Den Nachwuchs sinnvoll absichern – ohne überflüssige Kosten!

Veröffentlicht am 17. Oktober 2011 in der Kategorie Versicherungen & Banken von

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Das Kind ist da, die Freude groß – und mit den Tagen und Monaten kommen auch Planung und Sorge bezüglich Zukunft und Absicherung des Kindes. Da gerade junge Existenzgründer, Selbständige und Freelancer mit einem noch recht unregelmäßigen Einkommen haushalten müssen, sollte die Versicherungsfrage möglichst effizient geklärt werden.

Kranken- und Lebensversicherung:

Ist die Mutter oder der Vater gesetzlich versichert, ist das Kind bis zum 25. Lebensjahr bei dem betreffenden Elternteil mitversichert. Lediglich in der PKV muss für das Kind ein eigener Vertrag abgeschlossen werden. Für Mitglieder der GKV empfiehlt sich höchstens eine sog. Rooming-in-Klausel. Muss das Kind länger stationär im Krankenhaus aufgenommen werden, kann ein Elternteil mit ihm im Krankenhaus übernachten.

Um das Familieneinkommen im Todesfall eines der Elternteile sicherzustellen, empfiehlt sich der Abschluss einer Risikolebensversicherung für die Eltern. Je nach Eintrittsalter des bzw. der Versicherten werden für einen Jahresbeitrag von etwa 150 Euro dem Kind bei Fälligkeit zwischen 100.000 und 150.000 Euro ausbezahlt.

Unfallversicherung:

Viele Eltern denken beim Abschluss einer privaten Unfallversicherung für ihr Kind an die Absicherung im Falle von Invalidität nach einem Unfall. Allerdings ist Invalidität bei Kindern in 90% aller Fälle laut amtlichen Studien eine Konsequenz von Krankheiten. Unfallversicherungen leisten jedoch bei krankheitsbedingter Invalidität nicht, sodass sich ein Abschluss nicht unbedingt für jeden als sinnvoll erweist.

Die gesetzliche Unfallversicherung bezieht sich lediglich auf den Aufenthalt im Kindergarten bzw. der Schule und auf den Wegen zwischen dort und dem Zuhause. Sie erstreckt sich nicht auf die Freizeit. Wer die zusätzlichen Beiträge finanzieren kann und will, kann eine private Unfallversicherung abschließen.

Haftpflicht:

Eine private Haftpflichtversicherung ist dagegen unerlässlich. Wer noch keine hat, sollte spätestens bei Geburt des Kindes eine solche abschließen. Bis zum Abschluss ihrer Berufsausbildung sind Kinder i.d.R. wie im Falle der GKV bei ihren Eltern mitversichert. Da beim Spielen meist auch außer Haus einiges zu Bruch gehen kann, zählt eine Haftpflichtversicherung zur notwendigen Grundausstattung.

Kapitallebens-, Ausbildungs- und Rentenversicherung:

Nach 2005 abgeschlossene Versicherungen sind bei Fälligkeit nicht mehr steuerfrei, die Rendite ist also längst nicht mehr so rentabel wie vor 2005. Außerdem werden oft die Beiträge nicht kontinuierlich bezahlt, was sich abermals negativ auf die Rendite auswirkt.

Fazit und Ratschläge:

Kinder benötigen weit weniger Versicherungsschutz, wie besorgte Eltern oft meinen und fleißige Versicherungsmakler oft behaupten. Besonders kapitalbindende Versicherungen, die bereits auf die Altersvorsorge des Kindes zielen, erweisen sich aufgrund der allgemein ungünstigen Zinssituation oft als wenig rentabel. Darüber hinaus sind viele Produkte sehr unflexibel. Da die Auszahlung oftmals an bestimmte Lebensdaten wie an einen bestimmten Geburtstag gebunden ist, wird eine vorherige Auszahlung im Bedarfsfall sehr kostspielig und unrentabel.

Demgegenüber bieten beispielsweise Sparpläne eine flexiblere und ertragreichere Option. Ein fester und angemessen ausgehandelter Zinssatz, sowie die Möglichkeit zu hohen Einmalzahlungen und flexibler Bedienung machen diese Form der finanziellen Vorsorge attraktiv. Für langfristige Sparziele empfehlen sich aktuell die herkömmlichen Anlagemöglichkeiten dank Flexibilität bei der Ein- und Auszahlung sowie besserer Rendite.

Unter dem Strich werden die meisten Kinder-Spezial-Produkte den Erwartungen und Ansprüchen der Eltern viel zu selten gerecht. Haftpflicht- und Krankenversicherung sind unverzichtbar, aber meist (GKV) bereits über die Versicherung der Eltern abgedeckt. Im Bereich der Unfallversicherung ist weniger oft mehr, doch wer die Beiträge aufbringen kann und dadurch sich bzw. sein Kind auf der sicheren Seite sieht, macht mit einem Abschluss sicherlich nichts verkehrt.

Unternehmer.de Redaktion: Michael Maussner

(Quelle: www.handelsblatt.com)

(Bild: © Hallgerd - fotolia.com)