Mach‘ das was du kannst, aber außerhalb deiner Komfort-Zone!

Veröffentlicht am 3. September 2015 in der Kategorie Management & People Skills von

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Warum sind immer noch so viele Menschen darauf fokussiert ihre Schwächen zu stärken? Wieso stecken wir so viel Energie und Geld in Kurse und Weiterbildungen für Bereiche, in denen wir nie sehr gut sein werden? Die wirklich erfolgreichen Unternehmer und Führungskräfte fokussieren sich vor allem auf Ihre ganz besonderen Stärken.

Schwächen schwächen oder Stärken stärken: Was bringt mehr, welcher Typ bist du?

Stärken stärken oder Schwächen schwächen

Zwei Welten stoßen hier aufeinander. Zum einen das „Ausbildungsmodell“. Hier geht man davon aus, dass jeder so ziemlich alles erlernen kann. Vor allem mit der richtigen Motivation und der notwendigen Ausbildung.

Und dann gibt es das „Stärkenmodell“. Hier geht man davon aus, dass jeder nur ein paar wenige Dinge wirklich hervorragend kann. Und mit der richtigen Motivation und Ausbildung kann man in diesen Dingen sogar „Weltklasse“ werden.

Was ist das richtige Modell für unsere Zukunft? Ich sehe immer mehr Beweise dafür, dass die Zukunft dem Stärkenmodell gehört. Weil es heute einfach sehr viel hilfreicher für unseren Erfolg ist.

Die Komfort- oder die Abenteuerzone?

Alles beginnt mit der ersten wichtigen Frage:

„Welche Art von Ziel habe ich für mich und mein Team/Unternehmen in diesem Jahr gesetzt?“

Sind es Ziele, die einen selbst und das Team in der Komfort- oder Bekanntheitszone halten werden? Ziele, bei denen man primär nur das tun möchte oder müsse, was man bereits kennt und kann?

Oder handelt es sich um Ziele die man selbst und das Team/Unternehmen hinaus in die Abenteuerzone tragen wird? Neue und sehr viel größere Ziele, wo man nicht wissen kann, ob man diese auch schaffen wird. Ziele, wo es sehr stark darum geht, sehr viel

  • neugieriger
  • offener
  • kreativer
  • innovativer
  • lösungsorientierter
  • schneller und mutiger zu sein.

Wer Lust auf GRÖSSER hat – also aus der Komfortzone ausbrechen möchte – der wird in jedem Fall enorm vom Stärkenmodell profitieren.

Was ist das Stärkenmodell?

Life begins at the end of your comfort zoneDer Kern vom Stärkenmodell – sich in der Stärkenzone aufzuhalten - ist sehr einfach erklärt.

  1. Primär (60-80% der Zeit) sollte man nur das tun, was man hervorragend kann.
  2. Das was man nicht sehr gut kann (unsere Schwächen), sollte man selbst gar nicht mehr tun. Diese Dinge sollte man an die Personen im Team abgeben, die darin eine Stärke besitzen.

Auf diese Weise werden die eigenen Schwächen bedeutungslos.

Die 3 wichtigsten Grundsätze vom Stärkenmodell

  1. Nur mit unseren besonderen Stärken werden wir am schnellsten die besten Ergebnisse und Resultate produzieren. Nur diese sollten weiter gestärkt (und trainiert) werden. Diese Stärken bewusst stärken.
  2. Wir sollten primär in unserer Arbeit/Team nur mit den Dingen beschäftigen, die unseren besonderen Stärken entsprechen.
  3. Aufhören unsere Schwächen zu trainieren und lieber diese Aktivitäten an Personen übergeben, die darin eine besondere Stärke besitzen (bewusst und kontinuierlich ein Stärkenteam aufzubauen).

Die Vorteile vom Stärkenmodell

Es spricht enorm viel für das Stärkenmodell. Im besonderen, dass es uns hilft:

  • mehr von dem zu tun, was wir lieben und besonders gut können, um dadurch sehr viel schneller und leichter, sehr viel bessere Resultate zu kreieren
  • automatisch sehr viel interessierter, wissbegieriger und neugieriger und dadurch auch sehr viel kreativer zu sein
  • für unsere internen und externen Kunden den größten Mehrwert zu kreieren (den mit unseren Schwächen begeistern wir niemanden)
  • eine sehr hohe und beständige natürliche (intrinsische - von innen kommende) Motivation zu haben

Es ist ganz eindeutig, eines der besten Hilfsmittel für natürliche und beständige Spitzenleistung.

Wann funktioniert das Stärkenmodell am besten?

Erfolg im Job durch StärkeDamit das Stärkenmodell für einen selbst und das Team/Unternehmen am besten funktioniert – und ich arbeite damit bereits seit mehr als 15 Jahren – sind vier Dinge notwendig:

  1. Die eigenen Stärken & Schwächen erkennen
  2. Die eigenen Stärken bewusst zu stärken und weiter auszubauen und zu entwickeln
  3. Die Möglichkeit in der täglichen Arbeit zu erhalten, auch primär die Dinge zu tun, die den eigenen Stärken entsprechen
  4. Das im Lauf der Zeit ein Stärkenteam entsteht – damit das, was wichtig und notwendig ist, aber nicht den eigenen Stärken entspricht von einer Person übernommen wird, die genau darin besondere Stärken hat

Welche Schwierigkeiten könnten auftreten?

>>> Es gibt beispielsweise noch keine Einigung darüber, ob wirklich jeder Mensch ganz besondere Stärken und Talente besitzt.

