Reisekosten nur bei beruflicher und privater Trennung absetzbar

Veröffentlicht am 22. August 2011 in der Kategorie Recht & Gesetze von

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Berufstätige und Selbständige können Reisekosten auch dann von der Steuer absetzen, wenn die Reise teilweise privat motiviert ist. Das gilt allerdings nur, wenn sie dabei Berufliches und Privates trennen.

Das gehe aus einem aktuellen Urteil des Sächsischen Finanzgerichts hervor, berichtet das Gründer-Portal gruendungszuschuss.de. Demnach ist das steuerliche Absetzen von Reisekosten nur möglich, wenn die beruflich und privat motivierten Teile der Reise tageweise getrennt und schlüssig dokumentiert werden.

Im konkreten Fall hatte ein Journalist eine Reportage über seine Urlaubsreise nach Kanada geschrieben. Nach der Veröffentlichung versuchte er, die Reise nachträglich als Dienstreise zu deklarieren. So wollte er Reisekosten in Höhe von knapp 6.000 Euro steuerlich geltend machen. Das Finanzamt stufte die Reise allerdings weiterhin als Urlaubsreise ein – trotz des anschließenden Artikels.

Die Sächsischen Finanzrichter gaben der Behörde Recht: Entscheidend für die Einstufung der Reise sei, dass der Journalist nicht im Auftrag seines Arbeitgebers in Kanada war, sondern nur in Absprache mit ihm. Der Journalist sei im Rahmen seines Jahresurlaubs gereist – ohne dass der Arbeitgeber ihm den Aufwand erstattete oder die Kanada-Reportage gesondert honorierte.

Als Dienstreise gelte aber nur eine Reise, die von vornherein und nachweislich als solche geplant wurde – etwa durch Aufträge oder eine schriftliche Bestätigung. Laut gruendungszuschuss.de ist das Urteil auch für Selbständige interessant: Sie unterlägen denselben Bestimmungen bei der Absetzbarkeit von Reisekosten.

Um Reisekosten absetzen zu können, dürfe der berufliche Aspekt bei der Reise nicht zu kurz kommen und müsse zeitlich deutlich vom privaten Teil der Reise getrennt werden. Beispiel: Wer eine viertägige Dienstreise mit einem dreitägigen Urlaub verknüpft, könne vier Siebtel seiner Reise absetzen, also auch vier Siebtel der Flugkosten. Der berufliche Aspekt müsse dabei mindestens zehn bis 15 Prozent der Reise ausmachen.

Ideal für die Steuererklärung ist es laut gruendungszuschuss.de, die beruflich und privat motivierten Teile der Reise tageweise trennen zu können. Ansonsten sollten Reisende schlüssig dokumentieren, wie viele Stunden sie an welchen Tagen beruflich tätig waren. (uqrl)

(Quelle: www.gruendungszuschuss.de)

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