Berufsunfähigkeitsversicherung: Was ist wichtig vor dem Abschluss?

Veröffentlicht am 10. April 2017 in der Kategorie Versicherungen & Banken von

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Das unabhängige Arbeiten von Selbstständigen und Unternehmern birgt neben vielen Freiheiten auch zusätzliche Risiken. Eine unvorhergesehene Berufsunfähigkeit durch Krankheit oder Unfall kann zu bedrohlichen finanziellen Engpässen führen. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung kann dich gegen dieses Risiko absichern. Hier sind fünf grundlegende Tipps für Unternehmer:

1. Berufsunfähigkeit nicht unterschätzen

Wieso überhaupt gegen eine Berufsunfähigkeit absichern? Ist das Risiko tatsächlich so hoch? Leider ja, denn:

Dieses Risiko wird auch von Selbstständigen oft unterschätzt. Vor allem bei Unternehmern stellt der Arbeitsstress ein großes Gesundheitsrisiko dar. Somit gehört die Berufsunfähigkeitsversicherung zu den wichtigsten Versicherungen, die Unternehmer brauchen.

Wahrscheinlichkeit, bis zur Rente mit 65 berufsunfähig zu werden

(© Statista 2017)

Tritt die Berufsunfähigkeit unerwartet ein, reicht die Unterstützung durch den Staat (Erwerbsminderungsrente) meist nicht aus, um den Lebensstandard halten zu können. Wenn du dich jedoch vorher mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung abgesichert hast, erhältst du eine monatliche Rente, die dich finanziell absichert. Die Höhe dieser Rente solltest du nicht zu niedrig ansetzen und bei Abschluss genau mit deinem Versicherer besprechen.

2. Risikovoranfrage vor Antrag der Berufsunfähigkeit

Die monatlichen Kosten einer Berufsunfähigkeit können stark variieren - je nachdem, in welcher Branche du Unternehmer bist. Unterschiede in der Höhe der Beiträge sind z.B. durch Bürotätigkeit oder körperliche Tätigkeit begründet. Das heißt, deine Beiträge sind meist niedriger, wenn du ein kaufmännisches Unternehmen leitest oder als Freelancer in verschiedenen Büros tätig bist, als wenn du eine körperliche Tätigkeit ausübst und einen Handwerksbetrieb leitest.

Nicht nur in welcher Branche man arbeitet, beeinflusst die monatlichen Kosten der Berufsunfähigkeitsversicherung, generell existieren Unterschiede in den Tarifen der deutschen Berufsunfähigkeitsversicherungen. Auch dein Alter und dein Gesundheitszustand beeinflussen die Höhe der Beiträge. Um herauszufinden, wie ein Versicherer deine Gesundheit einschätzt, empfiehlt sich eine Risikovoranfrage durch einen unabhängigen Makler vor Antragstellung.

3. Gesundheitsfragen und Angaben im Versicherungsvertrag

Bei Antragstellung auf eine Berufsunfähigkeit wird eine Gesundheitsprüfung durchgeführt, bei der du Fragen zu deiner Krankengeschichte und deinem aktuellem Gesundheitszustand beantworten musst. Damit berechnen Versicherer dein Risiko, berufsunfähig zu werden. Deine Antworten müssen vollständig und korrekt sein.

Absprache mit dem Arzt zu empfehlen

Die Fragen zu deiner Gesundheit beziehen sich meist auf die letzten fünf oder zehn Jahre. Das ist ein sehr langer Zeitraum, und um hier nicht unbeabsichtigt wichtige Angaben zu vergessen, ist eine genaue Absprache mit deinem Arzt und/oder deiner Krankenversicherung zu empfehlen. Sie können dir umfassende Auskunft über deine Gesundheitsakte der letzten Jahre geben. Bei Falschangaben riskierst du nämlich deine spätere Rente.

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4. Umorganisationspflicht ganz genau kennen

Mit einem wichtigen Bestandteil der Berufsunfähigkeitsversicherung für Unternehmer solltest du dich ganz genau auskennen: die Umorganisationspflicht des Unternehmers bei einer Berufsunfähigkeit. Versicherer prüfen vor Auszahlung der BU-Rente für Unternehmer eine mögliche Umorganisation des eigenen Unternehmens.

Das heißt, dass z.B. geprüft wird, ob deine Angestellten Aufgaben übernehmen können, die du selbst nicht mehr schaffst. Du würdest dann neue Aufgaben übernehmen - und der Versicherer muss dir keine BU-Rente zahlen, da du noch arbeiten kannst.

Die Umorganisation ist an bestimmte Bedingungen geknüpft:

  • Wirtschaftliche Zumutbarkeit: Die Veränderung muss für dich wirtschaftlich angemessen sein und darf nicht mit hohen Kosten verbunden sein.
  • Gesundheitliche Zumutbarkeit: Zusätzlich musst du die neuen Tätigkeiten - auch trotz deiner gesundheitlichen Einschränkungen - praktisch, und nicht nur theoretisch, ausüben können.

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