At the finish line: So formulierst du deine Ziele richtig

Veröffentlicht am 19. September 2016 in der Kategorie Management & People Skills von

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At the finish line: So formulierst du deine Ziele richtigWie du deine Ziele formulierst, hat einen starken Einfluss darauf, ob du diese auch tatsächlich erreichst. Vier Empfehlungen für die Praxis.

Sich Ziele zu setzen, hat eine enorme Kraft: Es hilft uns, Klarheit zu schaffen, unsere Ressourcen effizient einzusetzen, kontrolliert voranzukommen, diszipliniert dranzubleiben und wichtige Änderungen systematisch umzusetzen.

Eine wichtige Voraussetzung wird in diesem Zusammenhang immer wieder genannt: Die Ziele sollten richtig formuliert sein. Was aber heißt „richtig formuliert“? Dazu gibt es sehr unterschiedliche Ansätze. SMART, PURE oder CLEAR sind drei gängige Eselsbrücken:

  • SMART steht für spezifisch, messbar, anspruchsvoll, realistisch und terminiert. Statt anspruchsvoll wird aber auch akzeptiert oder attraktiv in der Literatur aufgeführt.
  • PURE bedeutet, dass Ziele positiv (positively), also ohne das Wörtchen nicht formuliert sein sollten, vom Mitarbeiter verstanden werden und dieser einverstanden ist (understood) und dass sie zudem realistisch (realistic) sowie ethisch korrekt (ethical) sein sollten.
  • CLEAR setzt sich zusammen aus den Stichworten herausfordernd (challenging), rechtmäßig (legal), aufregend (exciting), einverstanden (agreed) und festgehalten (recorded).

Diese drei Eselsbrücken sind zur Formulierung von Unternehmenszielen entwickelt worden. Das Sachliche steht dabei im Vordergrund. Für unsere persönlichen Ziele passt das allerdings nicht so recht. Bei denen geht es doch eher um emotionale Aspekte:

Wünsche, Träume, Sehnsucht, Begeisterung, …

In den persönlichen Zielen steckt Motivation pur – und aus diesem Grund ist es so wichtig, dass ich sie emotional und leidenschaftlich formuliere anstatt sie nur sachlich korrekt wiederzugeben. Deshalb helfen folgende vier Empfehlungen hier deutlich weiter als die oben genannten Richtlinien:

1. Beschreibe das „Zielfoto in Worten“

Stell' dir vor, du hast dein Ziel erreicht. Beschreibe sehr bildhaft und in möglichst emotionalen Worten, wie sich die Situation darstellt und was du vor deinem inneren Auge siehst:

  • Was ist eingetreten, wenn du am Ziel bist?
  • Was hat sich dadurch, dass du das Ziel erreicht hast, bei dir persönlich verändert?
  • Was hat sich in deinem Umfeld verändert?
  • Kann man anhand von sichtbaren Veränderungen erkennen, dass du das Ziel erreicht hast – zum Beispiel an der Umsatzlage deines Unternehmens, an besseren Zeiten auf deiner Standard-Joggingstrecke oder an baulichen Veränderungen an deinem Wohnhaus?
  • Werden bestimmte Personen dich auf deinen Erfolg ansprechen oder darauf reagieren – etwa dein Hausarzt, der begeistert ist von deinen neuen Blutwerten, dein Kunde, der dich für seinen eigenen Erfolg mit verantwortlich macht, oder dein Sohn, der dich umarmt, weil du endlich den vierwöchigen Urlaub zu zweit möglich gemacht hast?
  • Welche nicht sichtbaren Veränderungen gibt es – beispielsweise eine bessere körperliche Verfassung, eine positivere Atmosphäre im Team, weniger Stimmungsschwankungen oder der persönliche Stolz, dieses Ziel erreicht zu haben.

Übrigens: Wenn du das Zielfoto exakt beschreibst, dann wird dein Ziel auch spezifisch und messbar.

2. Formuliere leidenschaftlich und emotional

Es kommt bei deiner Zielbeschreibung nicht auf Kürze und treffende Begriffe an, sondern auf Emotionalität. Du solltest also das Zielfoto voller Leidenschaft in Worte fassen. Wenn du deine Beschreibung durchliest, dann solltest du brennen vor Lust, sie umzusetzen.

