Lehman-Opfer gehen leer aus!

Veröffentlicht am 12. Oktober 2011 in der Kategorie Versicherungen & Banken von

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Zwei Klagen deutscher Anleger, die finanzielle Schäden durch die Insolvenz der Lehman-Bank erlitten haben und daher gegen die Hamburger Sparkasse prozessierten, wurden vom BGH abgewiesen. Zuvor hatte das Hanseatische Oberlandesgericht kein Fehlverhalten der Bank festgestellt, woraufhin das Verfahren bis vor den BGH ging (Az.: XI ZR 178/10 und XI ZR 182/10).

Wenn Banken bestimmte Geldanlagen empfehlen, so dass sie hierfür Provisionen verdienen, müssen sie ihre Kunden hiervon in Kenntnis setzen. Im Falle sog. Eigengeschäfte hingegen, bei denen die Banken selbst Wertpapiere einkaufen, um sie anschließend mit einem Aufschlag an Kunden weiter zu veräußern, besteht keine Pflicht, die Kunden darüber zu informieren.

Laut Gericht seien die Beratungsunterlagen lückenlos gewesen und auch auf mögliche Insolvenzrisiken sei explizit hingewiesen worden. Da im Falle solcher Anlagen, wie sie Gegenstand der Transaktionen und damit des Prozesses sind, ohnehin ein hohes Risiko bestehe, seien weitere Hinweise nicht notwendig gewesen.

Laut Stiftung Warentest ist für betroffene Lehman-Anleger, bei denen die Banken lediglich Vermittlerrollen einnahmen, weiterhin Hoffnung in Sicht. Da hierfür Provisionen fällig gewesen seien, hätten die Kunden darüber informiert werden müssen. Um zu klären, ob ein Vermittlungs- oder ein Eigengeschäft vorlag, ist jedoch Einsicht in die Unterlagen erforderlich.

Vom Lehman-Bankrott sind etwa 40.000 deutsche Inverstoren und Anleger betroffen. Insgesamt entstand ihnen ein finanzieller Verlust in Höhe von ca. 750 Mio. Euro, so dass durchschnittlich mehr als 18.000 Euro pro Anleger verloren gegangen sind.

Unternehmer.de Redaktion: Michael Maussner

(Quelle: www.versicherungen-blog.net)

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