Der Businessplan für den Gründungszuschuss: So maximieren Sie Ihre Chancen!

Veröffentlicht am 3. April 2013 in der Kategorie Gründung & Selbständigkeit von

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GeschäftsideeDa die Quote der Ablehnungen bei Gründungszuschuss-Anträgen bei der Arbeitsagentur im vergangenen Jahr deutlich zugenommen hat - 2012 wurden nach Angaben der Arbeitsagentur über 80 % weniger Anträge bewilligt als noch im Jahre 2011 - gilt es, die verbliebenen Chancen so gut wie möglich zu nutzen.

Im vergangenen Jahr hat sich eine Reihe von gängigen Ablehnungsgründen herauskristallisiert - einige dieser Gründe können bei guter Vorbereitung entkräftet werden. Insbesondere im Businessplan kann man einigen Argumenten bereits begegnen. Folgende Inhalte im Businessplan können die Chancen auf den Gründungszuschuss deutlich erhöhen.

Zwei Liquiditätspläne im Businessplan

Ein häufiger Ablehnungsgrund der Arbeitsagentur ist die Feststellung, dass der Gründer den Gründungszuschuss überhaupt nicht nötig hat, da er laut selbst erstelltem Businessplan bereits in den Anfangsmonaten genug Umsätze erwirtschaftet, um den Lebensunterhalt daraus bestreiten zu können. Dies geschieht insbesondere dann, wenn die kumulierte Liquidität in den ersten 6 Monaten des Liquiditätsplans positiv (wie sie eigentlich auch sein sollte) ist.

Es gilt jedoch, im besonderen Fall der Gründungszuschuss-Beantragung darzustellen, dass die Liquidität in den ersten Monaten negativ und nur bei Gewährung des Gründungszuschusses positiv ist. Um dies klar hervorzuheben, ist zu empfehlen, zwei Liquiditätspläne zu erstellen - den einen ohne Gründungszuschuss (was eine negative Liquidität in den Anlaufmonaten zur Folge haben sollte) und den anderen mit Gründungszuschuss (wodurch die Liquidität positiv werden sollte). Es ist also eine Gratwanderung hierbei die richtigen Umsätze und Betriebskosten festzulegen.

Mindestumsatzberechnung

Mit einer Mindestumsatzberechnung im Businessplan kann man nochmals nachhaltig unterstreichen, dass das avisierte Unternehmen einer gewissen Anlaufphase (ca. 6 Monate) bedarf, bis ein tragfähiger Umsatz erzielt werden kann. Bei einer Mindestumsatzberechnung berechnet man den Jahresumsatz der nötig ist, um die privaten Ausgaben (den Unternehmerlohn) des Existenzgründers zu tragen. Hierbei zieht man von den jährlichen Betriebskosten die Abschreibungen ab. Hierzu addiert werden der anzusetzende Unternehmerlohn sowie die jährlichen Tilgungsleistungen. Multipliziert man die Summe mit 100 und dividiert folgend das Ergebnis mit dem durchschnittlichen Rohertrag, so erhält man den Mindestumsatz. Idealerweise liegt der Mindestumsatz etwas unter dem Umsatz, der in der Umsatzplanung des Businessplans prognostiziert wird.

Darstellung des Existenzgründers

Ein sehr häufiger Ablehnungsgrund der Arbeitsagentur ist die gute Vermittelbarkeit im Arbeitsmarkt einiger Existenzgründer. Mit besserer Ausbildung und längerer Berufserfahrung sinken also - so paradox es auch klingen mag - die Chancen auf die Bewilligung des Gründungszuschusses. Um diesem Argument stichhaltig zu begegnen, gibt es diverse Möglichkeiten, die Sie bereits im Vorfeld der Antragstellung mit einem versierten Unternehmensberater besprechen sollten. Auch im Businessplan kann man hier gegensteuern, indem man sich als Gründer sehr enge Kompetenzen zuspricht.

Im Businessplan empfiehlt es sich also, das Kapitel „Unternehmertyp“ dazu zu nutzen, die Arbeitsagentur eingehend darauf hinzuweisen, dass man sehr bzw. „zu spezialisiert“ ist, um von einem Arbeitgeber beschäftigt zu werden. Mehreren Arbeitgebern (als Auftraggebern in der Selbständigkeit) seine Dienste anzubieten, würde wesentlich mehr Sinn machen, da die Kosten für die Leistung entsprechend von den jeweiligen Auftraggebern geteilt werden können. Führen Sie außerdem jedes erdenkliche (jedoch natürlich wahrheitsgemäße) Argument an, warum eine Festanstellung für Sie nicht in Frage kommt.

Antrag auf jeden Fall stellen

Auch wenn einem der zuständige Sachbearbeiter bei der Arbeitsagentur jeglichen Mut zur Beantragung nehmen möchte, kann man nur empfehlen, den Antrag trotzdem zu stellen. Die erschreckenden Zahlen des vergangenen Jahres 2012 (über 80 % weniger Bewilligungen als im Vorjahr) basieren nämlich maßgeblich auch darauf, dass wesentlich weniger Anträge überhaupt gestellt worden sind. Dazu kommt, dass die Arbeitsagentur nach Jahreswechsel 2012/2013 nun bemerkt hat, dass Sie mit ihren Einsparungen deutlich über das Einsparungsziel hinausgeschossen hat. In den letzten Monaten bemerkt man bereits eine deutlich höhere Zusagenquote.

(Bild: © Marco2811 - Fotolia.de)