Kfz-Versicherung: Neue Rabattstaffel nimmt den Durchblick!

Veröffentlicht am 9. November 2011 in der Kategorie Versicherungen & Banken von

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Ab 2012 sollen die Tarife in der Kfz-Versicherung anhand einer neuen Rabattstaffel ausgerechnet werden. Der GDV (Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft) hat hierfür bereits einen Vorschlag veröffentlicht, an dem sich einige Versicherer bereits orientieren. Dieser ist jedoch keinesfalls verpflichtend, sodass auch nach der Umstellung wohl nicht alle Anbieter ihn für die Berechnung eigener Policen berücksichtigen werden.

Besonders Fahranfänger und Fahrer, die auf eine lange unfallfreie Zeit zurückblicken können, haben Vorteile von der neuen Rabattstaffel. Die Bandbreite der Schadensfreiheitsklassen wird im Zuge der Neueinteilung verringert, sodass Führerscheinneulinge z.B. nicht mehr mit bis zu 240 Prozent beginnen, sondern künftig nur noch mit 100 Prozent der Prämie.

Dennoch wird die Versicherungsprämie nicht zwangsläufig für alle Versicherungsnehmer billiger. Die Prämie wird nämlich nicht nur – wenn überhaupt – von der Rabattstaffel beeinflusst, sondern auch vom Grundbeitrag. Dieser wird nach der Reform höher als bisher sein. Die Folge: Der Markt für Kfz-Versicherungsangebote wird noch undurchsichtiger als er ohnehin schon ist. Wer genau ab wann den neuen Leitfaden nutzt, und wer sich an die alten Rabattstaffeln hält, ist nicht ohne Weiteres herauszufinden.

Ein Nachteil der neuen Strukturen, der gerne stillschweigend von den Anbietern übergangen wird, ist der heimliche Wegfall des Rabattretters bei einigen Versicherungsunternehmen. Diese kostenlose Klausel – bisher eben ein Akt der Kulanz – sorgt dafür, dass Versicherte mit Schadensfreiheitsklasse 25 oder besser im Schadensfall nur soweit zurückgestuft werden, dass es zu keiner Erhöhung des aktuellen Beitrags kommt.

Unabhängig von der Rabatt-Umstellung wird es zudem immer komplizierter, einen unabhängigen Vergleich zu den Kfz-Versicherungen zu bekommen. Vergleichsportale werden von Versicherern aufgekauft, ja sogar selbst von Versicherungskonzernen angeboten. Ein Beispiel hierfür ist die Plattform transparo, hinter der HUK-Coburg, WGV und HDI stehen.

In wieweit vor diesem Hintergrund mit einem objektiven Vergleich zu rechnen ist, muss wohl offen bleiben. Gepaart mit der zusätzlichen Intransparenz durch die neue Rabattstaffel dürfte eines klar sein: Informationsbeschaffung wird für die Kunden künftig – zumindest in Eigenregie – noch schwieriger werden.

(Quelle: www.versicherungsarchiv.de)
(Bild: © Cmon – Fotolia.com)