Bürgschaft oder gewerbliche Mietkaution? Vor- & Nachteile

Veröffentlicht am 7. Juli 2014 in der Kategorie Finanzen & Steuern von

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Bürgschaft oder gewerbliche Mietkaution? Vor- & NachteileEine Mietkautionsbürgschaft ist nicht nur für Privatmieter, sondern ebenso für gewerbliche Mieter eine gute Alternative zur regulären Zahlung einer Mietkaution. Die Akzeptanz dieser Art der Bürgschaft ist hoch, sodass sie für viele Gewerbemieter infrage kommt. Allerdings gibt es bei der Mietkautionsbürgschaft für Gewerbetreibende sowohl Vor- als auch Nachteile zu beachten.

Mietkautionsbürgschaft kann zu einer verbesserten Liquidität beitragen

Einer der entscheidenden Vorteile einer Mietkautionsbürgschaft liegt für Gewerbetreibende in der besseren Liquidität, denn mit dem neuen Mietvertrag müssen so keine Extrakosten für die Mietkaution aufgebracht werden. Dies kann die Liquidität maßgeblich verbessern, denn je höher die Miete ist, desto höher ist auch die Mietkaution.

Häufig müssen für die Mietkaution im gewerblichen Bereich einige Tausend Euro hinterlegt werden. Denn anders als im privaten Bereich ist die Mietkaution für das Gewerbe in der Höhe nicht begrenzt und kann somit zwischen Vermieter und Mieter frei vereinbart werden. Oftmals übersteigt der zu zahlende Betrag sogar deutlich 10.000 Euro.

Dieses Geld ist für ein Unternehmen wichtiges Kapital. Fehlt es, sinkt der finanzielle Spielraum und es können unter Umständen wichtige Investitionen nicht getätigt werden. Dies gilt vor allem bei der Gründung von Start-up Unternehmen, da hier das Budget meist stark eingegrenzt ist.

Zugleich muss beachtet werden, dass mit dem Wechsel eines Mietverhältnisses oftmals auch Umzugs- und Renovierungskosten anfallen. Diese Kosten, in Verbindung mit der anstehenden Mietkaution, können je nach Höhe des Betrags und der individuellen Belastung Schäden für das Unternehmen mit sich ziehen.

Dies kann durch Abschluss einer Mietkautionsbürgschaft vermieden werden. Zugleich kann das Unternehmen dadurch selbst entscheiden, wie das Kapital angelegt werden soll. Dadurch ergeben sich lukrativere Anlagemöglichkeiten und somit auch möglich Gewinne für das Unternehmen.

Wurde bereits eine Bürgschaft für den Vermieter hinterlegt, dann besteht mit einer Mietkautionsbürgschaft sogar die Möglichkeit, diese zurückzuholen. Denn die Bürgschaft lässt sich auch für bestehende Mietverhältnisse einsetzen. Dadurch kann bereits für die Mietkaution hinterlegtes Kapital wieder zurück in das Unternehmen fließen. Hinterher kann das Geld frei genutzt werden.

Im Anschluss fallen zwar regelmäßige Kosten für eine Mietkautionsbürgschaft an, allerdings halten sich diese Kosten in einem kleinen und sehr überschaubaren Rahmen, sodass sie in der Regel - ohne die Liquidität zu beeinflussen - bezahlt werden können. Der Betrag wird im Voraus fest vereinbart, wodurch Planungssicherheit geschaffen werden kann.

Kreditrahmen wird durch Inanspruchnahme einer Bürgschaft nicht belastet

Aus der verbesserten Liquidität ergibt sich zugleich der Vorteil, dass auch die Kreditlinie nicht sinkt. Denn die finanziellen Mittel können trotz neuem Mietverhältnis bestehen bleiben, wodurch bei einem benötigten Kredit ausreichend Sicherheiten zur Verfügung stehen.

Aufgrund der oftmals hohen Mietkautionen, die im Gewerbebereich üblich sind, müssen gewerbliche Mieter in manchen Fällen sogar einen Kredit aufnehmen, um die anstehende Mietkaution zu bezahlen. Dadurch würden auf den Mieter Mehrkosten in Form von Zinsen zukommen und zugleich würde dadurch wiederum der Kreditrahmen sinken. Dies kann sich bei benötigten Investitionen negativ auf das Unternehmen auswirken.

Die Vorteile einer Mietkautionsbürgschaft im Überblick:

  • Mietkaution muss nicht bezahlt werden
  • Liquidität bleibt erhalten
  • bessere Anlagemöglichkeiten
  • Kapital steht für anstehende Investitionen zur Verfügung
  • Kapitalbeschaffung ist nicht notwendig
  • Mietkaution kann auch bei bestehendem Mietverhältnis durch Bürgschaft ersetzt werden
  • überschaubare Kosten für Bürgschaftsversicherung
  • Kreditrahmen bleibt ungenutzt

Es entstehen regelmäßige Kosten

Einer der Nachteile einer Mietkautionsbürgschaft ist, dass die Kosten nicht nur einmalig, sondern - zwar im geringeren Ausmaß - regelmäßig anfallen. Zugleich werden diese gezahlten Beträge nicht zurückerstattet, wie es bei Hinterlegung einer Mietkaution der Fall wäre.

Denn anders als bei Zahlung einer Mietkaution wird eine Mietkautionsbürgschaft als eine Art Versicherung genutzt. Demnach zahlt der Versicherungsnehmer Beiträge und die Versicherung übernimmt für den Versicherungsnehmer im Gegenzug die Bürgschaft gegenüber dem Vermieter.

Bonitätsprüfung: Nicht jede Firma kann eine Bürgschaft eingehen

Auch bei einer Mietkautionsbürgschaft wird die Bonität des Kunden geprüft. Somit kann nicht jedes Unternehmen gleichermaßen eine derartige Bürgschaft abschließen. Denn im Falle eines Schadens an der Mietsache bezahlt die Versicherung zunächst den entstandenen Schaden für den Mieter. Allerdings muss dieser die Kosten wieder an die Versicherung zurückzahlen, denn es handelt sich lediglich um eine Bürgschaft, wodurch ein Vermieter sicherstellen kann, dass er im Schadensfall die Kosten tatsächlich gezahlt bekommt.

Voraussetzung für eine Mietkautionsbürgschaft ist, dass der Vermieter dieser zustimmt. Verpflichtet ist er definitiv nicht, auf Hinterlegung der Mietkaution zu verzichten und stattdessen eine Bürgschaft anzunehmen.

Die Nachteile einer Mietkautionsbürgschaft im Überblick:

  • geringe, aber regelmäßige Kosten
  • Ausgaben für Bürgschaft werden nicht erstattet
  • durch Bonitätsprüfung ist die Bürgschaft nicht für jeden Gewerbetreibenden geeignet
  • Vermieter muss Bürgschaft nicht zustimmen

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