Durch die emotionale Darstellung wirst du das Ziel leichter akzeptieren, es wird attraktiv, aufregend und reizvoll. Somit erfüllst du automatisch weitere Punkte der anfangs genannten Zielformulierungs-Regeln. Sollte das Ziel für dich ethisch nicht korrekt sein, wirst du das nun schnell merken. Denn deine Gefühle sind nicht positiv, wenn du an das Ziel denkst.

Ein emotional beschriebenes Zielfoto lässt sich nicht in einer Zeile festhalten. Das kann durchaus mal ein längerer Text werden. Wie du bei deiner Jahresplanung trotzdem den Überblick über deine diversen Ziele behälst?

Meine Empfehlung: Fasse alle deine – zuvor ausführlich beschriebenen – Ziele auf einer Liste in Kurzform zusammen: pro Ziel

  • einige wenige Stichworte,
  • die jeweilige Priorität,
  • der geplante Termin und
  • eine Zielnummer.

Diese Liste gibt dir Orientierung im Alltag und hilft dir bei deiner Monatszielplanung oder Tagesstrukturierung. Aber Motivation pur erhältst du von der umfassenden, emotionalen Zielbeschreibung.

3. Vermeide das Wörtchen „nicht“

Wie erstellt man ein positiv formuliertes Ziel? In erster Linie, indem man das Wörtchen „nicht“ vermeidet. Denk doch mal nicht an den Pariser Eiffelturm. Und wenn du schon dabei bist, dann denke auch nicht an das frisch gebackene Croissant und den lecker duftenden Café au Lait, den du an einem wunderschönen Sonntagmorgen in einem Pariser Straßencafé genießt.

Was hast du vor Augen? Wahrscheinlich doch den Eiffelturm, etwas Leckeres zu Essen oder einfach nur die französische Lebensart. Kein Wunder: Unser Kopf liebt Bilder, denkt in Bildern und weiß daher mit dem Wort „nicht“ wenig anzufangen. Berücksichtige das bei deiner Zielformulierung.

Beispiel: Du willst nicht mehr so viel wiegen? Dann drücke es positiv aus:

„Ich habe innerhalb eines Jahres 15 Kilo abgenommen. Ich fühle mich leicht und frei. Ich bin stolz auf mich und meine Leistung. Meine Frau hat mich schon mehrfach angesprochen, wie gut ich aussehe, und auch meinen Arbeitskollegen ist es aufgefallen, dass meine neuen Anzüge deutlich schmaler geschnitten sind. Mir fällt es spürbar leichter, Sport zu treiben. Daher habe ich einen Termin bei einem Fotografen vereinbart, denn ich fühle mich aktuell so rundum wohl in meiner Haut – und das will ich im Bild festhalten.“

4. Schreibe aktiv und in der Vergangenheitsform

Ich hatte dir ja schon das „Zielfoto in Worten“ empfohlen, also die Beschreibung des Zustandes, nachdem du das Ziel erreicht hast. Aus diesem Grund solltest du nicht folgende oder ähnliche Worte verwenden:

  • „ich werde“,
  • „ich möchte“,
  • „ich sollte“,
  • „ich müsste“.

Schreibe lieber:

„Ich habe … erreicht.“ beziehungsweise „Ich habe erreicht, dass …“.

Oder wie es dein Deutschlehrer gesagt hätte: kein Futur, kein Präsens, sondern Perfekt – und bitte kein Konjunktiv. Stelle dein Ziel nicht als Möglichkeit dar, sondern als Realität. Dies ist ein kleiner Trick, mit dem du dich selbst verpflichtest und auf dein Ziel programmierst.

Wichtig also für „starke“ Zielformulierungen: Beschreibe deine Ziele stets so, als ob du diese schon erreicht hättest, bringe Leidenschaft und Motivation in deine Zielbilder, lasse dabei das Wörtchen „nicht“ weg und nimm dich selbst in die Pflicht.

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