Anstellungsverlängerung: Das Alter darf keine Rolle spielen!

Veröffentlicht am 22. Oktober 2010 in der Kategorie Recht & Gesetze von

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Ein Arbeitgeber darf einem Mitarbeiter die Verlängerung der Anstellung nicht allein mit Blick auf ein entsprechendes Alter verweigern. Ein solches Vorgehen sei als verbotene Altersdiskriminierung zu werten, urteilte das Oberlandesgericht in Köln.

Wer nachweislich in einem Betrieb aussortiert worden ist, weil der Arbeitgeber den Betroffenen oder die Betroffene für zu alt befunden hat, hat dem Urteil zufolge sogar Anspruch auf Schadensersatz.

Vor dem Oberlandesgericht Köln klagte ein zu diesem Zeitpunkt 60 Jahre alter Mann. Der Medizinprofessor war mehrere Jahre lang als Geschäftsführer in einer Klinik tätig. Die Verlängerung seiner Anstellung war jedoch vom Aufsichtsrat der Klinik abgelehnt worden und ein Nachfolger, der jünger war, bekam die Stelle. Daraufhin klagte der Professor und verlangte Schadensersatz. Seine Begründung hierbei: die verlängerte Anstellung scheiterte allein an seinem Alter.

Diese Einschätzung teilten die Kölner Richter in ihrem Urteil. Dem Gericht zufolge ist der Arzt ungerechtfertigt beim Zugang zu einer Erwerbsfähigkeit behindert worden. Indizien zeigten demnach auf, dass die Benachteiligung aufgrund des Alters erfolgte. Solche seien beispielsweise Medienberichte gewesen, die aussagten, dass der Vertrag nicht verlängert wurde, da berücksichtigt wurde, dass der Arzt bereits das 60. Lebensjahr überschritten hatte. Diesen Medienberichten dienten Äußerungen des Aufsichtsrats der Klinik als Quelle. In dem Prozess selbst gelang es der Klinik nach Auffassung des Gerichts nicht, diese Indizienbeweise zu entkräften.

Die Klinik wurde dazu verurteilt, für sämtliche materielle Schäden aufzukommen, die aus dem Verwehren der Weiterbeschäftigung folgten. Zudem wurde dem Medizinprofessor eine Entschädigung in Höhe von 36.600 Euro für immaterielle Nachteile zugesprochen. Gefordert hatte der Kläger weitaus mehr, doch das Gericht entschied, dass ein Drittel des geforderten Betrages gerechtfertigt sei, da die Altersdiskriminierung nicht sonderlich schwer wiege.

(OLG Köln, Urteil v. 29.07.2010, Az.: 18 U 196/09)

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