertigung oder dem Beharren auf der eigenen Meinung zu folgen.

Nicht nur in der Gesprächsmoderation kann der Lösungsmodus weiterhelfen. Auch bei Angriffen und Vorwürfen beweist du so Schlagfertigkeit. Wie immer ist es nicht das Ziel, Kollegen bloßzustellen oder ihnen auf den Schlips zu treten. Es geht darum, den Spieß umzudrehen und dein Gegenüber zu einer konstruktiven Antwort zu bewegen.

Beispiel für die Lösungstechnik:

„Sie sind eine Marionette der Geschäftsleitung.“
„Wie hätten Sie sich in der Situation verhalten?“

Schlagfertig kannst auch du

Schlagfertigkeit im Job kannst du lernen. Etwas Souveränität, Kreativität und Mut gehört natürlich dazu, aber auch das ist zu großen Teilen Übungssache. Achte darauf, dich nicht in Erklärungen zu flüchten und immer konkrete Lösungen in Aussicht zu stellen. Dann wird niemand beleidigt, kein Streit vom Zaun gebrochen und du erreichst erhobenen Hauptes deine beruflichen Ziele.

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