Hausratversicherung – Versicherungssumme, abgedeckte Schäden und mehr

Veröffentlicht am 9. März 2010 in der Kategorie Versicherungen & Banken von

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Drei Viertel aller deutschen Haushalte besitzen eine Hausratversicherung, um im Ernstfall die entstandenen Schäden ersetzt zu bekommen. Die Police sollte nach einigen Jahren immer wieder überprüft werden, sonst kann durch sich verändernde Lebensumstände schnell eine Unterversicherung entstehen.

Viele unterschätzen auch den Wert der eigenen Einrichtung und schließen eine Versicherung mit zu geringer Deckungssumme ab. Die Hausratversicherung wird auch als Neuwertversicherung bezeichnet: Sie ersetzt den gegenwärtigen Neuwert der Gegenstände, die durch den Schaden wiederbeschafft werden müssen. Generell kann man sagen: Je wertvoller eine Wohnungseinrichtung, desto sinnvoller ist es, eine Hausratversicherung abzuschließen.

Hausratversicherung: Wie bestimme ich die Versicherungssumme?

Hierbei sollte auf jeden Fall darauf geachtet werden, dass die Versicherungssumme nicht zu niedrig festgelegt wird. Denn ist man unterversichert, zahlt der Versicherer den Schaden in jedem Fall nur anteilig!

Konkret bedeutet das: Schließt jemand eine Hausratversicherung mit einer Deckungssumme von 25.000 Euro ab, der Wert seiner Einrichtung beträgt jedoch rund 50.000 Euro, so kommt der Versicherer immer nur für die Hälfte des angefallenen Schadens auf. Selbst dann, wenn der Schaden die Versicherungssumme von 25.000 Euro nicht überschreitet!

Als Faustregel für die Ermittlung der richtigen Versicherungssumme gilt: Je Quadratmeter Wohnfläche sollte man 650 Euro Versicherungssumme ansetzen. Ab dieser Summe sind die Versicherer meist mit einem Unterversicherungsverzicht einverstanden und kommen für den gesamten Schaden auf. Dies sollte jedoch in jedem Fall schriftlich in der Police festgehalten werden.

Welche Schäden sind versichert?

Die Hausratversicherung bietet Schutz gegen Schäden durch Feuer, Vandalismus, Einbruchdiebstahl, Leitungswasser (auch Löschwasser), Sturm (ab Windstärke 8), Blitzeinschlag und Hagel. Sie schützt damit den kompletten Hausrat. Darunter fällt auch das Eigentum auf Terrassen, Balkonen und Loggien.

Versichert wird neben dem Hausrat des Versicherungsnehmers auch der aller im Haushalt lebenden Personen, wie Ehepartner oder Kinder. Wenn diese im Rahmen eines Studiums oder einer Ausbildung eine eigene Wohnung beziehen, ist auch diese mitversichert.

Bei Umzügen besteht vorübergehend sowohl für alte als auch die neue Wohnung ein Versicherungsschutz. Auch durch den eigentlichen Schaden später entstehende Kosten werden ersetzt (z.B. Schlossänderungen, Transport-, Reparatur- und Lagerkosten oder Aufräumarbeiten).

Hausratversicherung: Welche Ausschlüsse gibt es, bei denen der Versicherer nicht zahlt?

Nicht versichert sind Schäden, die vorsätzlich herbeigeführt oder wegen grob fahrlässiger Handlung des Versicherten entstanden sind (Bsp.: Durch eine offene Haustüre entsteht ein Einbruchschaden oder ein Wasserschaden durch offen gelassene Dachfenster). Auch Raubschäden durch im Haushalt des Versicherten wohnende Personen oder Hausangestellte sind nicht abgedeckt.

Sogenannte Gebäudebestandteile sind ebenfalls nicht versichert. Darunter fallen speziell eingepasste Einbauküchen oder fest eingeklebte Parkettböden, da diese einen Teil des Gebäudes und nicht des Hausrats darstellen.

Was sind Elementarschäden? Schließt die Hausratversicherung diese mit ein?

Elementarschäden werden hervorgerufen durch Naturereignisse von besonderer Stärke, die meist nicht vorhergesehen werden können. Zu solchen Unregelmäßigkeiten der Natur zählen beispielsweise Überschwemmungen, Erdbeben, Erdrutsche, Lawinen oder Vulkanausbrüche.

Für die Absicherung gegen Elementarschäden wird ein Zusatzbeitrag erhoben. Weiterhin prüft der Versicherer das Risiko für solche Wetterphänomene an Ihrem Wohnort. Ob eine Versicherung gegen Elementarschäden sinnvoll ist, muss daher individuell entschieden werden. Auch für Wasserbetten und Aquarien wird eine Zusatzversicherung benötigt.

(Bild: © Falko Matte - Fotolia.de)