Schweinsteigers Wechsel – Was die Businesswelt davon lernen kann [Kommentar]

Veröffentlicht am 23. Juli 2015 in der Kategorie Management & People Skills von

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Bastian Schweinsteigers Wechsel zu Manchester United – Was die Businesswelt davon lernen kannBastian Schweinsteiger wechselt nach über 17 Jahren beim FC Bayern München zu Manchester United. Mit den Bayern wurde er 8mal Deutscher Meister, 7mal DFB-Pokalsieger und 1mal Champions-League-Sieger. Viele Experten sehen den 30-Jährigen im Herbst seiner Karriere, der seine letzten Jahre ausklingen lassen will. Viele haben spekuliert, dass er in die USA wechselt. Nun geht er aber zu einem der größten Clubs der Welt, Manchester United. Was er dort für Ziele hat? Sein Leistungsniveau noch einmal verbessern. Er sucht die Herausforderung.

Schweinsteiger sucht die Herausforderung und den Entwicklungsprozess

Bastian Schweinsteiger wechselte nicht etwa zu Manchester, weil er keine Lust auf den Konkurrenzkampf beim FC Bayern hatte. Bastian Schweinsteiger ist ein Spitzensportler und Spitzensportler suchen die Herausforderung. Sie suchen die Möglichkeit sich immer wieder zu verbessern und ihr Leistungsniveau immer wieder anzuheben. Stillstand passt nicht zu den Charaktereigenschaften eines Spitzensportlers.

Schweinsteiger hat unter Pep Guardiola bei den Bayern zuletzt für seinen Anspruch zu wenig gespielt. Weiterentwickelt hat er sich persönlich unter Guardiola auch nicht. Und jetzt geht er zurück zu dem Mann, der aus ihm einst beim FC Bayern München einen Führungsspieler gemacht hat. Zurück zu dem Mann, der ihn vom linken Mittelfeldspieler zu einem der besten defensiven Mittelfeldspieler der Welt gemacht hat. Zurück zu Luis van Gaal, Trainer von Manchester United.

Schweinsteiger will sich selbst noch einmal beweisen, das er auch andere großen Mannschaften führen kann, und das auch er sich noch einmal weiterentwickeln kann – mit Hilfe von Louis van Gaal. Bastian Schweinsteiger sieht sich noch lange nicht im Herbst seiner Karriere, ganz im Gegenteil. Er sucht die Herausforderung alles aus sich herauszuholen und sich der härtesten Fußball-Liga der Welt zu stellen – der Premier League.

Was Manager und Führungsmitarbeiter daraus lernen können

Manager und Führungsmitarbeiter können viel von dem Wechsel des Bastian Schweinsteiger lernen. Top-Manager, die in ihrem Job keine Herausforderung mehr sehen oder keine Möglichkeiten mehr haben sich in ihrem Unternehmen weiterzuentwickeln, werden mit der Zeit eine gewisse Unzufriedenheit mit sich bringen. Für Top-Manager gilt das Gleiche, wie für Spitzensportler auch: Stillstand ist ein Rückschritt. Wer in seinem Job keine Entwicklungsperspektive mehr sieht, muss das Unternehmen wechseln – zumindest wer Karriere machen will und sich weiterentwickeln möchte.

Viele Mitarbeiter gehen diesen Schritt nicht, weil sie die Unannehmlichkeiten dieses Schrittes nicht in Kauf nehmen wollen.

  • Was ist, wenn der neue Job nichts für mich ist?
  • Was, wenn ich umziehen muss?
  • Was, wenn ich mich in dem neuen Job nicht durchsetze?

Wer solche Fragestellungen als Grund sieht, ist nichts anderes als bequem und glaubt nicht an seine Fähigkeiten. Bastian Schweinsteiger wird sich nicht ein einziges Mal mit dem Gedanken beschäftigt haben, was  ist, wenn er in Manchester scheitert. In den Unannehmlichkeiten wie zum Beispiel ein neuer Verein, neue Fans, ein neues Land, eine andere Kultur und eine andere Sprache als die Muttersprache sieht Schweinsteiger in der Summe kein Risiko, sondern eine Herausforderung. Eine Herausforderung, an der er wachsen wird.

Was Unternehmen von dem Schweinsteiger-Wechsel lernen können

Auch Unternehmen können von dem Wechsel von Bastian Schweinsteiger sehr viel lernen: Wenn sie ihre Top-Manager behalten wollen, müssen sie gewährleisten, dass diese zum einen immer wieder gefordert werden und zum anderen Möglichkeiten seitens des Unternehmens erhalten, um sich stets weiterzuentwickeln. Unternehmen, die das nicht berücksichtigen, werden ihre Top-Manager nicht langfristig an sich binden können.

Der FC Bayern versucht sich noch einzureden, dass der Wechsel von Schweinsteiger für die Mannschaft kompensierbar ist. Aber ein Spieler wie Schweinsteiger ist nicht zu ersetzen. Hier muss man sich die Frage stellen, ob man einem Ausnahmespieler wie Schweinsteiger mehr Perspektiven hätte bieten müssen. Für Spitzensportler geht es nicht ums Geld. Die Herausforderung und die Ziele, die in diesem Fall der Verein mit dem Spieler hat, stehen im Vordergrund. Ähnlich ist es bei den Top-Managern. Wenn die eigentlichen Rahmenbedingungen langfristig nicht stimmen, kann auch der Faktor Geld den Wechsel eines Top-Managers nicht verhindern. Zu groß ist der innere Drang der Weiterentwicklung und der Herausforderung.