Fusionen der Krankenkassen: Wird 2012 das Jahr der Riesen?

Veröffentlicht am 20. Oktober 2011 in der Kategorie Versicherungen & Banken von

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Die Anzahl bestehender Krankenkassen sinkt seit mehreren Jahren immer weiter, sodass derzeit von ca. 1000 Kassen aus den frühen 90ern nur noch etwa 150 übrig sind. Ursächlich sind Fusionen, die durch den Zusammenschluss Überleben und Konkurrenzfähigkeit der Kassen sicherstellen sollen. Die Folge: Besonders die kleinen Anbieter bleiben hierbei oft auf der Strecke, da sie entweder von größeren Konkurrenten geschluckt oder durch den Preisdruck ins Abseits gedrängt werden. Durch den Kundenverlust ist der Bankrott vorprogrammiert.

Diese Fusionen werden erwartet:

In den kommenden Jahren ist mit mindestens drei großen Fusionen zu rechnen. Bereits im Januar 2012 schließen sich die DAK und die BKK Gesundheit zum neuen Versicherungsriesen DAK Gesundheit zusammen. Mit beinahe 7 Mio. Mitgliedern wird die DAK Gesundheit hinter der Barmer GEK und der Techniker Krankenkasse Platz 3 unter den größten deutschen Krankenkassen belegen. Interessant: Ab April soll auch der bisher bereits etablierte Zusatzbeitrag von 8 Euro bis auf Weiteres wieder entfallen.

Eine Fusion planen wohl auch die beiden Direktversicherer BKK VBU und BKK futur zum 01. Januar 2012. Damit wolle man, so VBU-Chefin Andrea Galle, einen drohenden Zusatzbeitrag umgehen. Außerdem versprechen sich die Verantwortlichen eine höhere Konkurrenzfähigkeit auf dem Markt. Die zweite Riesenpartnerschaft gehen die HUK Coburg und die Aachener Bausparkasse ein. Die Intention dieser Entscheidung liegt ebenfalls in einer verbesserten Position am Markt. Gemeinsam wolle man effizienter, ertragreicher und stabiler handeln können.

Folgen für die Versicherten:

Wichtig für die Versicherten: Bestandskunden haben vorerst keine Veränderungen durch die Fusionierungen zu erwarten, da sowohl die Versichertenkarten gültig als auch die Beiträge konstant bleiben. In puncto Leistungen allerdings sollte man genauer hinschauen, da im Zuge der Fusionen häufig der Leistungskatalog des größeren Partners übernommen wird. Dadurch können möglicherweise Sonderleistungen wegfallen, laufende Behandlungen werden aber unabhängig davon weiterhin bezahlt. Gegebenenfalls erfolgt jedoch durch den Versicherer im Vorfeld eine entsprechende Benachrichtigung.

Eine wichtige – formale – Veränderung muss jedoch bedacht werden: Nach der Fusion bekommt jeder Versicherte eine neue Mitgliedsbescheinigung. Denken Sie also daran, diese Ihrem Arbeitgeber vorzulegen! Einen echten Vorteil haben die Fusionen für die betroffenen Versicherten ganz bestimmt: Durch ein dichteres Geschäftsstellennetz stehen den Kunden mehr Anlaufstellen für Fragen und Beratung zur Verfügung.

Unternehmer.de Redaktion: Michael Maussner

(Quelle: www.versicherungsarchiv.de)

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