Urheberrecht im Internet: Worauf Sie achten müssen!

Veröffentlicht am 3. August 2010 in der Kategorie Recht & Gesetze von

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Wer fremde Bilder, Videos und Texte auf seine Firmen-Homepage stellt, sollte das Urheberrecht beachten. Denn Rechtsverstöße können teuer werden.

Der Hightech-Verband Bitkom hat Hinweise zum Urheberrecht für Website-Inhaber zusammengestellt.

1. Musik

Erwerben Sie vorher die Rechte, wenn Sie eine Foto-Galerie, das Firmen-Video oder einen Podcast mit Musik untermalen wollen. Anlaufstellen dafür sind die GEMA, die Plattenfirma oder der Künstler selbst. Denn der Kauf einer CD oder einer Musikdatei allein berechtigt Sie nicht dazu, diese Musik auch ins Netz zu stellen.

2. Bilder und Texte

Übernehmen Sie Bilder nicht einfach von anderen Webseiten, sondern klären Sie vorher die Rechte. Das gilt zum Beispiel auch für Ihre Profilfotos: Mit den Abzügen erwerben Sie nicht automatisch die Online-Nutzungsrechte von Ihrem Fotostudio. Verwenden Sie darum auch für Online-Auktionen statt offizieller Produktbilder nur eigene Fotos.

Vorsicht auch bei digitalen Landkarten-Ausschnitten: Machen Sie lieber eine eigene Skizze, wenn Sie Ihren Kunden den Weg zu Ihrer Firma zeigen wollen. Denn viele Kartenverlage lassen sich die Rechte an ihren Produkten schützen – und setzen diese auch mit anwaltlicher Unterstützung durch.

Urheberrechtlich geschützt sind in der Regel auch Texte. Kopieren Sie diese darum nicht einfach auf Ihre Homepage. Fassen Sie die Texte lieber in Ihre eigenen Worte und nennen Sie die Quelle. Kurze Zitate mit Quellenangabe sind aber erlaubt.

3. Fotos

Achten Sie das Recht eines jeden "am eigenen Bild". Kopieren Sie darum nicht ungefragt Bilder aus Sozialen Netzwerken für Ihre Homepage. Holen Sie auch bei Ihren selbst fotografierten Bildern das Einverständnis von Bekannten zur Veröffentlichung ein, wenn diese darauf zu sehen sind.

4. Downloads

Es versteht sich von selbst, dass Sie keine offensichtlich rechtswidrigen Angebote im Internet herunterladen dürfen. Seien Sie insbesondere vorsichtig, wenn Songs oder Filme kostenlos angeboten werden. Legale Downloads sind in der Regel kostenpflichtig.

Manchmal werden aber auch Songs kostenlos zu Werbezwecken angeboten. Dann ist das Herunterladen unbedenklich. Legal ist es auch, wenn Sie Musik von Internet-Radios aufzeichnen und auf Ihrem Computer speichern.

5. Tauschbörsen

Vorsicht bei Tauschbörsen: Es ist illegal, urheberrechtlich geschützte Werke öffentlich zugänglich zu machen. Die Rechte-Inhaber gehen gegen mutmaßliche Raubkopierer vor, indem sie mit richterlichen Anordnungen von den Internet-Providern die Herausgabe von Adressen verlangen.

6. Abmahnungen

Bei Rechtsverletzungen durch Internet-Nutzer versenden Anwälte im Namen der Rechte-Inhaber oft Abmahnungen und Unterlassungserklärungen. Schalten Sie umgehend einen Anwalt ein, wenn Sie eine Abmahnung erhalten. Denn Forderungen können zu hoch oder unbegründet sein.

Reagieren Sie auf Abmahnungen auf jeden Fall. Sonst kann der Abmahner bei Gericht per einstweiliger Verfügung vorläufigen Rechtsschutz beantragen. Dann wird der Rechtsstreit teurer. (uqrl)

www.bitkom.org

Statistik zum Urheberrecht

24 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass es erlaubt sein sollte, Musik oder Filme kostenlos zu kopieren bzw. im Internet zur Verfügung zu stellen. Die Mehrheit ist der Meinung, dass dies verboten sein sollte. Ob dies tatsächlich durchgesetzt werden kann, halten jedoch 57 Prozent für fraglich.

(Quelle: www.statista.de)

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