Nativ, webbasiert oder Responsive? So machen Sie Ihren Shop mobil!

Veröffentlicht am 17. Juli 2013 in der Kategorie IT & Technik von

Themen: , , , , ,

Responsive web design in electronic devices vector eps10Laut dem Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) gehen Branchenexperten von einem schnelleren Umsatzwachstum im Mobile Commerce als im gesamten E-Commerce aus. Grund dafür ist die schnelle Verbreitung von mobilen Endgeräten wie zum Beispiel Smartphones und Tablets. Da stellt sich die Frage für jeden, wie er seine Website oder seinen Shop am besten auf den Zugriff über mobile Endgeräte vorbereitet.

Prinzipiell gibt es heute drei verschiedene Ansatzpunkte, die für die „Mobilisierung“ in Frage kommen: die native App („App“ steht für „Application“, zu Deutsch; „Anwendung“), die webbasierte App und das sogenannte Responsive Design. Alle drei sind recht unterschiedlich und haben verschiedene Vor- und Nachteile. Damit Sie wissen, wobei es sich im Einzelnen handelt, worin die Unterschiede liegen und was vielleicht für Sie am ehesten in Frage kommt, finden Sie im Folgenden eine Auflistung über alle relevanten Informationen.

Die native App

Die native App zeichnet sich dadurch aus, dass sie für die entsprechende Geräte-Hardware (Android, Apple, Blackberry und Windows Phone) konzipiert und auf diese abgestimmt wird. Der Vorteil nativer Apps liegt vor allem in der stärkeren Integration in das jeweilige Betriebssystem, um zum Beispiel auf das Kartenmaterial zuzugreifen oder Push Notifikationen an den Endkunden zu versenden. Darüber hinaus überzeugt die native App durch Anwenderfreundlichkeit und hohe Performance. Somit lassen sich native Apps auch offline, ohne Datenverbindung nutzen und verzeichnen eine deutlich schnellere Performance, da die meisten Daten bereits auf dem Endgerät gespeichert sind und nicht mehr heruntergeladen werden müssen. Hinzu kommt, dass sich die native App einfach über die zentrale Vertriebsplattform des Anbieters vermarkten lässt.

Auf der Minusseite stehen die Kosten für die Entwicklung. Da die native App speziell auf die Geräte-Hardware abgestimmt wird, ist die Entwicklung nicht nur komplexer sondern auch kostspieliger. Um den Markt vollständig zu bedienen, wird somit für jedes Betriebssystem und zusätzlich zu jeder Geräte-Klasse (Smartphone und Tablet) eine eigene App benötigt. Ein weiterer Negativ-Faktor ist die Auffindbarkeit von nativen Apps. Da diese nur auf direkte Suchanfrage im App Store zu finden sind, sollte man abwägen, wie wahrscheinlich es ist, dass der Endkunde direkt im App Store danach sucht.

Zwischen-Fazit

Damit der Kunde das Angebot auch wahrnimmt, sollten die nativen Apps im E-Commerce generell kostenlos angeboten werden. Dennoch ist der Entwicklungsaufwand nativer Apps, die für unterschiedlichen Betriebssystem und Geräte-Hardware zur Verfügung stehen sollen, hoch. Die native App entwickelt sich nur dann zu einer lukrativen Einnahmequelle, wenn der Kunde ein besonderes Shoppingerlebnis durchläuft. Dies kann durch den Zugriff auf Hardwarefunktionen wie zum Beispiel das Passbook, welches aktuell von Apple angeboten wird und dem Endkunden zielgerichtete Gutscheine und andere virtuelle Objekte zusendet, geschehen. Somit kann die native App dem Kunden einen besonderen Mehrwehrt bieten. Native Apps werden vorzugsweise von Marken genutzt, die bereits einen hohen Bekanntheitsgrad vorweisen können.

Die webbasierte App

Die webbasierte App ist eine speziell programmierte Website App, die optimiert auf dem Endgerät dargestellt wird. Der Zugang erfolgt über den Internet Browser und bietet im Idealfall eine Benutzeroberfläche, die sich in das mobile Endgerät optisch und ergonomisch integriert. Der wohl größte Vorteil von Web basierten Apps ist, dass sie unabhängig vom Betriebssystem sind und somit auch nicht vor der Veröffentlichung, von den App Store Anbietern überprüft werden müssen. Das hat zur Folge, dass die App schneller publiziert werden kann. Darüber hinaus ist die Entwicklung webbasierter Apps im Regelfall deutlich günstiger als die nativer Apps.

Der größte Nachteil von webbasierten Apps ist das komplett unterschiedliche User-Interface, was teilweise dazu führt, dass man als Desktopbenutzer auf der mobilen Seite landet. Hinzu kommt, dass die webbasierten Apps im Bereich Technik noch nicht voll ausgereift sind. Somit besteht nur eingeschränkt die Möglichkeit auf Hardwarefunktionen zurückzugreifen. Darüber hinaus imitieren webbasierte Apps nur das Verhalten von nativen Apps und sind deutlich langsamer in der Performance.

Zwischen-Fazit

Eine webbasierte App ist kostengünstiger und lässt sich ohne viel Aufwand schnell online publizieren, auch wenn aus technischer Sicht nicht alles optimal ist.

Das Responsive-Design

Responsive Webdesign ermöglicht ein einheitliches Anzeigen von Inhalten auf einer Website. Hierbei wird der Internetauftritt so gestaltet, dass er sich flexibel auf jedes mobile Endgerät übertragen lässt - Laptop, Tablet und Smartphone. Somit wird eine gleichbleibende Benutzerfreundlichkeit gewährleistet. Die Vorteile von Responsive Webdesign überwiegen, trotz hoher Erstinvestitionskosten. So ist der Pflegeaufwand deutlich geringer als bei webbasierten oder nativen Apps, da der Content nur einmalig angepasst werden muss. Darüber hinaus bietet Responsive Design dem Endkunden einen sehr hohen Wiedererkennungswert, was sich positiv auf die Usability auswirken kann.

Schlussfolgerung

Wiedererkennungswert ist im Onlinegeschäft ein sehr entscheidender Faktor. Wo native und webbasierte Apps oft abweichen, setzt Responsive Design an. Längst findet das Web nicht mehr nur auf dem PC statt, sondern auf allen möglichen Endgeräten in den verschiedensten Größen. Responsive Design ermöglicht es dem User das perfekte Shoppingerlebnis zu bieten und dabei die eigene Identität zu unterstreichen. One site fits all – ist hier der leitende Satz.

(Bild: © mpfphotography - Fotolia.de)