Stolperfalle: Kartenmaterial ist urheberrechtlich geschützt!

Veröffentlicht am 10. November 2010 in der Kategorie Recht & Gesetze von

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Im Internet existieren gerade im Bereich des Urheberrechts zahlreiche Unsicherheiten und Stolperfallen. Nicht ganz unschuldig daran ist eine Vermischung aus Gemeingut und urheberrechtlich geschütztem Material, die das Internet bestimmt - und so kommt es allzu häufig vor, dass geschütztes Material ohne Prüfung der Rechte selbst genutzt wird.

Im Internet werden bei Weitem nicht nur die Rechte der Film- oder Musikindustrie verletzt, auch wenn diese Sparten am eindringlichsten darauf aufmerksam machen: Fotografen, Grafiker, Texter und andere schöpferische Berufe sind tagtäglich mit diesen Problemen konfrontiert.

Viele Entwickler sind dazu übergegangen, sich beispielsweise bei der Erstellung von Webseiten an verfügbarem Material im Internet zu bedienen und es sich anzueignen. Grundsätzlich bedarf die Verwendung fremder Werke, die vom Urheberrecht geschützt werden, die Genehmigung des Rechteinhabers. Dies kann durch eine sogenannte CC-Lizenz (Creative Commons, ähnlich Public Domain) oder durch Einzelgenehmigungen erfolgen. Dies gilt aber nicht nur für Fotos oder Grafiken sowie für Texte, sondern auch für Kartenmaterial.

Häufig werden Ausschnitte von Grafiken aus Kartendiensten als Anfahrtsskizze für die eigene Webseite verwendet. Das kann allerdings teure Folgen nach sich ziehen: Der Rechteinhaber kann für diesen Verstoß gegen das Urheberrecht Nutzungsentgelte erheben, die seinen regulären Preisen entsprechen. Jener, der das Recht des Rechteinhabers verletzt, darf hieraus keinen Vorteil erwerben und ist zur Nachzahlung sämtlicher regulärer Entgelte verpflichtet – ein Anspruch auf ein niedrigeres Entgelt, weil dieses beispielsweise ein günstigerer Wettbewerber des Rechteinhabers erhoben hätte, besteht übrigens nicht.

Daher ist bei der Verwendung von Kartenmaterial, aber auch sonstigen Werken, im Einzelfall zu prüfen, ob und in welcher Form der Rechteinhaber die Verwendung genehmigt. Wird hingegen eine dritte Person oder ein Unternehmen als Dienstleister mit der Erstellung einer Webseite beauftragt, sollte vertraglich vereinbart werden, wer die Haftung für eventuelle Rechtsverletzungen trägt.

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