Vom Kollegen zum Chef: 5 Tipps für frische Führungskräfte

Veröffentlicht am 29. März 2017 in der Kategorie Management & People Skills von

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Vom Kollegen zum Chef: 5 Tipps für frische FührungskräfteDer Moment der Beförderung. Vielleicht freut man sich sogar kurz für seinen Kollegen, dass er es geschafft hat. Doch mal ganz ehrlich: Der negative Gedanke kommt alsbald um die Ecke. Man fragt sich: Warum der? Warum nicht ich?

Nicht unbedingt, weil man es dem anderen missgönnt, sondern weil man es sich selbst auch gönnen würde. In dem Moment, in dem ein Kollege befördert wird, kommt dieser voran und man selbst? Es geht viel eher um das subjektive Gefühl, nicht zu genügen und eventuell mit der eigenen Persönlichkeit nicht ausgereift zu sein.

Als neuer Chef, der du nun bist, ist es deine Aufgabe, deinen Kollegen das Gefühl zu geben, nicht nur gehört, sondern auch wertgeschätzt zu werden. Du tust das, damit deine Kollegen fühlen und wissen, dass auch sie wichtig für das Unternehmen sind und nicht das Gefühl haben, zurückgelassen zu werden. Sie schreiten mit dir voran und werden dich dann als neuem Chef unterstützen wollen.

Du willst dich als neuer Chef nicht blamieren

Du fürchtest, als Führungskraft nicht anerkannt zu werden. Diese Angst kann in mögliches Fehlverhalten münden. Das zeigen etwa diese 3 Chef-Typen:

Vom Kollegen zum Chef: Verhaltenstipps für frische FührungskräfteDer Schleimer

Dein Gedanke:
Wer nicht beliebt ist, wird nicht akzeptiert und ist somit kein Teil der Gruppe.

Du willst also beliebt sein und dich bei deinen Kollegen einschmeicheln. Da verwechselst du aber Beliebtheit mit Respekt. Und dabei gibst du das auf, was dich ausmacht und weshalb du in erster Linie befördert wurdest.

Kann man es dir übelnehmen, dich davor zu fürchten, von der Gruppe abgelehnt zu werden? Nein!
Doch durch die Angst, abgelehnt zu werden, igelst du dich ein, misstraust deinen Kollegen und schottest dich ab. Keiner bekommt gerne einen Korb  weder beim ersten Date, noch als neuer Chef.

Vom Kollegen zum Chef: Verhaltenstipps für frische FührungskräfteDer Autoritäre

Dein Gedanke:
Statt mit den Kollegen zu arbeiten, muss man sich gegen sie durchzusetzen.

Du willst dich lieber autoritär verhalten? Das kann wiederum bedeuten, dass du keine Kritik verträgst. Du arbeitest gegen deine Kollegen, weil du dich persönlich angegriffen fühlst und du dir von Menschen, die unter dir stehen, nichts sagen lassen willst, um nicht als unfähig zu gelten.

Mach dir bewusst, dass wenn du Fehler machst, es in der Regel in Ordnung ist, solange du daraus lernst. Keiner erwartet von dir, von Anfang an perfekt zu sein. Was aber erwartet wird, dass du es beim nächsten Mal besser machst. Schließlich würdest du dasselbe von deinen Kollegen erwarten, nicht wahr?

Vom Kollegen zum Chef: Verhaltenstipps für frische FührungskräfteDer Einzelgänger

Deine Kollegen denken:
Früher war er einer von uns, jetzt als Chef entscheidet der sowieso, wie er will.

Deine alten Kollegen haben das Gefühl, dass du durch die Beförderung nicht mehr auf Augenhöhe mit ihnen bist. Sie halten sich und ihre Meinung für unwichtig, weil sie sich und dich auf unterschiedlichen Ebenen sehen.

