5 Informationen zum eBay-Handel

Veröffentlicht am 10. Juli 2008 in der Kategorie Recht & Gesetze von

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eBay HandelVerkäufe über eBay sind spannend, erfordern vom Händler aber auch einen ständigen Blick auf die immer strenger werdenden gesetzlichen Vorgaben (Stichpunkt: Verbraucherschutzvorschriften) und die dazu ergehende Rechtsprechung.

Insbesondere Existenzgründer sollten sich daher zunächst mit den rechtlichen Grundlagen des Verkaufs über eBay vertraut machen, um sich dann in Ruhe ihren eigentlichen Geschäften widmen können.

1. Auktionshaus, aber keine „klassische Auktion“

Bei Verkäufen über den eBay-Marktplatz handelt es sich nicht um Versteigerungen im eigentlichen Sinne. Wichtig ist daher, dass der Verkäufer nur Artikel anbietet, über die er auch verfügt. Denn bereits das Einstellen von Waren auf dem eBay-Marktplatz zählt als verbindliches Angebot zum Abschluss eines Kaufvertrags und verpflichtet den Verkäufer zur Übereignung des Kaufgegenstands.

Bis auf wenige Ausnahmen, wie bspw. bei Möbeln, hat der Käufer das Recht, die gekaufte Ware sofort zu verlangen. Kann der Verkäufer dies nicht oder nur verspätet, macht er sich gegenüber seinem Käufer schadensersatzpflichtig. Diese Schadensersatzpflicht besteht nur dann nicht, wenn den Verkäufer an seinem Unvermögen (nicht rechtzeitig) zu liefern, kein Verschulden trifft.

2. Power-Seller

Privatleute können mit dem Verkauf gleich loslegen, Profi-Verkäufer („Power-Seller“) müssen sich dagegen beim Gewerbeamt anmelden, wenn sie auf dem eBay-Marktplatz tätig werden, um damit regelmäßig Geld zu verdienen. Die Gewerbeanmeldung kostet bundeseinheitlich 20,- Euro.

Eine Eintragung beim Handelsregister ist dann notwendig, wenn der Verkäufer Kaufmann i.S.d. Handelsgesetzbuchs ist (§ 29 HGB). Kaufmann ist dabei jeder, dessen Unternehmen nach Art oder Umfang einen in kaufmännischer Weise eingerichteten Geschäftsbetrieb erfordert. Außerdem gelten per Gesetz Handelsgesellschaften als Kaufleute und sind damit eintragungspflichtig. Dazu zählen sowohl Personenhandelsgesellschaften (wie OHG, KG etc.) als auch Kapitalgesellschaften (GmbH, AG etc.). Diejenigen, die keinen in kaufmännischer Weise eingerichteten Geschäftsbetrieb haben, können sich allerdings freiwillig ins Handelregister eintragen lassen.

Hier gibt es für gewerbliche Händler ein eBay Komplett-Paket für Einsteiger.

Für GmbH-Gründer gibt es hier ebenfalls ein Komplett-Paket.

3. Wege zum Erfolg

Ausschlaggebend für die Vertrauenswürdigkeit und damit für den Erfolg eines Verkäufers ist das eBay-Bewertungssystem. Der Käufer entscheidet durch seine Bewertung maßgeblich über den zukünftigen Erfolg des Verkäufers. Hier kommt es immer wieder zu Konflikten, da die abgegebenen Bewertungen nicht immer auch den Tatsachen entsprechen und auch der Ton der Bewertungen manchmal kräftig daneben liegt. Die Vertrauenswürdigkeit bei eBay-Geschäften lässt sich auch steigern durch Teilnahme an bestimmten Programmen, die das Recht verleihen, sich bspw. als geprüftes Mitglied oder als Powerseller auszuweisen.

4. eBay Verkaufsagent

Verkaufsagenten sind erfahrene eBay-Händler, die Dritten Ihre Dienste anbieten, um für diese Artikel über den eBay-Marktplatz zu verkaufen. Es handelt sich dabei aber nicht um Angestellte, Beauftragte oder sonstige Kooperationspartner von eBay. Dementsprechend kann eBay auch nicht verantwortlich gemacht werden, wenn es Probleme mit dem Verkaufsagent gibt. Ratsam ist es daher sowohl für den Verkaufsagenten als auch für den Auftraggeber eine Vereinbarung zu treffen, die die Zusammenarbeit regelt.

Verkaufsagenten haben die Berechtigung, mit dem eBay Verkaufsagenten-Logo im eigenen Namen für Dritte Artikel auf dem eBay-Marktplatz zu verkaufen. Voraussetzung für die Tätigkeit als Verkaufsagent ist, dass der Verkäufer:

  • über mehr als 100 Bewertungspunkte verfügt
  • mindestens 98 Prozent positive Bewertungen hat
  • in den letzten drei Monaten durchschnittlich pro Monat mindestens zehn Angebote erfolgreich abgeschlossen hat
  • als gewerblicher Verkäufer registriert ist und
  • die eBay-Grundsätze und die Grundsätze für Verkaufsagenten beachtet.

Finden Sie hier einen interaktiven Vertrag für eBay Verkaufsagenten.

5. Abmahnung

Die Beachtung der rechtlichen Vorgaben ist mühsam, aber gerade bei eBay nicht zu vermeiden, wenn man der Gefahr einer teuren Abmahnung entgehen möchte. Abmahnungen können von dafür zugelassenen Verbänden, den Industrie- und Handelskammern (IHK) sowie von Konkurrenten bzw. deren Anwälten ausgesprochen werden. Haben Sie die Abmahnung von einem Konkurrenten erhalten, muss dieser in einem konkreten Wettbewerbsverhältnis mit Ihnen stehen. Dies ist dann gegeben, wenn dieser gleichartige Waren innerhalb desselben Endverbraucherkreises abzusetzen versucht mit der Folge, dass das konkret beanstandete Wettbewerbsverhalten den Konkurrenten beeinträchtigen, d.h. im Absatz behindern oder stören kann.

Ist die Gegenseite danach zur Abmahnung berechtigt, ist in einem zweiten Schritt zu prüfen, ob der vorgeworfene Verstoß tatsächlich eine unlautere Wettbewerbshandlung darstellt. Wegen der Vielfalt der möglichen Wettbewerbsverstöße sollte bei Unsicherheit ein Anwalt kontaktiert werden.

Unter dieser Nummer können Sie sich mit einem qualifizierten Anwalt unterhalten (1,99 pro Minute aus dem Festnetz der deutschen Telekom, ggf. gilt ein davon abweichender Tarif aus den Mobilfunknetzen): 0900 18 26 458

Und/oder

Informieren Sie sich ausführlich über die Reaktionsmöglichkeiten auf eine Abmahnung mit der Info-Broschüre von janolaw.

(Bild: © iStockphoto.com)