Factoring: Die alternative Finanzierungsform für KMU

Veröffentlicht am 28. Oktober 2008 in der Kategorie Finanzen & Steuern von

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Factoring: Die alternative Finanzierungsform für KMU

Der Zusammenbruch der internationalen Finanzmärkte im Jahr 2014 hat immer noch enorme Auswirkungen auf den Mittelstand. Oberstes Ziel der Unternehmen ist deshalb auch heute noch die Sicherung der eigenen Liquidität, um handlungsfähig zu bleiben.

Umso wichtiger ist es, die klassische Hausbankfinanzierung mit alternativen Finanzierungsinstrumenten zu ergänzen. Mehr als 10.000 kleine und mittelständische Unternehmen haben das bereits erkannt und sind dank Factoring liquide.

So funktioniert Factoring!

Beim klassischen Full-Service Factoring sind mit

  • der Finanzierung,
  • der Versicherung der Forderungsausfälle und
  • dem Debitorenmanagement

alle Aspekte des Factorings in einer Dienstleistung vereint. Neben dieser Variante gibt es in der Praxis viele weitere Factoring-Modelle, die je nach Art des Unternehmens und den spezifischen Gegebenheiten eingesetzt werden.

Finanzierung von Forderungen

Viele Unternehmen haben volle Auftragsbücher und wollen ihr Geschäft ausweiten, stoßen aber finanziell schnell an ihre Grenzen, wenn ihre Abnehmer lange Zahlungsziele beanspruchen. Bei den meisten Gesellschaften steht deshalb die Finanzierung im Vordergrund.

Der Unternehmer erhält einen sofortigen Liquiditätszufluss durch den Verkauf seiner Forderungen. Er muss nicht warten, bis der Debitor die ausstehenden Rechnungen begleicht, sondern bekommt rund 80 Prozent der Summe innerhalb von zwei Werktagen ausgezahlt. Die restliche Summe dient als Sicherheitseinbehalt für den Fall, dass der Debitor die Rechnung kürzt und wird abzüglich einer Gebühr ausgezahlt, wenn der Factor die Rechnungssumme durch den Debitor erhalten hat.

Die fortlaufende Sicherstellung der Liquidität bringt viele Vorteile. Ein Unternehmer kann zum Beispiel Rechnungen seiner Lieferanten eher begleichen und so im Einkauf Skonto realisieren. Im Gegenzug kann er seinen Kunden längere Zahlungsziele einräumen, was ihm einen Wettbewerbsvorteil verschafft.

Factoring ist eine umsatzkongruente Finanzierung - der Unternehmer profitiert davon nicht nur im Fall von steigenden Umsätzen, sondern auch bei saisonalen Schwankungen wie beispielsweise im Vorweihnachtsgeschäft in vielen Konsumgüterbranchen.

Ausfallschutz

Neben der Finanzierung übernimmt der Factor auch das Ausfallrisiko der Forderungen (echtes Factoring). Hier sichern sich Factoringgesellschaften durch den Abschluss einer Warenkreditversicherung im Hinblick auf den jeweiligen Debitor ab. Für jeden Debitor wird ein Ankauflimit vergeben, bis zu dessen Höhe der mögliche Forderungsausfall durch die Warenkreditversicherung abgedeckt ist. Wird nun ein Debitor zahlungsunfähig, so trägt der Factor dieses Risiko.

Debitorenmanagement

Neben der Finanzierung und dem Ausfallschutz ist das Outsourcing des Forderungsmanagements ein weiterer Vorteil für den Einsatz. Dazu gehört neben der Debitorenbuchhaltung auch das Mahnwesen. Der Factor verbucht sämtliche Ausgangsrechnungen und stellt seinen Kunden eine taggenaue Debitorenbuchhaltung zur Verfügung.

Sollte doch einmal ein Debitor nicht bezahlen, betreibt die Factoringgesellschaft das Mahn- und Inkassowesen. Factoringkunden sparen durch die Auslagerung Zeit und Geld. Sie wissen, dass das Debitorenmanagement professionell betreut wird und können sich auf ihr Kerngeschäft konzentrieren.