Familienmitglieder als Mitarbeiter rechtssicher beschäftigen!

Veröffentlicht am 8. Oktober 2010 in der Kategorie Recht & Gesetze von

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Oft arbeiten Ehepartner oder andere Familienangehörige in der Firma mit. Allerdings schauen Sozialversicherungsträger und Finanzamt dann genauer hin. Worauf sie achten, das erfahren Sie hier.

Sobald angestellte Familienmitglieder einen Lohn erhalten, liege ein offizielles Beschäftigungsverhältnis vor, schreibt "Mein Geschäftserfolg" vom VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft. Das könne beispielsweise ein Minijob oder eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung sein.

Der Status eines sozialversicherungspflichtigen Mitarbeiters habe für die Angehörigen mehrere Vorteile, da sie kranken-, pflege-, arbeitslosen- und rentenversichert seien. Zum Beispiel habe der Angehörige dann Anspruch auf Mutterschaftsgeld während des Mutterschutzes, auf Krankengeld bei Arbeitsunfähigkeit und nach 12 Monaten auf Arbeitslosengeld.

Entsprechend sähen die Behörden schon bei der Meldung der Einstellung genauer hin. Als "sozialversicherungspflichtig" anerkannt würden Arbeitsverhältnisse mit Angehörigen in aller Regel dann, wenn sie wie eine übliche Beschäftigung vereinbart seien. Folgende Bedingungen müssen laut "Mein Geschäftserfolg" dafür erfüllt sein:

  • Es existiert ein schriftlicher Arbeitsvertrag, den Ihr Unternehmen vom Inhalt und vom Umfang her auch mit jedem anderen Arbeitnehmer vereinbaren würde.
  • Der Verwandte erhält das Entgelt, das auch andere vergleichbare Arbeitnehmer erhalten oder erhalten würden.
  • Der Familienangehörige verfügt über ein eigenes Konto, auf das Sie das Gehalt überweisen.
  • Das Arbeitsverhältnis hält einem Fremdvergleich stand. Das bedeutet: Der Verwandte muss weisungsgebunden arbeiten und seine Tätigkeit tatsächlich ausüben. Er darf zum Beispiel nicht kommen und gehen, wie es ihm beliebt.
  • Der Familien-Mitarbeiter muss anstelle einer fremden Arbeitskraft eingesetzt werden. Das heißt umgekehrt: Ihr Unternehmen braucht für die anfallende Arbeit einen Ersatz, falls der Angehörige ausfällt.
  • Sie entrichten vom gezahlten Arbeitsentgelt Lohnsteuer.

Hält das Arbeitsverhältnis der kritischen Prüfung eines Sozialversicherungsträgers stand, müssten Unternehmer auch vom Finanzamt nichts mehr befürchten. Der Vorteil: Die Lohn- und Lohnnebenkosten seien dann absetzbar. (uqrl)

www.mein-geschaeftserfolg.de

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