Personalbeschaffung: 10 Tipps für erfolgreiche Online-Stellenanzeigen!

Veröffentlicht am 18. März 2011 in der Kategorie Management & People Skills von

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Unternehmen unter 50 Mitarbeitern haben meist keine eigenen HR-Spezialisten an Bord. Bei größeren mittelständischen Wachstumsunternehmen ist die Personalabteilung häufig mit einer Person besetzt, oder die Geschäftsführung kümmert sich persönlich um die Personalbeschaffung.

Wenig HR-Manpower, hoher Personalbedarf: Recruiting wird für mittelständische Wachstumsunternehmen schnell zum Spagat. Doch wenn sie auf einige Dinge bei ihren Online-Stellenanzeigen achten, können sie ihre Chancen im Wettbewerb um die besten Köpfe deutlich erhöhen.

1. Frühzeitig planen

Für eine optimale Stellenbesetzung sollte eine Stellenanzeige rechtzeitig veröffentlicht werden, das heißt spätestens zwei Monate vor der geplanten Einstellung der neuen Mitarbeiter. Je nach gesuchter Qualifikation und der entsprechenden Lage auf dem Arbeitsmarkt sind aber auch weitaus längere Planungszeiträume notwendig. Fangen Sie frühzeitig mit der Arbeit an der Ausschreibung an und klären Sie zum Beispiel den konkreten Bedarf sowie die Tätigkeits- und Qualifikationsprofile mit den fachlichen Ansprechpartnern im Unternehmen.

2. Marktlage überprüfen

Machen Sie sich klar, was der Arbeitsmarkt aktuell für das gesuchte Qualifikationsprofil hergibt. Reicht eine einfache Ausschreibung oder sollten Sie zusätzlich weitere Kanäle aus dem Mediennetzwerk der Jobbörse hinzuziehen?

3. Anzeige zu einer aussagekräftigen Präsentation nutzen, klar gliedern und formulieren

Sie zahlen bei Online-Anzeigen kein „Zeilengeld“. Nutzen Sie die Gelegenheit, um sich ausführlich als Arbeitgeber zu präsentieren und die Stelle möglichst anschaulich zu beschreiben. Machen Sie die einzelnen Abschnitte der Anzeige durch Zwischenüberschriften kenntlich (zum Beispiel „Über uns“, „Ihre Aufgabe“, „Ihr Profil“). Bleiben Sie unter den Überschriften beim Thema, das heißt sprechen Sie in der Tätigkeitsbeschreibung zum Beispiel ausschließlich über die Aufgabe, nicht über die Anforderungen.

Sie schreiben für Externe: Formulieren Sie das Unternehmensporträt, die Aufgabenbeschreibung und das Anforderungsprofil möglichst nachvollziehbar und in einfacher Sprache: So wie Sie Ihren Bewerbern die Position im Gespräch erklären würden. Verzichten Sie auf firmeninterne Begriffe.

4. Auf ein aussagekräftiges Unternehmensporträt achten

Gerade für Mittelständler ist das besonders wichtig. Ihr Unternehmen ist nicht allen Kandidaten bekannt. Verlieren Sie sich jedoch nicht in Einzelheiten, sondern teilen Sie auf knappem Raum das Wichtigste über Sie als Arbeitgeber mit. Als Faustregel sollte das Unternehmensporträt nicht mehr als ein Viertel der Anzeige einnehmen.

5. Attraktivitäts-Abschnitt formulieren

Das Thema Attraktivität als Arbeitgeber können mittelständische Unternehmen in ihren Stellenanzeigen aus dem Unternehmensporträt ausklammern und ihm einen eigenen Abschnitt widmen. Dieser umfasst Ihr Angebot an potenzielle Bewerber, das Sie als letzten Gliederungspunkt der Anzeige vor der Kontaktzeile in die Ausschreibung integrieren.

Passende Zwischenüberschriften sind zum Beispiel „Was wir bieten“ oder „Ihre Perspektive“. Hier können Sie die eigenen Pluspunkte noch einmal hervorheben – etwa kurze Entscheidungswege oder große Mitgestaltungsmöglichkeiten. Auch zur Attraktivität Ihres Standorts können Sie ein paar Zeilen schreiben, gerade wenn es sich um eine kleine Stadt handelt. Jungen Familien zum Beispiel bietet gerade eine Lage außerhalb der städtischen Ballungsräume Vorteile (niedrigere Mieten, hoher Erholungswert in der Freizeit etc.).

6. Die Tätigkeitsbeschreibung nachvollziehbar gestalten

Beschreiben Sie eine Aufgabe im Unternehmen und listen Sie nicht einfach Einzeltätigkeiten auf. Geben Sie auf die Bewerberfrage Antwort: Was ist meine Rolle im Unternehmen? Schreiben Sie möglichst konkret, nutzen Sie starke Verben und verzichten Sie nach Möglichkeit auf Substantivierungen („ung“-Formen).

7. Ein Anforderungsprofil ohne Drohgebärden verfassen

Schreiben Sie keine Wunschlisten, sondern versuchen Sie möglichst einen Typus zu skizzieren, der in sich stimmig ist. Beschränken Sie sich auf wenige Qualifikationen und Kompetenzen, die ihnen besonders wichtig ist. Verzichten Sie auf Drohgebärden („Sie müssen…mitbringen“, „sind unbedingte Voraussetzungen“)

8. Kontaktmöglichkeiten bieten

Am besten zu einem persönlich benannten Ansprechpartner im Unternehmen - mit persönlicher E-Mailadresse und Telefonnummer. Kandidaten schätzen das.

9. Auf AGG-Fallen achten

Schreiben Sie die Position konform zum Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz aus, das heißt neutral im Hinblick auf Geschlecht, Alter, ethnischen Hintergrund, sexuelle Identität, Behinderung sowie Religion und Weltanschauung. Benutzen Sie zum Beispiel auch bei als „typisch weiblich“ geltenden Berufen wie „Chefsekretärin“ eine geschlechtsneutrale Formulierung („Chefsekretär/in“).

10. Professionelle Unterstützung von Ihrem Jobbörsen-Partner einholen

Zum Beispiel bei der Rubrizierung, oder dem Layout. Einige Jobbörsen bieten Anzeigenkunden zudem eine kostenlose E-Recruitingsoftware, sie verschafft schon bei geringen Fallzahlen Zeit- und Kostenvorteile, wenn es darum geht, Bewerbungen zu bearbeiten.

(Bild: © Olivier Le Moal – Fotolia.com)