So werden Sie Ihre Limited los

Veröffentlicht am 11. Juni 2010 in der Kategorie Recht & Gesetze von

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Wer sich von seiner Limited (Ltd.) trennen will, muss nicht gleich zur Abmeldung schreiten. Welche Alternativen Sie haben, lesen Sie hier.

Wie der Geschäftsführer des Ltd.-Verbandes e.V., Michael Klose, auf dem Portal betriebsberater.de schreibt, würden mit der Abmeldung einer Ltd. Gründungsaufwand und -kosten praktisch zum Fenster hinaus geworfen.  Seiner Meinung nach sei dieser Schritt nur im Fall einer Insolvenz der Gesellschaft notwendig.

Klose erläutert, wie Sie als Unternehmer Ihre Limited abmelden – und nennt Alternativen.

1. Ltd. auflösen und löschen

Eine Ltd. aufzulösen und zu löschen bedeutet laut Klose, die Geschäftstätigkeit in Deutschland zu beenden.

Das sei in Deutschland relativ einfach: Der Unternehmer melde die Zweigniederlassung bei den entsprechenden Behörden ab und erstelle eine Schlussbilanz für die steuerliche Abmeldung. Beim deutschen Finanzamt würden dann die Vermögenswerte verteilt.

Für die endgültige Löschung werde in England lediglich das entsprechende Formular für das englische Handelsregister eingereicht und die Gesellschaft aus dem Register gestrichen.

2. Ltd. auf Stand-by halten

Wer weiter eine Kapitalgesellschaft besitzen will, könne seine Ltd. in England auch "schlafen" lassen, so Klose. Der Vorteil: Der Unternehmer könne die Gesellschaft jederzeit für ein neues Projekt oder einen neuen Geschäftszweig reaktivieren – ohne Gründungsaufwand und –kosten. Auf Wunsch könne der Name der Gesellschaft dabei unkompliziert geändert werden.

Allerdings fallen laut Klose für eine schlafende Ltd. weiter Kosten an – etwa für das Büro am satzungsmäßigen Sitz und für die Jahresmeldungen nach England. Ebenso müsse die Ltd. in Deutschland weiterhin steuerlich erfasst sein, auch wenn dann keine Steuern mehr anfallen.

3. Ltd. in GmbH umwandeln

Bei der Umwandlung der englischen Ltd. in eine deutsche GmbH greift laut Klose die so genannte Verschmelzungsrichtlinie (2005/56 EG). Bei der Verschmelzung gingen alle Rechte, Pflichten und Rechtsverhältnisse nahtlos auf die GmbH über. Der Eigentumsübergang des Betriebsvermögens erfolge automatisch.

Dabei würden im Rahmen der GmbH-Gründung zunächst die Anteile der Ltd. auf die GmbH übertragen und als Stammkapital eingebracht. Nach der Eintragung der GmbH reiche der Unternehmer in Deutschland und England einen gemeinsamen Verschmelzungsplan ein. Nach Erhalt der Verschmelzungsbescheinigung in England werde die Verschmelzung in das deutsche Handelsregister eingetragen.

Laut Klose belaufen sich die Kosten für die Verschmelzung ohne GmbH-Stammeinlage auf etwa 6.000 bis 12.000 Euro. Die Dauer betrage etwa ein halbes Jahr. (uqrl)

www.betriebs-berater.de

(Foto: © Bobo Ling - fotalia.com)