Der Einsatz von Wirtschaftsdetektiven im Unternehmen

Veröffentlicht am 22. Juni 2017 in der Kategorie Recht & Gesetze von

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Der Einsatz von Wirtschaftsdetektiven im UnternehmenEin Detektiv ist für die meisten Menschen jemand, der sich um Dinge wie Beziehungsprobleme oder andere Konflikte aus dem privaten Umfeld kümmert. Doch liegt meist daran, dass sie Detektive nur aus Filmen und dem Fernsehen kennen.

Doch wer sich ein wenig genauer mit dem Thema beschäftigt wird feststellen, dass dieser Aufgabenbereich nur einen kleinen Anteil an den Aufgaben einer Detektei hat. Denn viel häufiger sind Einsätze im gewerblichen Umfeld. In diesem Artikel wollen wir zeigen, wie der Einsatz eines Detektivs im Unternehmensalltag aussehen und vor unsauberen Machenschaften beschützen kann.

Schutz vor Betrug bei der Reisekostenabrechnung

Gerade Firmenkreditkarten sind nicht nur anfällig für Betrug durch Dritte, sondern auch durch die eigenen Mitarbeiter. In größeren Unternehmen kann der Chef natürlich nicht jede Position einzeln auf ihre Plausibilität prüfen. Dabei geht es gar nicht darum, dass die Mitarbeiter auf einer Geschäftsreise einmal teuer Essen gehen, sondern viel mehr um systematischen Betrug bei der Abrechnung von Reisekosten.

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Zum Beispiel die Abrechnung von signifikant mehr Kilometern als tatsächlich gefahren wurden, das Einreichen von Tankquittungen eines Fahrzeugs, mit welchem die Dienstreise gar nicht begangen wurde oder das Erstattenlassen einer fingierten Taxirechnung.

Als Vorgesetzer ist es nur schwer möglich solch einen Mitarbeiter zu überführen und fristlos zu kündigen. Und an dieser Stelle kommt ein Privatdetektiv ins Spiel. Denn dieser ist in der Lage, den Mitarbeiter während einer Geschäftsreise zu beschatten und so im Nachhinein die Plausibilität der später eingereichten Reisekostenabrechnung zu überprüfen.

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Einen stehlenden Mitarbeiter überführen

Auch ein Diebstahl durch die eigenen Mitarbeiter ist für einen Unternehmer ein erhebliches Problem. Denn es sorgt nicht nur für einen wirtschaftlichen Schaden, sondern zerstört auch noch das Vertrauensverhältnis zwischen dem Vorgesetzten und dem Angestellten. Dazu kommt noch, dass der Verdacht meist nicht auf eine Einzelperson, sondern auf eine Gruppe von Mitarbeitern fällt. Für den Vorgesetzten eine enorm anspruchsvolle Situation. Deshalb ist es sinnvoll, nach Bekanntwerden des Sachverhalts einen Detektiv einer Wirtschaftsdetektei zu beauftragen. Dieser kann ermitteln, ohne dabei Verdacht zu erregen. So fühlt der stehlende Mitarbeiter sich weiterhin in Sicherheit, weil sein Vorgesetzter keinen bemerkbaren Verdacht schöpft.

Für den Detektiv wird es also ein leichtes, den Täter zu ermitteln und natürlich auch vor Gericht beweisbar zu überführen. Doch wird in solchen Fällen meist gar kein Gerichtsverfahren durch den Arbeitgeber angestrengt, da es für ihn von Vorteil ist, wenn die Sache außergerichtlich ohne großes Aufsehen beigelegt wird. In diesem Fall wird man sich für gewöhnlich dahingehend einigen, dass der angestellte eine fristlose Kündigung ohne Abfindung akzeptiert und für den entstandenen Schaden aufkommt.

Ein Angestellter versucht Kunden abzuwerben?

Immer wieder gibt es Fälle, in denen die Mitarbeiter eines Unternehmens gleichzeitig für die Konkurrenz arbeiten oder die eigene Selbstständigkeit vorbereiten. In beiden Fällen wird versucht, die Kunden für einen Wechsel zu einem anderen Unternehmen zu gewinnen, um vom Kundenstamm des ehemaligen Arbeitgebers zu profitieren. In diesem Fall ist schnelles Handeln gefragt, denn es gilt Beweise zu sichern und Zeugen zu finden. Denn jeder Tag kann das Unternehmen potentiell Kunden und damit Geld kosten. Denn oft wird das Abwerben während der Arbeitszeit und mit dem Firmenwagen betrieben.

Wenn ein solcher Verdacht besteht, kann ein Detektiv sich als potentieller Kunde ausgeben und versuchen, den mutmaßlichen Betrüger während eines Verkaufsgesprächs zu einer belastenden Aussage zu bewegen. Doch auch eine Beschattung ist denkbar, denn wenn ein Angestellter während der Arbeitszeit zu anderen Firmen fährt als er angibt, dann reicht dies oft schon, um den Verdacht zu bestätigen und einzugreifen.

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