Die vorvertragliche Aufklärung – Ihr Anspruch als Franchise-Gründer

Veröffentlicht am 15. Januar 2009 in der Kategorie Allgemein von

Hinter dem Begriff „Vorvertragliche Aufklärung“ verbirgt sich eines der wichtigsten Rechte, das Existenzgründer, die sich mittels Franchising selbstständig machen wollen, unbedingt kennen sollten. Denn der Franchise-Geber mit dem Sie eine Franchise-Partnerschaft eingehen wollen, ist verpflichtet, Sie vor Vertragsabschluss umfassend über die Wirtschaftlichkeit des Franchise-Systems zu informieren.

Nutzt ein angehender Franchise-Gründer diesen Anspruch gezielt, können dadurch hohe Gründungsrisiken oft ausgeschlossen werden.

Sollte sich später herausstellen, dass der Franchise-Geber die Aufklärung nicht korrekt durchgeführt hat, kann dies auch bei möglichen Auseinandersetzungen hilfreich sein.

Die umfassende vorvertragliche Aufklärung bietet aber auch dem Franchise-Geber mehr Sicherheit.

Denn werden dem Franchise-Gründer alle nötigen Informationen transparent bereit gestellt, trägt der Franchise-Nehmer die Verantwortung für seine Entscheidung, sich selbstständig zum machen, alleine.

Die vorvertragliche Aufklärung sollte daher nicht als Garantie für den wirtschaftlichen Erfolg einer Gründung fehlinterpretiert werden. Übrigens ist auch der Franchise-Nehmer zu umfassender Selbstauskunft gegenüber dem Franchise-Geber verpflichtet.

Franchise-Geber: Ehrlich und realistisch bleiben

Die Nennung möglicher Risiken und eine ungeschönte Unternehmensdarstellung gehören genauso zur vorvertraglichen Aufklärung wie wahrheitsgemäße Unternehmenskennzahlen und realistische Zukunftsprognosen.

Informations- und Werbematerialien für potenzielle Franchise-Nehmer dürfen daher auch keine irreführenden Angaben enthalten oder schönfärben. Der Franchise-Geber muss den angehenden Franchise-Partner zudem auch dann umfassend informieren, wenn dieser nicht nachfragt.

Die Informationen müssen dabei zum einem Zeitpunkt zur Verfügung gestellt werden, der noch eine ausführliche Prüfung ohne Druck ermöglicht.

Konkret müssen Franchise-Geber u. a. Informationen zu folgenden Punkten zur Verfügung stellen:

  • Umsatz- und Renditeerwartungen sowie deren Berechnungsgrundlagen
  • Anzahl der Franchise-Betriebe
  • Zahl gescheiterter Franchise-Partner
  • Höhe der Franchise-Gebühren
  • Informationen zur Wettbewerbs-, Markt- und Einkaufssituation
  • Betriebszahlen vergleichbarer Franchise-Standorte
  • Informationen zu bestehenden Marken- und Schutzrechten

Die Bedeutung der vorvertraglichen Aufklärung hat jüngst auch der Geschäftsführer des Deutschen Franchise-Verbands im Interview mit dem Franchiseportal betont. Franchise-Gründer sollten dieses Informationsrecht in jedem Fall so gut wie möglich nutzen.

Wer unsicher ist, welche Informationen ihm zustehen, sollte sich zusätzlich auf den Rat eines unabhängigen Franchise-Experten stützten.

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