Die Berufshaftpflichtversicherung: Schützen Sie sich vor ruinösen Haftungsansprüchen!

Veröffentlicht am 30. Juni 2009 in der Kategorie Versicherungen & Banken von

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Wer einen Schaden verursacht, muss dafür geradestehen - das ist die alltagstaugliche Beschreibung für den etwas sperrigen Begriff der Haftpflicht. In der Praxis hat sich schon des Öfteren gezeigt, dass ein Missgeschick im schlimmsten Fall ruinöse Haftungsansprüche nach sich ziehen kann.

Wenn durch einen versehentlich verursachten Unfall Menschen schwer verletzt werden und die Haftung in einer lebenslangen Invaliditätsrente besteht, können durchaus sechsstellige Summen erreicht werden.

Die Haftpflichtversicherung schützt Sie vor solchen Ansprüchen: Sie prüft zunächst, ob der Anspruch überhaupt berechtigt ist - und wenn dies der Fall ist, übernimmt sie die geforderten Zahlungen. Im privaten Bereich braucht jeder Haushalt daher eine Privathaftpflichtversicherung, und bei Fahrzeugen ist die Kfz-Haftpflichtversicherung ohnehin obligatorisch.

Keine Deckung über die Privathaftpflichtversicherung

Wenn Sie selbstständig tätig sind, springt Ihre private Haftpflichtversicherung jedoch nicht ein, wenn der Haftungsanspruch im Rahmen Ihrer beruflichen Tätigkeit entstanden ist. Deshalb sollten Sie unbedingt eine Berufshaftpflichtversicherung abschließen.

Wie teuer eine solche Versicherung für Sie wird, hängt von mehreren Faktoren ab, nämlich von

  • Ihrem ausgeübten Beruf,
  • der Größe Ihres Unternehmens,
  • der Vertragslaufzeit und
  • den Deckungssummen.

Zum Beruf: Die Versicherungen kalkulieren ihre Tarife nach dem Berufsrisiko, und das kann je nach Berufsgruppe sehr unterschiedlich ausfallen. So stellen beispielsweise Freelancer aus der Werbebranche ein eher niedriges Risiko dar, weil die dort üblichen Streitigkeiten wie das Nichtgefallen eines Designs oder strittige Formulierungen im Text zwar ärgerlich sind, aber keine Haftungsfragen aufwerfen.

Anders hingegen ist die Situation bei selbstständigen Bauingenieuren, wo Planungsfehler schon einmal Regressforderungen nach sich ziehen können.

Zur Größe des Unternehmens ist in diesem Zusammenhang eher Erfreuliches zu melden: Als Selbstständige ohne Angestellte werden Sie in aller Regel in die günstigste Tarifstufe innerhalb der Berufsgruppe eingeordnet.

Zur Vertragslaufzeit: In der Regel laufen Haftpflichtversicherungsverträge ein Jahr, und Sie können den Vertrag mit einer Frist von drei Monaten kündigen. Gerne werden aber auch Fünf-Jahres-Verträge angeboten, bei denen Sie deutlich weniger Prämie zahlen. Dafür binden Sie sich jedoch für fünf Jahre an denselben Versicherer.

Zu den Deckungssummen: Hier sollten Sie lieber auf Nummer sicher gehen und nicht mit der Einschränkung Ihres Versicherungschutzes ein paar Euro Jahresprämie sparen. Wenn nämlich die Deckungssumme auf 500.000 Euro begrenzt ist und der Schaden 750.000 Euro beträgt, müssen Sie die fehlende Viertelmillion aus eigener Tasche zahlen. Unterschieden wird dabei zumeist nach Sachschäden und Personenschäden. Jeweils drei bis fünf Millionen Euro sollten dabei auf jeden Fall abgedeckt sein.

Sonderfall: Vermögensschadenhaftpflicht

Ein Sonderfall innerhalb der Haftpflichtversicherung ist die Vermögensschadenhaftpflicht. Diese kommt immer dann zum Tragen, wenn keine Personen verletzt und keine Gegenstände beschädigt wurden, sondern der Geschädigte wegen Ihres Fehlers einen Teil seines Vermögens verloren hat. Alle Berufsgruppen mit beratender Funktion - zum Beispiel Anwälte, Finanzvermittler oder Unternehmensberater - sollten diesen Schutz in ihre Police mit einbeziehen.

Tipp: Manche Versicherer bieten kostengünstige Kombinationen aus Privat- und Berufshaftpflichtversicherung an, oftmals bei bestimmten Berufsverbänden noch mit einem Gruppenrabatt bei Abschluss über den Versicherungsmakler des Verbands. Wenn Sie in einem Berufsverband organisiert sind, sollten Sie nach Möglichkeit auch dort ein Versicherungsangebot einholen.

Umfrage: Was zahlen Sie?

An dieser Stelle möchte ich gerne ein paar Daten aus der Praxis sammeln und veröffentlichen. Nutzen Sie einfach die Kommentarfunktion dieses Artikels auf www.finanzen-fuer-freie.de und nennen Sie - natürlich anonym - Ihre Versicherungskosten.

Prämien aus der Praxis

  • Journalist, Mitglied im Deutschen Journalisten-Verband (DJV), Kombination aus Privat- und Berufshaftpflichtversicherung, Jahresprämie 93,70 Euro
  • Physiotherapeutin, nur Berufshaftpflichtversicherung, Jahresprämie 150,- Euro

(Bild: © Falko Matte - Fotolia.de)