Widerrufsrecht: Online-Händler muss Kaufpreis zurückerstatten!

Veröffentlicht am 12. November 2010 in der Kategorie Recht & Gesetze von

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Striktere Garantie-Vorgaben für Online-Händler: Kunden dürfen Ware im Internet bestellen und zuhause ausprobieren. Der Händler muss bei einem Widerruf den vollen Kaufpreis erstatten – auch bei einer Wertminderung durch das Ausprobieren.

Das gehe aus einem Urteil des Bundesgerichtshofes (BGH) hervor, berichtet die Tageszeitung Die Welt (Az: VIII ZR 337/09). Demnach dürfen Kunden im Internet bestellte Ware risikolos prüfen, innerhalb von 14 Tagen zurückgeben und den vollen Kaufpreis zurückverlangen. Das gelte selbst dann, wenn das Produkt durch das Ausprobieren an Wert verloren hat.

Im konkreten Fall hatte ein Kunde den Online-Kauf eines Wasserbettes widerrufen. Vor dem Widerruf hatte er das Bett aufgebaut und die Matratze zum Ausprobieren mit Wasser gefüllt. Der Händler hatte zuvor explizit darauf hingewiesen, dass das Bett nicht mehr als neuwertig gilt, wenn es einmal mit Wasser befüllt wird. Deshalb erstatte er statt der gezahlten 1.265 Euro nur 258 Euro.

Der BGH entschied laut Die Welt jedoch, dass der Händler auch die restlichen 1.007 Euro zurückbezahlen muss. Die Begründung: Verbraucher müssten nur dann einen so genannten Wertersatz leisten, wenn sie das Produkt auch tatsächlich genutzt haben – nicht aber, wenn der Wertverlust "ausschließlich auf die Prüfung der Sache zurückzuführen ist". Eine Prüfung sei im Fernabsatz über Internet oder Telefon aber notwendig, weil der Verbraucher die Ware nicht wie im Laden vor Ort begutachten könne. (uqrl)

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