Die Stimme des CEO: So treffen Sie im Mitarbeitergespräch immer den richtigen Ton! (Teil II)

Veröffentlicht am 19. Februar 2014 in der Kategorie Management & People Skills von

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Die Stimme des CEO: So treffen Sie im Mitarbeitergespräch immer den richtigen Ton! (Teil II)Unsere Praxisserie beschäftigt sich mit der Bedeutung der menschlichen Stimme im Business. Bereits im ersten Teil der Serie habe ich verdeutlicht inwieweit die Stimme der Schlüssel zum beruflichen Erfolg ist. Lesen Sie im zweiten Teil, was Stimme mit Führung zu tun hat und welche Rolle sie im Berufsalltag - v.a. im Gespräch mit den Mitarbeitern -  spielt.

„Frau Bauer, kommen Sie bitte mal kurz in mein Büro.“ In den verschiedensten Stimmlagen gesprochen, kann dieser Satz eines Chefs bei der Mitarbeiterin zahlreiche Wirkungen haben. Gerade in der Beziehung „Führungskraft und Mitarbeiter“ hat der gezielte Einsatz von Stimme großes Potenzial: Sie kann motivieren, begeistern, Vertrauen schaffen, delegieren, konstruktive Kritik üben und vieles mehr. Häufig geht es im Geschäftsleben um ganz spezielle Momente, in denen auffällt, dass die Stimme nicht tragfähig genug oder unsicher ist.

Was genau hat Stimme mit Führung zu tun?

Persönliche Führungskompetenz wird in erster Linie im unmittelbaren Kontakt erlebbar, also in Gesprächen, Sitzungen und Schulungen oder am Telefon. Dort rufen mangelnde Stimme und Sprechweise auch den größten Unmut hervor. Nun liegt es an Ihnen, diese Führungssituationen gewinnbringend zu nutzen. Das kann nur gelingen, wenn Sie beim Sprechen für Ihre Zuhörer eine gewisse Serviceleistung erbringen, denn es dringt nur ein geringer Bruchteil der Informationsreize in unser Bewusstsein vor. Und wenn sich das Gehirn dann noch anstrengen muss, um Ihren Worten zu folgen, driftet die Aufmerksamkeit Ihrer Gesprächspartner rasch ab. Schon wird in Unterlagen geblättert, eigenen Gedanken nachgehangen oder auf die Uhr geguckt.

Mentale Stimm-Vorbereitung

Im Fokus stehen hier Vertrauen und die Vermittlung von Sicherheit (Selbstsicherheit: Ich bin okay sowie Akzeptanz des Gegenübers: Du bist okay). Bauen Sie eine Beziehung zu Ihrem Gegenüber auf. Sie werden bemerken, wie deutlich sich der Tonfall ändert, sobald jemand nicht mehr nur als „Mitarbeiter“ oder „Kunde“, sondern ganz persönlich als Mensch angesprochen wird. Die Stimme klingt weicher, voller und runder – ein untrügliches Signal. Mit der richtigen Einstellung und etwas Achtsamkeit stellen Sie so bereits am Anfang eines Gesprächs die Weichen zum Erfolg.

Mensch statt Sache

Damit das Gespräch in Gang kommt, geben Sie Ihrem Gegenüber einen Vorschuss an Vertrauen. Ganz bestimmt wird er diese innere Haltung spüren und selbst aufgeschlossener sein. Menschen schätzen es, wenn Sie ihnen aufrichtig und konsensgerichtet begegnen. Sie wollen akzeptiert und respektiert, menschlich also nicht in Frage gestellt werden.

4 Praxis-Tipps zur Vorbereitung

So bereiten Sie sich mit wenig Zeitaufwand stimmlich vor, um anfängliches Misstrauen in Vertrauen zu verwandeln und Sicherheit zu vermitteln:

  1. Überprüfen Sie als erstes Ihre Einstellung: Wollen Sie jetzt wirklich ein persönliches Gespräch führen?
  2. Sind Sie offen und bereit, Ihren Gesprächspartner so anzunehmen, wie er oder sie gerade ist?
  3. Wie sitzen oder stehen Sie gerade? Fühlen Sie sich in Ihrer Position sicher, aktiv und bereit für das Gespräch?
  4. Nicken Sie sich nun selbst zu und quittieren Sie die Ergebnisse Ihrer Vorbereitung mit einem hörbaren „mmmhh!“ Achten Sie dabei auf den angenehmen Klang Ihrer Stimme. So können Sie später im Gespräch leicht an diesen Wohlklang anknüpfen.

3 Praxis-Tipps für das Gespräch

Im Gespräch selbst hat sich der folgende Drei-Schritt als besonders wirksam erwiesen:

  1. Beginnen Sie das Gespräch auf der Beziehungsebene durch einen persönlichen Ton: „Herzlich willkommen, schön, dass Sie da sind. Sind Sie gut hergekommen?“
  2. Klären Sie dann die wichtigen Inhalte und Sachfragen. Hier darf die Stimme etwas sachlicher klingen: „Die Produkttests sind jetzt abgeschlossen. Die Ergebnisse sind leider nicht so, wie wir uns das vorgestellt haben. Das Produkt weist noch erhebliche Mängel auf und zwar bei …“
  3. Kehren Sie am Ende wieder zum persönlichen Ton zurück. Das erlaubt Ihnen, beim nächsten Gespräch an die gute Beziehung anzuknüpfen, denn sie ist als letztes in Erinnerung geblieben: „Ich danke Ihnen sehr, dass Sie sich die Zeit für dieses wichtige Thema genommen haben und dass wir so konstruktiv miteinander diskutieren konnten.“

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