Auf Grund meiner Erfahrung als Unternehmer und Führungskräfte Coach komme ich jedoch, nach mehr als 25 Jahren, zu einem sehr klaren Ergebnis: dass nämlich jeder von uns eine ganz eigene und oftmals sogar einzigartige Kombination an Talenten, Interessen und Fähigkeiten besitzt.

Fakt ist,

  • dass wir alle ein paar wenige Dinge unglaublich schnell erlernen und umsetzen können.
  • dass uns ein paar wenige Aktivitäten sehr viel leichter von der Hand gehen als andere.
  • dass wir uns ganz natürlich zu ein paar wenigen Dingen hingezogen fühlen und darin sehr viel besser werden möchten.

Ja, wir alle besitzen besondere Stärken. Wir wissen aber vielleicht nicht immer, um welche besonderen Stärken es sich genau handelt. Denn das, was wir besonders gut können, nehmen wir selbst nicht als eine Stärke wahr. Für uns fühlt es sich als etwas ganz „Normales“ an. Dadurch fällt es uns schwer, unsere eigenen Stärken klarer wahrzunehmen und zu definieren.

>>> Ein weiterer großer Stolperstein für das Stärkenmodell ist sicherlich unser derzeitiges Schul- oder Bildungssystem.

Denn es sorgt zwar sehr gut dafür, dass wir ein großes und breites Allgemeinwissen erhalten. Das wir in vielen unterschiedlichen Fächern ausreichend „gut“ werden. Aber in unseren ganz wenigen besonderen Begabungen und Talente werden nicht wirklich gefördert.

>>> Und dann in der Arbeitswelt stoßen wir auf ein weiteres großes Hindernis: Die HR-Abteilung.

Das Ziel in der Personalentwicklung ist immer noch zu sehr darauf fokussiert die Schwächen unserer Mitarbeiter auszumerzen. Wir alle kennen sicherlich die typischen Mitarbeitergespräche – z.B. am Jahresende. Unsere Stärken werden nur ganz leicht gestreift, um dann die meisten Energie damit zu verbringen, was der Mitarbeiter noch verbessern sollte (was er also derzeit noch nicht sehr gut kann). Und hier geht es in den meisten Fällen um die Beseitigung von Schwächen. Doch genau das, scheint heute einfach nicht mehr so gut zu funktionieren.

3 Schritte um die Stärken zu stärken

Schritt #1: Herausfinden, was meine Stärken sind

Es gibt eine Reihe von Möglichkeiten die eigenen Stärken bewusster zu erkennen. Am besten nutzt man „Stärken-Karten“. Man beobachten sich selbst für 3-6 Wochen und schreibt auf kleinen Karten all die Dinge, Aktivitäten, Projekte etc. auf, die man besonders gut hinbekommen hat.

Schritt #2: Einen Stärkenfahrplan kreieren

Nachdem man ein klareres Bild davon haben, was man besonders gut kann, kreirt man für sich einen Plan, wie und bis wann man mehr von seinen Stärken in seiner täglichen Arbeit einbringen kann. Wie man beispielsweise mehr von den Dingen, Aufgaben, Aktivitäten tun kann, die man besonders gut kann.

Die nachfolgenden Fragen können dabei helfen:

  1. Wie kann ich sehr viel stärker und bewusster meine Arbeit/meinen Tag, um meine Stärken herum, aufbauen?
  2. Wie viel Prozent meiner Zeit habe ich letzte Woche mit meinen Stärken verbracht? ____%
  3. Wie viel Prozent plane ich für diese Woche? ____%

Hier sollte man sich am besten von Kollegen/innen und Vorgesetzten helfen lassen. Gemeinsam klärt man dann welche Aktivität, die für einen selbst eine Schwäche darstellen, gestoppt werden kann oder an eine andere Person im Team abgegeben wird, die darin eine Stärke besitzt.

Mein Ziel (mein erster Stärkenfahrplan) war, in 6 Monaten 60% meiner Zeit nur noch mit meinen Stärken zu verbringen. Es hatte dann doch ein wenig länger gedauert, aber ich konnte die 60% Hürde nehmen.

Schritt #3: Im Lauf der Zeit ein Stärkenteam kreieren

Nachdem man für sich begonnen hat mehr von seinen Stärken täglich auszuleben, ist es an der Zeit kontinuierlich und sehr gezielt immer mehr Menschen im Team/Unternehmen mit ins Boot zu holen. Ihnen das Stärkenmodell zu vermitteln und sie ebenfalls dabei zu unterstützen, immer öfters mehr von ihren Stärken ausleben zu können.

Stärken Bewusstsein kreieren

Und zwar: Ein Bewusstsein dafür, was das Stärkenmodell ist und wie man von diesem Modell real profitieren kann. Denn wenn man hier einen klaren Nutzen finden kann, dann wird es auch sehr viel leichter sein, bewusster und gezielter das eigene Tun, den Fokus, den Tag und das Team nach dem Stärkenmodell auszurichten und aufzubauen.

Heute kann ich sagen, dass ich mich für das Stärkenmodell entschieden habe, war eine der besten Entscheidungen und Investitionen für meinen persönlichen und beruflichen Erfolg.

Denn nur in der Stärken-Zone

  • entsteht natürliche Spitzenleistung,
  • kreieren wir beständig die besten Resultate,
  • haben wir die höchste intrinsische Motivation.

Es lohnt sich in jedem Fall.

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