„Hau in die Tasten, Alter“ – Mit der richtigen Sprache Personallücken besetzen

Veröffentlicht am 24. Mai 2012 in der Kategorie Management & People Skills von

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Fachkraft gewinnenFür alle zart besaiteten Leser ist dieser Beitrag gesperrt. Bitte aus dem Text aussteigen. Für alle anderen geht es hier los: Am Anfang ist der Bedarf. Die Auftragsbücher platzen aus allen Nähten. Das Unternehmen braucht Humankapital. Wenn es die eigene Personalabteilung nicht gebacken bekommt, Leute einzukaufen, dann darf die zweite Garde ran: Die externen Personalbeschaffungsdienste laufen sich warm.

Personalbeschaffungsdienste meist wenig nützlich

Schon aus der Ferne sind die weit geöffneten Geldbörsen zu erkennen. Denn diese Experten kosten richtig Kohle, wie es umgangssprachlich so schön heißt. Und da wären wir auch schon beim Thema - Sprache. Oftmals setzen die Unternehmen Unmengen an Geldern in den Sand, weil viel beschworene Experten die angeblichen Lösungen in der Tasche haben. Haben sie aber oft gar nicht. Viele Personalbeschaffungsdienste setzen die Suche auf die gleiche Art und Weise fort, wie die interne Abteilung sie begonnen hat. Sie lassen sich nur mehr Zeit, was unverhältnismäßig den Umsatz schmälert.

Angebot statt Bewerbung

Lösung? Verbessern Sie bei der Personalsuche zunächst Ihre Einstellung und dann Ihre Sprache. Ein Beispiel: Wer junge Software-Entwickler binden möchte, der muss begreifen, wie ein Großteil von ihnen die Welt sieht. Anders als bei vielen „normalen“ Angestellten, die sich den ganzen Tag darauf freuen, abends dem Arbeitsplatz und damit auch dem Computer zu entfliehen, ticken Programmierer anders. Mental gesehen verlassen sie zwar die Entwickler-Plattformen, physisch bleiben sie jedoch am Rechner kleben. Sie schlüpfen in andere Rollen und stürmen entweder als Soldaten oder Rennfahrer aufs virtuelle Spielfeld. Das mag ein Normalo niemals verstehen und einem Unternehmenslenker vielleicht nicht gefallen. Aber genau die Leute gehören zu Ihrer Zielgruppe. Diese Gamer sind diejenigen, die Sie suchen müssen, weil sie Ihre Unternehmens-Chancen potenzieren können.

Nun stellt sich die Frage, wie man einem Nerd das eigene Unternehmen schmackhaft macht. Ganz einfach: bieten Sie Ihrer Zielperson doch einfach mal an, statt einer Bewerbung ein Angebot abzugeben. Was wäre er bereit Ihnen zu verkaufen? Sie werden überrascht sein, wie viel Wissen und Können plötzlich ans Tageslicht und zu Ihnen ins Unternehmen kommen kann. Es könnte auch sein, dass sich plötzlich neben dem Einserkandidat der Elite-Uni auch ein Studienabbrecher und Lebe-in-den-Tag bei Ihnen meldet. Der Abbrecher als Autodidakt, könnte dem Abschließer sogar den Rang ablaufen.

Fazit

Statt einen Individualisten in eine Form zu pressen, ist es manchmal sinnvoller, die Unternehmensbedürfnisse den Fähig- und Fertigkeiten der Mitarbeiter anzupassen. Dass ein solches Denken nur langsam und organisch wachsen kann, ist logisch. Dennoch: der Zeitpunkt ist gekommen, mal wieder den Grips einzuschalten. Die Aufmerksamkeit eines Entwicklers lässt sich mit einem QR-Code in der Stellenanzeige gewinnen. Dieser führt zu einem kostenlosen Spieledownload, der dann wiederum unterhaltsam die Firma repräsentiert. Bitten Sie den Anwender, also die Zielgruppe, sich mit einem Feedback bei Ihnen zu bewerben. Klingt nach einer besseren Alternative, als alles auf die grüne Karte zu setzen.

Ein letzter Tipp noch: Wenn ein Neuankömmling mal „Alter“ sagen sollte, dann ist das meistens keine Beleidigung.

(Bild: © Doc RaBe - Fotolia.de)