Ein absolutes Muss: Die Berufsunfähigkeitsversicherung

Veröffentlicht am 6. April 2009 in der Kategorie Versicherungen & Banken von

Themen: , ,

Informationen zur BetriebshaftpflichtversicherungDie private Absicherung für den Fall der Berufsunfähigkeit zählt zu den wichtigsten Vorsorgemaßnahmen, die Sie treffen sollten. Selbst wenn Sie noch Mitglied in der gesetzlichen Rentenversicherung sein sollten, reichen deren Leistungen im Ernstfall zumeist bei Weitem nicht aus.

Dazu kommt: Für die gesetzliche Rentenversicherung zählt im Fall der eingeschränkten oder vollständigen Erwerbsunfähigkeit lediglich, wie viele Stunden pro Tag gearbeitet werden können.

Weil dabei der bisher ausgeübte Beruf keine Rolle spielt, kann beispielsweise eine selbstständige Unternehmensberaterin gezwungen werden, zu niedrigerem Lohn eine Stelle als Pförtnerin anzutreten. Für die damit verbundene Einkommensminderung zahlt die Staatskasse keinen Ausgleich.

Nur wer weniger als drei Stunden pro Tag arbeiten kann, hat Anspruch auf die staatliche Erwerbsunfähigkeitsrente. Bei drei bis sechs Stunden gibt es die Hälfte, und wer länger arbeiten kann, bekommt kein Geld von der gesetzlichen Rentenversicherung.

Der billigste Anbieter ist nicht immer der beste

Wenn Sie eine private Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen wollten, sollten Sie das Kleingedruckte sorgfältig vergleichen - denn der billigste Anbieter ist längst nicht immer die beste Alternative.

Das beginnt schon bei der Antragstellung: Wenn Sie Allergien oder chronische Leiden haben, werden Sie von manchen Versicherungen entweder gar nicht erst aufgenommen oder mit happigen Risikozuschlägen belegt. Die Vorgehensweise ist dabei alles andere als einheitlich.

Was der eine Anbieter noch großzügig akzeptiert, kann für seinen Konkurrenten schon ein Grund für die Ablehnung des Antrags sein. Aus diesem Grund ist es sinnvoll, bei mehreren Versicherern Probeanträge zu stellen - hierbei sollte der Antrag deutlich als "unverbindlicher Probeantrag" gekennzeichnet werden.

Auch bei den Leistungen gibt es große Unterschiede. Die private Berufsunfähigkeitsversicherung tritt nämlich nicht automatisch dann ein, wenn der Versicherte eine gesetzliche Erwerbsunfähigkeitsrente bezieht.

Zwar gibt es für die Leistungen der Versicherer einen vorgeschriebenen Mindeststandard - aber der ist mehr als dürftig. Ob ein einzelner Versicherer seinen Kunden mehr Schutz bietet, lässt sich erst beim genauen Studieren der Vertragsklauseln erkennen.

Gerade für Selbstständige in hochqualifizierten Berufen ist es von großer Bedeutung, dass der Versicherer auf die so genannte abstrakte Verweisung verzichtet. Mit dem Vorbehalt des Verweisungsrechts lassen sich nämlich viele Anbieter eine Hintertür offen, durch die sie ihrer Zahlungspflicht entkommen können.

Wie bei der gesetzlichen Versicherung können die Kunden dann dazu verpflichtet werden, im Fall der Berufsunfähigkeit auf einen geringer qualifizierten und schlechter bezahlten Job umzusatteln. Verzichtet der Anbieter auf diese Klausel, muss er schon dann bezahlen, wenn der Versicherungsnehmer seinem Beruf oder einer vergleichbaren Tätigkeit nicht mehr nachgehen kann. Kundenfreundliche Klauseln sehen daher vor, dass die Berufsunfähigkeit schon dann eintritt, wenn entweder ein konkret bezeichneter Beruf oder der "Beruf, der der bisherigen Lebensstellung entspricht" nicht mehr ausgeübt werden kann.

Ein weiteres wichtiges Kriterium ist die so genannte 6-Monats-Prognose. Hier verpflichtet sich die Versicherung zur Zahlung der Rente, wenn ein Arzt die voraussichtliche Berufsunfähigkeit für die nächsten sechs Monate bescheinigt.

Rückwirkende Rentenzahlung schützt vor finanziellen Verlusten

Wird der Versicherte berufsunfähig, muss er dies innerhalb von drei Monaten der Versicherung melden. Üblicherweise steht dem Kunden bei verspäteter Mitteilung die Rentenzahlung erst ab dem Meldemonat zu. Manche Versicherer gewähren hingegen in solchen Fällen die rückwirkende Rentenzahlung ab dem tatsächlichen Eintritt der Berufsunfähigkeit. Diese kundenfreundliche Klausel schützt davor, dass wegen einer verspäteten Meldung bares Geld verloren geht. Bei den finanziellen Modalitäten ist es überdies von Vorteil, wenn die Versicherung beim Stellen des Leistungsantrags die Beiträge zinslos bis zur Entscheidung stundet.

Weil es bei der Berufsunfähigkeitsversicherung eher auf die tatsächliche Leistung im Bedarfsfall und weniger auf die Höhe der Beiträge ankommt, sollten Sie vor dem Abschluss vorrangig die Kundenfreundlichkeit der einzelnen Klauseln prüfen. Erst wenn bei vergleichbaren Leistungen unterschiedliche Beiträge verlangt werden, sollte die Wahl zu Gunsten des Anbieters mit der niedrigsten Prämie ausfallen.

Wichtig: Achten Sie unbedingt darauf, dass beim Ausfüllen des Antrags die Fragen zur Gesundheit lückenlos beantwortet werden. Wenn Sie beispielsweise eine Allergie verschweigen, um den Prämienzuschlag zu sparen, graben Sie sich selbst eine Grube - denn wenn aufgrund einer nicht angegebenen Vorerkrankung der Beruf nicht mehr ausgeübt werden kann, darf die Versicherung die Rentenzahlung verweigern.

Kombination nur mit Risikolebensversicherung sinnvoll

Die Versicherungen werden entweder als eigenständige Police oder in Kombination mit einer Lebens- oder Rentenversicherung angeboten. Die beste Alternative ist entweder die eigenständige Berufsunfähigkeitsversicherung oder die Kombination mit einer Risikolebensversicherung. Hier kann zu günstigen Beiträgen ein umfassender und flexibler Versicherungsschutz erzielt werden.

Vorsicht: Unbedingt abzuraten ist die Verknüpfung mit einer kapitalbildenden Lebens- oder Rentenversicherung. Wenn nämlich aus irgendwelchen Gründen keine Sparraten mehr eingezahlt werden, verlieren Sie automatisch auch den Risikoschutz im Fall der Berufsunfähigkeit!

(Bild: © iStockphoto.com)