Drucksachen leicht gemacht – Die Möglichkeiten des Druckens im Überblick

Veröffentlicht am 27. Februar 2012 in der Kategorie Marketing & Vertrieb von

Überblick über verschiedene DruckvariantenEs existieren viele unterschiedliche Möglichkeiten des Druckens, die je nach den individuellen Ansprüchen sinnvoll und notwendig sind. Allerdings ist es nicht immer einfach, bei dem Technikdschungel der Druckvariationen den Überblick zu behalten. Mit der folgenden Übersicht soll Licht ins Dunkel gebracht werden.

Sonderfarben und der normale 4c-Druck

Vor allem der Einkauf von Drucksachen sollte gut geplant sein: Um auch eine gute Qualität zu einem angemessenen Preis-/Leistungsverhältnis erhalten zu können, ist es unerlässlich, die Grundbedingungen des zu druckenden Produktes zu kennen. Neben dem eigentlichen Format, der Auflage und der Papierstärke spielt auch die Farbigkeit des Druckes eine wichtige Rolle, also 4c- beziehungsweise Sonderfarbendruck.

Der klassische 4c-Druck

In vielen Fällen werden Drucksachen wie Flyer, Broschüren und Visitenkarten im 4c-Druck nach der sogenannten Euroskala bedruckt. Dieses Druckverfahren nennt man auch den CMYK-Druck, da sich die zu druckenden Farben aus den vier Grundfarben Cyan, Magenta, Yellow (=Gelb) und Key (=Kontrast, also Schwarz) zusammensetzen. Man druckt diese vier Farben in unterschiedlichsten Verhältnissen übereinander, so dass die Farben während des Druckes gemischt werden. Nach diesem Prinzip funktionieren auch die meisten Farbdrucker für Büro und Haushalt.

Alternativen zum 4c-Druck

Neben dem oben beschriebenen Vierfarbdruck nach Euroskala gibt es auch andere Mehrfarbdrucke. Dabei können zum Beispiel neben den „gemischten“ Farben im 4c-Druck anschließend noch zusätzliche, einzelne, fest definierte Sonderfarben verwendet werden, die NICHT während des Druckvorganges gemischt werden, sondern vorher bereits fertig per Hand angemischt wurden. Diese Sonderfarben werden nach dem CMYK-Druck als komplett fertige Farbe („aus der Dose“) auf die entsprechenden Stellen gedruckt - Sonderfarben werden nicht gemischt! Ergänzend dazu besteht auch die Möglichkeit, nur Sonderfarben drucken zu lassen. Hierbei werden die jeweiligen bereits fertig gemischten Sonderfarben ebenfalls als komplett fertige Farbe gedruckt.

Einsatz von Sonderfarben

Der Einsatz von Sonderfarben bei Geschäftsdrucksachen ist meistens dann notwendig, wenn eine vom Corporate Design vorgegebene Hausfarbe sich im CMYK-Druckverfahren überhaupt nicht umsetzen lässt oder der Farbton original eins zu eins wiedergegeben werden muss (Beispiel: Der Anfangsbuchstabe eines großen deutschen Telekommunikationsunternehmens). Eine weitere Notwendigkeit, die den Einsatz von Sonderfarben erforderlich macht, ist die Verwendung von speziellen Farben wie Leuchtfarben oder Gold- und Silbertönen.

Preisgestaltung des 4c-Drucks und Sonderfarben

Ist eine Verwendung von Sonderfarben nicht zwingend erforderlich und das benötigte Produkt im gewünschten Format im Sammeldruck erhältlich, so ist auch die Produktion im Sammeldruck sehr ökonomisch und deshalb ratsam.

Das Teuerste an einem Druckprojekt mit kleinen bis mittleren Auflagen im Offset- oder Siebdruck sind die Rüstkosten. Darunter fallen: Maschine einrichten, Platten (Offset) oder Filme (Siebdruck) belichten, Einschießen der Druckbögen und anfallende Makulatur - das alles ist in der Regel sehr zeit- und kostenintensiv. Bis vor einiger Zeit konnte man die Rüstkostenproblematik kaum umgehen. Die Kosten mussten jedes Mal getragen werden, egal wie hoch die Auflage war.

Heute gibt es den Sammeldruck. Hierbei werden viele verschiedene Motive zusammen auf einen großen Druckbogen gesetzt, um die Rüstkosten auf die einzelnen Kunden aufteilen zu können und den Preis so möglichst niedrig zu halten. Fortdruckkosten fallen an, wenn die Maschine beispielsweise nicht nur 100, sondern 300 Bögen druckt. Diese fallen im Vergleich zu den Rüstkosten nur noch „marginal“ ins Gewicht und können ebenfalls auf die jeweiligen Kunden aufgeteilt werden. Die Preisdifferenz wäre erheblich, wenn jeder Kunde plötzlich im Individualdruck druckte und die kompletten Rüstkosten jeweils allein tragen müsste.

Bedingt durch den Sammeldruck kann es vorkommen, dass nicht alle gewünschten Auflagen erhältlich sind und man sich zwischen der nächstgrößeren oder nächstkleineren Auflage entscheiden muss. Dadurch, dass im Sammeldruck auch die Fortdruckkosten niedrig sind, fällt es meistens nur wenig ins Gewicht, wenn man sich für die nächste größere Auflage entscheidet.

Druck von Sonderfarben

Wenn die Verwendung von Sonderfarben unerlässlich ist oder ein ganz spezielles Format gewünscht wird, ist der Individualdruck die bessere Alternative. Durch die Tatsache, dass nur das zu druckende Objekt auf der Maschine gedruckt wird, können Farbverfälschungen beinahe komplett ausgeschlossen werden. Dadurch wird eine unverfälschte Wiedergabe und individuelle Fertigung garantiert. Allerdings fallen bei dieser Variante die gesamten Rüstkosten an, was vor allem bei kleinen und mittleren Auflagen erheblich ins Gewicht fällt und den Individualdruck gegenüber dem Sammeldruck wesentlich teurer macht.

Fazit

Die Auswahl des Druckverfahrens sollte nicht nur dem Preis untergeordnet werden, sondern auch den Ansprüchen des Druckes. Auflage, Format und Farbgestaltung wirken sich somit direkt auf die Auswahl aus. Druckaufträge müssen daher nach verschiedenen Kriterien beurteilt werden, um sowohl ökonomisch als auch in bester Qualität umgesetzt werden zu können.

(Bild: © Claudia Paulussen - Fotolia.de)