Authentische Führung: In 7 Schritten zur starken Führungspersönlichkeit

Veröffentlicht am 20. April 2017 in der Kategorie Management & People Skills von

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Von Führungskräften werden die unterschiedlichsten Aufgaben verlangt: Sie sollen gefälligst „funktionieren“ und „den Laden am Laufen halten“. Andererseits sollen sie authentisch agieren und jede Stromlinienförmigkeit ablegen.

Ein Spagat, der Führungskräfte zerreißen kann.

Geräuschlose Führungseffektivität und Führungspersönlichkeit mit Ecken und Kanten – zwei Erwartungen, die oft nicht vereinbar sind. Mit geräuschloser Führung ist unauffälliges und ergebnisorientiertes Führen gemeint. Zugleich lieben es die Stakeholder – ob nun Geschäftspartner, Mitarbeiter, Kunden, Kapitalgeber, die Presse oder „die“ Öffentlichkeit –, wenn sie die Firma mit einem Menschen, einem Gesicht verknüpfen können. Das erzeugt Authentizität und Glaubwürdigkeit.
Studien belegen, dass Unternehmer, Manager und Führungskräfte oft weniger aufgrund einer schlechten Performance und unzureichender Leistungen scheitern. „Schuld“ ist eher die unzureichende Wahrnehmung durch die Stakeholder. Das heißt:

Leistung nutzt nichts, wenn sie nicht als solche wahrgenommen wird.

Eine Studie der Roland Berger Strategie Consultant hält fest: „Perception beats Performance“. CEOs würden oft aufgrund von „Perception Problemen“ entlassen. Notwendig ist darum die Umsetzung einer Executive Personal Brand Strategy, die aus sieben Schritten besteht.

Schritt 1: Substanz

Die Sichtbarmachung und Wahrnehmung von Persönlichkeit und Leistung werden immer wichtiger. Allerdings: Eigen-PR allein nutzt nichts, wenn die entsprechenden Leistungen fehlen. Die Entwicklung zur Persönlichkeits-Marke gelingt nur, wenn Substanz die Grundlage ist. Viele Manager und Unternehmer vermuten, sie müssten sich einfach ein einzigartiges Image verschaffen – schon wären sie einzigartig. Das ist ein grober Denkfehler. Denn dann stimmt nur die Hülle, die viel Luft umschließt. Es muss umgekehrt gehen:

Schritt 2: Orginalität

Was macht dich einzigartig? Finde heraus, über welche spezifischen Stärken und Potenziale du verfügst.

  • Welche persönlichen Eigenheiten, welcher persönliche Stil unterscheidet dich von den (meisten) anderen Menschen?
  • Du hast gewiss bestimmte Begabungen – was gibt dir eine unverwechselbare Gestalt?

Selbst wenn du nicht über DIE eine Eigenschaft verfügen, die dich von allen anderen differenziert (was übrigens sehr selten vorkommt): Oft ist es die Kombination mehrerer Eigenheiten, die zur einzigartigen Originalität führt.

Schritt 3: Persönlichkeitskern

Du dringst zu deinem Persönlichkeitskern vor, indem du dich auf das Wesentliche konzentrierst, auf die Essenz, auf das, was dich zu dem macht, was du wahrhaft bist. Leicht gesagt, wie jedoch sieht es mit Umsetzung aus? Was ist das wahrhaft Wesentliche?

Der Renaissance-Künstler Michelangelo (1475-1564) wurde einst gefragt, wie er seine – mittlerweile weltberühmte – David-Skulptur geschaffen habe. Er hatte sie aus einem einzigen Marmorblock gehauen. Seine Antwort:

„Die Figur war schon in dem rohen Stein drin. Ich musste nur noch alles Überflüssige wegschlagen.“

Das ist weniger abstrakt, als es zunächst klingt. Wer zu seinem Persönlichkeitskern vordringen will, begibt sich auf einen langen Reflexionsprozess, der vielleicht niemals vollständig abgeschlossen ist. Aber um dies feststellen zu können, musst du vor allem eines, was die wenigsten wagen: anfangen!

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Schritt 4: Selbstreflexion

Die beste Auskunftsstelle bei der Analyse bist du selbst – in eigener Sache bist du der beste Experte. Habe allerdings keine Angst, dabei auch Schattenseiten zu entdecken. Entscheidend in dieser Phase ist deine Kompetenz zur Selbstbeleuchtung. Aber natürlich gibt es auch dabei eine Art „Betriebsblindheit“: Darum schadet es nicht, wenn du dir Unterstützung holst und andere Menschen fragst, was aus deren Sicht originell und einzigartig an dir ist. Eine Eigenschaft, die für dich selbstverständlich ist – Du hast sie ja, das ist für dich nichts Neues! –, lässt dich in den Augen der anderen als Original, als einzigartiges Individuum erscheinen.

Schritt 5: Sichtbarkeit

Jetzt dreht sich alles darum, das, was dich ausmacht, nach außen zu kommunizieren. Jeder soll wissen, was außer dir niemand zustande bringen kann. Damit sind weniger Aktivitäten wie Werbung und Marketing gemeint, sondern die Verlebendigung deines Persönlichkeitskerns in konkreten Verhaltensweisen und Handlungen. Gib den Menschen in deinem Umfeld die Möglichkeit, dich als das, was du bist, zu erkennen. In der Konsequenz nimmt deine Umgebung dich als kongruente Persönlichkeit wahr.

Schritt 6: Identifikation

Nun fehlt noch der Identifikationsschritt, der die Stakeholder motiviert, dein Unternehmen und dich gleichzusetzen und miteinander zu identifizieren. Du willst dich zum Gesicht deiner Firma entwickeln, du stehst für deine Firma, ihre Produkte und Dienstleistungen. Dies gelingt, indem du nach Gemeinsamkeiten zwischen dir und dem, was du anbietest und verkaufst, suchst und diese gemeinsamen Alleinstellungsmerkmale nach außen kommunizierst. Im Idealfall erkennt zum Beispiel der Kunde in dir dein Produkt oder deine Dienstleistung wieder, und umgekehrt. Und auf der Mitarbeiterebene unterstützen dich deine  Mitarbeiter, weil sie an deine Geschäftsidee, deine Vision und dich glauben.

Schritt 7:  Handeln!

Starte jetzt mit der Umsetzung. Bedenke dabei: Die Entwicklung zur Persönlichkeits-Marke ist ein Prozess. Darum solltest du regelmäßig ein Update vornehmen und kritisch überprüfen, inwiefern du Anpassungen und Veränderungen vornehmen musst. Denn dein persönlicher Stil wird wachsen, sich weiterentwickeln und verändern, die Rahmenbedingungen, in denen du agierst, ebenfalls. Daher ist fortwährende Selbstreflexion erforderlich, um festzustellen, ob deine Alleinstellungsmerkmale noch Gültigkeit besitzen.

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