Streit, Zoff und Ärger im Büro – reden Sie mehr miteinander!

Veröffentlicht am 20. Oktober 2009 in der Kategorie Management & People Skills von

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Fotolia_5579681_XSKommt es in Ihrem Unternehmen oder in der Zusammenarbeit mit Partnern zu Konflikten? Sicherlich! Denn kaum ein Miteinander ist konfliktfrei. Entscheidend ist die Frage, wie Sie damit umgehen.

Bringen Sie Ihre volle Kraft in die sachliche Arbeit und sparen Sie sich die Energie und Zeit für aufreibende Streitereien.

Das funktioniert, wenn Sie sich ein paar einfache Werkzeuge der Kommunikation aneignen. Dazu gilt frei nach Konrad Lorenz:

  • Gedacht heißt nicht gesagt,
  • gesagt heißt nicht gehört,
  • gehört heißt nicht verstanden,
  • verstanden heißt nicht einverstanden,
  • einverstanden heißt nicht angewendet,
  • angewendet heißt nicht beibehalten!

Reden Sie miteinander, um Ihre Gedanken auszutauschen. Es zählt nur, was gesagt ist. Andere Menschen sind keine Gedankenleser. Hören Sie Ihrem Gesprächspartner zu! Nicht nur zwischen Tür und Angel, sondern auch mal ganz in Ruhe. Je mehr Sie das Gefühl haben, dass etwas nicht stimmt oder es Reibereien gibt, umso wichtiger ist das persönliche Gespräch.

Wenn Sie Ihrem Gegenüber zugehört haben, fassen Sie zusammen, was Sie gehört haben. Oft kommt dabei raus, dass Ihr Gesprächspartner sagt: „Nein, so habe ich das nicht gemeint“ oder „Das habe ich nicht gesagt.“ Fragen Sie solange nach, bis er sagt: „Ja, genau darum geht es!“ Wichtig ist, dass Sie erst einmal gegenseitig sicher sind, dass Sie verstehen, was der andere meint.

Aussagen haben mitschwingende Aspekte, die jeder Zuhörer anders wahrnimmt. Der eine hört mehr auf die sachlichen Aspekte, der andere mehr auf zwischenmenschliche Untertöne. Wenn Sie verstanden haben, worum es Ihrem Gegenüber geht, ist es nicht erforderlich, seine Sicht der Dinge teilen. Sie müssen nicht einverstanden sein. Es geht erstmal nur darum, seine Sicht nachzuvollziehen. Wenn Sie das erreicht haben, haben Sie die Chance, offen darüber zu diskutieren.

Finden Sie heraus, was für Interessen Ihr Streitpartner verfolgt. Häufig entstehen Konflikte, weil die Gesprächspartner auf ihren Positionen beharren und nicht sagen, was ihnen dabei wichtig ist. Hier ein Beispiel aus dem Büroalltag:

  • Die Positionen von Personen A und B sind gleich. Beide sagen: „Ich will das Büro an der Ecke haben!“
  • Wenn beide anstelle der Position sagen, was Ihnen wichtig ist, kommen dabei andere Aussagen heraus. Die können dann sein:
  • A: „Ich möchte mein Fahrrad im Hof aus dem Fenster sehen können, damit ich es vor Dieben schützen kann.“
  • B: „Ich möchte das Büro neben der Kollegin X haben, weil wir soviel zusammenarbeiten.“
  • Beide Bedürfnisse, Fahrradschutz und räumliche Nähe zur Kollegin, können mit dem Erhalt des Eckbüros befriedigt werden – aber auch auf anderem Weg.
  • Wenn Sie wissen, worum es dem anderen wirklich geht, können Sie viel offener Lösungswege finden. Seien Sie offen für kreative Ideen! Wenn das Fahrrad in Zukunft sicher in der Abstellkammer stehen darf, überlässt der Kollege Ihnen vielleicht gerne das von beiden begehrte Eckbüro.

Wenn Sie sich auf konkrete Verhaltensweisen oder Abkommen geeinigt haben, stellen Sie durch schriftliche Vereinbarungen sicher, dass alle sich daran halten und es auf Dauer beibehalten.

Wenn es mit bestimmten Menschen immer wieder zu Konflikten kommt, kann eine professionelle Konfliktmoderation oder Mediation weiterhelfen. Je tiefer Sie in den Konflikten stecken, je unlösbarer sie erscheinen, umso hilfreicher sind externe Konfliktmanager, die Ihnen mit dem Blick von außen helfen können, wieder auf einen konstruktiven Weg zu gelangen.

(Bild: © Wolf - Fotolia.com)