Daraus könnte folgen, dass du alles selbst machen willst. Dadurch wirkst du unsympathisch, denn du erweckst den Eindruck, dass alle anderen unfähig wären, Verantwortung für den Erfolg des Unternehmens tragen zu können. Deine Kollegen halten dich für einen Einzelgänger und distanzieren sich noch mehr von dir.

Plötzlich Chef? Das sind die richtigen Schritte

1. Sei mutig: Frag!

Wenn du Chef geworden bist, lohnt es sich, deine Kollegen um Unterstützung zu bitten, damit das Team erfolgreich ist. Denn gerade von der Erfahrung älterer Mitarbeiter profitierst du und zollst ihnen damit Respekt. Deshalb frage deine Mitarbeiter:

  • Was hat bei der alten Führung funktioniert und was nicht?
  • Was könnte man übernehmen und was sollte man ändern?

Das machst du natürlich nicht zum Selbstzweck, sondern deshalb weil du damit für einen weicheren Übergang sorgst. Somit wissen deine Kollegen, dass sich zwar einiges ändern wird, aber auch einiges beim Alten bleibt. Damit verhinderst du, dass sich deine Kollegen verunsichert fühlen, weil sie nicht wissen, was auf sie zukommt.

2. Sei fair und unparteiisch

Freundschaft ist gut, solange bis man dich ausnutzt. Keiner darf durch Freundschaften zum Chef übervorteilt werden. Denn damit werden automatisch Kollegen ausgestochen, die dich als neuen Chef noch nicht kennen und somit keinen direkten Draht zu dir haben. Gib acht, dass man dir nicht auf dem Kopf herumtanzt, weil ein Kollege meint: Der Chef kann mir eh nichts anhaben, denn wir sind schon lange gute Kumpels.

Freundschaft ist gut, aber wenn gearbeitet wird, wird gearbeitet.

Das solltest du klarstellen und zur Not Grenzen ziehen. Doch wenn du das tust, mach es nicht „boss-like“, sondern erkläre, warum du so handelst und dass du von deinen Kollegen eine professionelle Einstellung erwartest.

3. Sei ein Teamplayer

Gerade wenn deine Kollegen dich als Einzelgänger betrachten und das Team sich nicht mehr auf einer Augehöhe mit dir befindet, musst du handeln. Entscheidungen und Ideen sollten gemeinsam besprochen werden. Verwechsle das gemeinsame Besprechen nicht damit, dich vor den anderen zu rechtfertigen. Darum geht es nicht.

Denn erst durch das gemeinsame Besprechen erhältst du Rückmeldungen, die dir weiterhelfen und deine Kollegen haben das Gefühl, gehört zu werden und wissen, dass sie wichtig für das Unternehmen sind. Sonst würdest du dir schließlich nicht die Zeit nehmen, dich mit ihnen zusammenzusetzen, um zu erfahren, was sie denken.

4. Sei ein Ratgeber

Damals konnten deine Kollegen einfach auf dich zukommen, dich jederzeit ansprechen und dich um Rat bitten. Ihr befandet euch schließlich auf der selben Ebene. Doch jetzt haben sie das Gefühl, dass dies nicht mehr gilt. Daher ist es nun deine Aufgabe, deinen Kollegen zu verstehen zu geben, dass sie jederzeit zu dir kommen können und mit dir sprechen dürfen. Achte allerdings darauf, dass du es nicht nur sagst, sondern auch im beruflichen Alltag Taten folgen lässt.

Wenn du tust, was du sagst, erntest du Respekt.

5. Sei ein Bekannter

Aus Sicht der Mitarbeiter kann deine Beförderung vom Kollegen zum Vorgesetzten eine Bereicherung sein, da nun in der Chef-Etage jemand sitzt, der sie kennt. Einer, der weiß, wer sie sind, was sie tun und was sie ausmacht. Sie fühlen sich wahrgenommen.

Wenn du Chef geworden bist, dann erinnere dich immer daran:

Du warst auch mal Kollege!

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