Was kleine und mittelständische Unternehmen von der Franchisewelt lernen können!

Veröffentlicht am 27. Oktober 2010 in der Kategorie Marketing & Vertrieb von

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Franchising erfreut sich zunehmender Beliebtheit. 61.000 Franchiseunternehmer gab es 2009 in Deutschland, rund 4.000 mehr als im Vorjahr. Sie beschäftigten rund 459.000 Arbeitnehmer. Inzwischen gibt es kaum eine Branche, die nicht eine Gründung via Franchising anbietet. In vielen Branchen hat der Markteintritt von Franchisesystemen  bereits grundlegende Veränderungen eingeleitet, in anderen Branchen stehen Veränderungen an.

Franchisenehmer, die als selbstständige Unternehmer regional tätig sind, konkurrieren mit alteingesessenen Unternehmen und setzen diese stark unter Druck. In manchen Branchen haben Franchise-Betriebe den Markt komplett auf den Kopf gestellt und viele ihrer Konkurrenten zur Aufgabe gezwungen. Beispiele sind die Backwarenbranche, der Nachhilfemarkt und die Immobilienberatung. Was macht die Franchiseunternehmer so stark?

Franchising: Das sind die Stärken

Es ist die Kombination aus Marktnähe durch lokale Strukturen und Marktmacht durch den gemeinsamen Marktauftritt, die Franchising so attraktiv macht. Franchisegründer können von Anfang an auf ein erprobtes Konzept, einen Markennamen, bestehende Marketing-Materialen und die Unterstützung einer Systemzentrale in vielen Bereichen zurückgreifen. Mit Kampagnen, die von der Franchisezentrale konzipiert werden und lokal leicht zur Anwendung gebracht werden können, gelingt es Franchiseunternehmern in der Regel schnell, Aufmerksamkeit zu erregen und Kunden anzuziehen.

Ein weiterer Vorteil ist die gute Ausbildung, die viele Franchise-Zentralen ihren Partnern zugutekommen lassen. 58 Tage Grundausbildung bieten Franchise-Systeme durchschnittlich ihren Franchisepartnern an. Das Ausbildungsprogramm reicht von Training in einem Pilotbetrieb, über Training-on-the Job durch einen erfahrenen Franchisebetreuer, Produkttraining, Branchen- und Systemwissen bis hin zu Verkaufstraining. Für bestehende Franchisepartner werden 17 Schulungstage pro Jahr angeboten.

Franchisegeber legen mehr Wert auf Weiterbildung

Diese Ergebnisse aus dem Franchisegeber Weiterbildungsindex 2010, den BEI-Training kürzlich gemeinsam mit dem Deutschen Franchiseverband veröffentlicht hat, verdeutlichen, wie viel Wert Franchisesysteme auf die Ausbildung ihrer Partner legen. 40 Prozent der Franchisesysteme planen sogar, ihr Weiterbildungsangebot weiter zu verstärken, so dass man davon ausgehen kann, dass Franchisenehmer auch weiterhin von einem Wissensvorsprung profitieren können.

Zunehmend erkennen die Franchisezentralen außerdem, dass der Erfolg der Franchisenehmer nicht nur auf Fachwissen basiert, sondern auch auf persönlichen Fähigkeiten, den sogenannten „People Skills“. So finden sich verstärkt Trainingsangebote zu Verkaufstechniken, Kundenorientierung, Eigenorganisation und Führungstechniken im Schulungsangebot der Systeme wieder.

Kein Wunder also, dass die gut ausgebildeten Franchisegründer  im Wettbewerbskampf die Nase vorn haben, besonders wenn man bedenkt, dass viele kleine und mittelständische Unternehmen oft nur wenig in Weiterbildung investieren. Im Übrigen haben die Franchisesysteme meist nicht nur auf dem Absatzmarkt bessere Karten in der Hand,  auch auf der Suche nach guten Mitarbeitern können sie mit ihrem Wissen und dem Aus- und Weiterbildungsangebot der Zentrale punkten.

Franchising: Das kann man lernen

Was bedeutet das für lokale kleine und mittelständische Unternehmen, die sich trotz wachsender Konkurrenz auf dem Markt behaupten wollen? Wer überleben will, muss aus den Stärken der Konkurrenten lernen. Eine klare Positionierung und eine langfristige strategische Ausrichtung unter Berücksichtigung der veränderten Marktbedingungen sind dazu der erste Schritt. Kleine Unternehmen haben den Vorteil, schneller und flexibler auf Veränderungen regieren zu können. Es gilt zunächst zu analysieren, wo Handlungsbedarf besteht, wo Marktlücken sind und wie sich das Angebot optimieren lässt. Unternehmen, die Nischen besetzen oder sich auf maßgeschneiderte Lösungen für bestimmte Kundengruppen spezialisiert haben, können sich behaupten.

Weiterhin spielt die Fähigkeit der Mitarbeiter,  Kunden ans Unternehmen zu binden, eine große Rolle. Die Mitarbeiter müssen das Wissen, die Motivation und die Fähigkeiten mitbringen, kundenorientiert zu denken und zu handeln. Schließlich kaufen Menschen von Menschen und Beziehungen sind  immer einzigartig und nicht kopierbar. Weiterbildung, die gezielt die persönlichen Fähigkeiten der Führungskräfte und Mitarbeiter schult, ist für kleine Unternehmen damit die Basis für eine solide Wettbewerbsposition. Nur so können sie auf den enger werdenden Märkten mit Alleinstellungsmerkmalen punkten.

Auch auf dem Arbeitsmarkt - auf der Suche nach den besten Mitarbeitern - sind kleine Unternehmen keineswegs chancenlos, wenn sie beweisen können, dass sie Arbeitsplätze mit Gestaltungsmöglichkeiten, Mitspracherechten und Förderungsmöglichkeiten bieten. Klein, aber fein – im Sinne von einzigartig – so lautet das Erfolgsrezept für kleine und mittelständische Unternehmen auf hart umkämpften Märkten.

(Bild: © Shariff Che'Lah - Fotolia.com)