Informationen schützen – aber richtig! (Teil IV): Datensicherheit beim Dialogmarketing

Veröffentlicht am 14. April 2011 in der Kategorie IT & Technik von

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Wer kennt es nicht: Unternehmen versuchen über viele Wege, an unsere persönlichen Daten zu kommen. Sei es bei Gewinnspielen auf Messen, im Kaufhaus oder beim Einkauf mit Kundenbindungssystemen wie Payback oder DeutschlandCard.

Viele Menschen freuen sich auf einen Gewinn oder über die Anreize und denken wenig darüber nach, wofür ihre Daten außerdem genutzt werden. Dabei müssen sie zustimmen, um Ihre Adressdaten für andere Zwecke freizugeben. Dies geschieht in aller Regel mit der Unterschrift auf dem Gewinnspiel stimmen. Die wenigsten wissen dabei, wofür genau ihre Daten genutzt werden.

In der Presse wird oft berichtet, welche Pannen es in letzter Zeit mit personenbezogenen Daten gab. So ist in der Zeitschrift Finanztest 2/2011 nachzulesen, dass Facebook über die Funktion „Freundefinder“ personenbezogene Daten wie E-Mail-Adresse oder Telefonnummer von Nutzern ausspäht, die nicht bei Facebook angemeldet sind: „Der Freundefinder ist ein Datenrisiko für alle. Mit ihm erlauben Facebook-Nutzer dem Netzwerk, das Adressbuch von ihrem Computer einzulesen. So gelangen Namen, E-Mail-Adressen und Telefonnummern von Menschen zu Facebook, die gar nichts davon wissen. Sie bemerken das erst, wenn sie eine E-Mail bekommen, in der sie zum Mitmachen aufgefordert werden.“

Genau aus diesen Gründen gibt es immer mehr Menschen, die misstrauisch werden und ihre persönlichen Daten schützen möchten. Sie stimmen daher der weiteren Verwendung Ihrer Daten nicht zu. Auf der anderen Seite ist Marketing eine unternehmerische Notwendigkeit, potenzielle Kunden gezielt und qualitativ anzusprechen ist für Anbieter überlebenswichtig.

Personenbezogene Daten im Dialogmarketing

Vor allem im Dialogmarketing werden personenbezogene Daten verarbeitet, ein wesentlicher Bestandteil in dieser Branche. Die entsprechenden Unternehmen sind deshalb auf die Zustimmung zur Nutzung dieser Daten angewiesen. Weil nun jeder Mensch das Recht hat, die Verarbeitung seiner persönlichen Daten zu verweigern, gibt es eine sogenannte „Robinsonliste“. Diese Liste wird zur „Auswaschung“ der Daten herangezogen. Am Ende bleiben nur die personenbezogenen Daten derer übrig, die dem Erhalt von Werbung zugestimmt haben.

Das weitere Vorgehen baut dann auf die Frage: Was ist erlaubt, was ist sinnvoll, was erhöht das Vertrauen der potenziellen Kunden in Marketingaktionen oder Marktforschung? Bei aller Skepsis darf dennoch nicht vergessen werden, dass es ohne Marktforschung keine oder nur wenige praktische und „stylische“ Produkte gäbe!

Um Missbrauch zu verhindern, ist es die Aufgabe der Agenturen für Dialogmarketing, die personenbezogenen Daten angemessen zu schützen und Grundvertrauen in seriöses Dialogmarketing zu schaffen. Wie schafft es eine seriöse Dialogmarketing-Agentur, sich von den „schwarzen Schafen“ der Branche abzugrenzen?

Fünf Tipps, wie Sie seriöses Dialogmarketing betreiben

  1. Sorgen Sie für transparente Prozesse – was passiert mit den Daten?
  2. Schützen Sie die personenbezogenen Daten durch den gesamten Prozess, um Integrität und Vertraulichkeit unbedingt aufrecht zu erhalten.
  3. Sorgen Sie für klare Verhältnisse mit Ihren Auftragnehmern und Auftraggebern durch eindeutig geklärte Auftragsdatenverarbeitungsverhältnisse gemäß BDSG.
  4. Reagieren Sie proaktiv auf mögliche Datenschutzverletzungen – kommunizieren Sie mit Ihren Kunden und sorgen Sie dafür, dass Sie im Zweifelsfall schnell alle erforderlichen Maßnahmen einleiten können.
  5. Sorgen Sie für Vertrauen – zum Beispiel mit einem Informationssicherheitsmanagementsystem nach DIN ISO 27001.

Weitere Artikel dieser Serie:

Informationen schützen – aber richtig! (Teil I): Sicherheit im Web 2.0
Informationen schützen – aber richtig! (Teil II): Dokumentation der IT-Landschaft
Informationen schützen – aber richtig! (Teil III): Wirtschaftsspionage
Informationen schützen - aber richtig! (Teil V): Die Organisation

(Bild: © velusariot – Fotolia.com)