Finanzierungsmöglichkeiten für Startups – So klappt’s mit der Gründung!

Veröffentlicht am 28. November 2011 in der Kategorie Finanzen & Steuern von

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Finanzierungsmöglichkeiten für StartupsFinanzierungsmängel sind nach wie vor der häufigste Grund für das Scheitern von Unternehmensgründungen. Dabei reichen die Ursachen nach einer ZEW-Studie von fehlenden Rücklagen (65 Prozent) und zunehmender Verschuldung (56 Prozent) über Kreditablehnungen (45 Prozent) bis hin zum Mangel an Beteiligungskapital (34 Prozent) und Kreditkündigungen (22 Prozent). Anlass genug, die Frage nach Finanzierungsmöglichkeiten für Start-ups näher zu beleuchten.

Wesentliche Fragen, wenn es um die Finanzierung eines Gründungsvorhabens geht, sind: Wie viel eigenes Geld kann man als Existenzgründer beisteuern? In welcher Höhe soll sich das Startkapital für Räumlichkeiten, erste Investitionen und Werbung bei der Existenzgründung bewegen? Welche Möglichkeiten gibt es, das Startkapital aufzubringen? Welche Konditionen haben Darlehen von Banken zur Finanzierung? Was ist beim Bankgespräch zu beachten? Welche öffentlichen Förderprogramme gibt es? Welche Förderung erhält man als Existenzgründer aus der Arbeitslosigkeit?

1. Eigene finanzielle Mittel

Eigenkapital ist einerseits ein Polster bei finanziellen Engpässen, andererseits aber auch eine Möglichkeit, leichter Geld von Kreditgebern zu erhalten. Sie bekommen günstigere Konditionen von Kreditgebern und Banken, wenn Sie auch eigenes Geld riskieren. Der Eigenkapitalanteil am gesamten Kapital des Unternehmens darf nicht zu niedrig sein – er sollte am besten über 20 Prozent liegen. Quellen für Eigenmittel sind Unternehmer-Kapital, Verwandte, Freunde, Teilhaber und Beteiligungsgesellschaften.

2. Fremde finanzielle Mittel

Auch Fremdkapital ist eine Finanzierungsquelle. Kredite und Darlehen erhalten Sie von Ihrer Bank zu den für das jeweilige Institut gültigen Zinsbedingungen. Wichtig dabei ist, dass die Dauer des Kredits mit der Dauer der Nutzung des beschafften Vermögensgegenstands (beispielsweise bei einer Maschine) übereinstimmt. Beachten Sie, dass jede Streckung der Tilgung eines Darlehens den Kredit verteuert.

Ein kurzfristiger Kredit hat eine Laufzeit von bis zu 12 Monaten. Dies sind Kontokorrentkredite und Lieferantenkredite. Für eine mittelfristige/langfristige Finanzierung (ab 12 Monate Laufzeit) gibt es Investitionskredite zur Finanzierung der Anlagegüter (beispielsweise unbebaute und bebaute Grundstücke, Betriebs- und Verwaltungsgebäude, Maschinen, Fuhrpark). Kriterien für die Laufzeit des Kredites sind unter anderem die Kreditsumme, die eigene Zahlungsfähigkeit und die Zinsen.

3. Das Bankgespräch

Zunächst sollten Sie sich gründlich mit einem schriftlichen Businessplan vorbereiten und frühzeitig einen Gesprächstermin mit der Bank vereinbaren. Als Existenzgründer sollten Sie selbstbewusst auftreten und deutlich machen, dass Sie den Kredit zuverlässig zurückzahlen können.

An dem Bankgespräch kann auch ein eigener Unternehmens- oder Steuerberater teilnehmen und hilfreich zur Seite stehen. Grundsätzlich sollten mehrere Angebote verschiedener Banken eingeholt, Protokoll geschrieben und durch Verhandlungen die Spielräume der Banken bei den Konditionen ausgenutzt werden. Unterlagen wie Lebenslauf, Umsatz- und Kostenplan und Rentabilitätsvorschau stützen Ihre Argumente im Bankgespräch.

4. Öffentliche Förderprogramme

Kleine und mittlere Existenzgründungen unterstützen der Bund, die Länder und die EU mit öffentlichen Förderprogrammen. Den Antrag muss man bei der Hausbank stellen. Bei öffentlichen Förderkrediten sind niedrige Zinssätze, eine längere Dauer der Rückzahlung und meist ein anfänglicher Zeitraum, in dem noch nicht getilgt werden muss, üblich.

Der KfW-Gründerkredit-StartGeld ist ein Kredit für kleine Gründungsvorhaben mit einem Fremdfinanzierungsbedarf von nicht mehr als 100.000 EUR. Wenn die Kreditsumme unter 25.000 EUR liegt, ist kein Liquiditätsplan notwendig. Man muss nur geringe Sicherheiten vorweisen, da die Hausbank zu 80 Prozent von der Kredithaftung durch die KfW Mittelstandsbank freigestellt wird.

Der KfW-Gründerkredit-Universell ist für Gewerbetreibende oder Freiberufler, kleine und mittlere Existenzgründungsvorhaben gedacht, die eine fachliche und kaufmännisch-betriebswirtschaftliche Befähigung nachweisen können. Höchstbetrag der Finanzierung sind 10 Mio. EUR.

Das Unternehmerkapital wird als ein „Nachrangdarlehen“ gewährt – und zwar langfristig. Die Rückzahlungsforderung der KfW Mittelstandsbank steht bei allen Gläubigern ganz zum Schluss an. Das Unternehmerkapital gibt es einerseits als ERP-Kapital für Gründungen (bei Gründungen, die bis zu drei Jahre am Markt sind) und andererseits als KfW-Kapital für Arbeit und Investitionen (bei Unternehmungen, die seit mehr als drei Jahren tätig sind).

5. Existenzgründung aus der Arbeitslosigkeit

Bezieher von Arbeitslosengeld I können den Gründungszuschuss erhalten. In den ersten neun Monaten sind dies Leistungen in Höhe des individuellen monatlichen Arbeitslosengeldes plus einer Pauschale von 300 EUR für die Sozialversicherung. Danach kann für weitere sechs Monate die Pauschale von 300 EUR für die Sozialversicherung gezahlt werden. Für ALG II Bezieher gibt es das Einstiegsgeld.

Ob Sie Eigenkapital benötigen, Fremdmittel von Banken beschaffen wollen, öffentliche Förderprogramme in Anspruch nehmen möchten oder aus der Arbeitslosigkeit heraus gründen möchten, Sie sollten sich immer kompetente Berater suchen und sich austauschen. Dies können beispielsweise Unternehmensberater, Steuerberater oder andere Fachleute sein. So vermeiden Sie, dass Ihr Vorhaben bereits an der Finanzierung scheitert!

(Bild: © Fantasista – Fotolia.com)