Gott Google gnädig stimmen: Welche Suchergebnis-Sanktionen gibt es und wie kann man sie umgehen?

Veröffentlicht am 21. April 2009 in der Kategorie Marketing & Vertrieb von

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Mit seiner beherrschenden Stellung im Suchmaschinenmarkt hat Google unbestritten eine erhebliche Macht im World Wide Web. Der Listungsplatz in den Google-Suchergebnissen hat einen erheblichen Einfluss auf den Erfolg vieler Unternehmen. Dementsprechend verbringen unzählige Webmaster viel Zeit damit, ihrer Website zu einer möglichst prominenten Platzierung in den Suchergebnissen bei relevanten Suchbegriffen zu verhelfen. Um dieses Ziel zu erreichen, gibt es grundsätzlich zwei unterschiedliche Ansätze.

Zum einen kann die Suchmaschinen- optimierung der Website unter Befolgung der Qualitätsrichtlinien von Google erfolgen (auch White Hat Methode genannt). Diese Methode ist zu empfehlen, da sie langfristig zu den besseren Ergebnissen führt. Allerdings ist es gleichzeitig die mühsamere Variante der Suchmaschinenoptimierung, bei der auch Geduld gefragt ist.

Viele Webmaster versuchen daher alternativ auch mit manipulativen Verfahren potenzielle Schwächen im Google-Algorithmus zu nutzen, um schneller an das Ziel einer besseren Listung zu kommen (auch Black Hat Methode genannt).

Letztere Methode kann allerdings schnell dazu führen, dass sie bei Erkennung von Google bestraft werden. Grundsätzlich kann es aber auch Webmastern, die eine "saubere" Optimierung verfolgen, passieren, dass sie von Google sanktioniert werden. Im Folgenden werden einige ausgewählte Gründe aufgeführt, die zu negativen Sanktionen führen können.

Welche Maßnahmen können zu Strafen führen?

Einer der Gründe für Bestrafungen durch Google ist eine zu schnell steigende Anzahl von verweisenden Websites. Zwar ist es grundsätzlich erstrebenswert, dass möglichst viele Seiten auf die eigene verlinken, allerdings wird Google skeptisch, wenn dieser Prozess zu schnell geschieht.

Insbesondere so genannte "Sponsored Links", also gekaufte Links oder Links, die thematisch nicht zu den Inhalten einer Website passen, fallen auf und können zu Sanktionen führen. Zudem sollte darauf geachtet werden, nicht auf andere Seiten zu verlinken, die bereits von Google-Sanktionen betroffen sind, da dies negative Auswirkungen auf die eigene Seite haben kann.

Ein weiterer beliebter Trick ist, die Anzahl der Schlüsselbegriffe (Keywords) künstlich zu erhöhen, ohne dass entsprechende Inhalte hinterlegt sind. Beispiel hierfür ist weißer Text auf weißem Hintergrund oder Text mit der Schriftgröße Null. Auch hier kommt schnell der Verdacht auf, dass die entsprechende Website wenig vertrauenswürdig ist.

Die häufigsten Ursachen von Google-Sanktionen sind in einem weiteren Artikel zusammengefasst.

Welche Sanktionen sind möglich?

Generell gilt es zwischen einer Abstrafung und dem kompletten Ausschluss der Website aus dem Google-Index zu unterscheiden.

Bei einer Abstrafung wird die Seite von Google in den Suchergebnissen mehrere Plätze nach hinten verschoben. Hier gibt es wiederum verschiedene Abstufungen. So kann beispielsweise ein kleiner Verstoß gegen die Qualitätsrichtlinien von Google zu einer Verschiebung um einige wenige Rankingplätze führen, während ein größerer Verstoß auch dazu führen kann, dass eine Website gleich mehrere Seiten nach hinten verschoben wird. Genauere Informationen zu den verschiedenen Strafvariationen veröffentlicht Google nicht, das Techdivison Blog berichtet jedoch von folgenden Möglichkeiten:

  • 6 Penalty: Über die Verschiebung des Listungsplatzes von Position 1 auf Position 6 berichteten einige etablierte Seiten im Januar 2008. Allerdings ist bisher unklar, ob es sich hier tatsächlich um eine Sanktion handelt.
  • 30 Supression Penalty: Um 30 Plätze nach hinten verschoben werden anscheinend Seiten, die über AdWords versuchen, ihre Listung zu verbessern, aber nur wenig brauchbaren Content anbieten. Selbiges gilt für sogenannte "Doorway pages“, d. h. Seiten, die keinen eigenen Inhalt haben, aber mit Schlüsselwörtern gespickt sind und Besucher auf die eigentliche Inhaltsseite weiterleiten.
  • 50 Paid Links Penalty: Eine Strafe von 50 Plätzen kann es für Seiten geben, die entweder Links kaufen oder aber die eigene starke Position nutzen, um Links zu verkaufen.
  • 950 Penalty: Mit dieser Strafe landet die betroffene Website auf der letzten Seite der Suchergebnisse. Aber auch hier kann über die Gründe nur spekuliert werden. Möglicherweise ist die übermäßige Nutzung von Linknetzwerken ein ausschlaggebender Grund für diese Sanktionsvariante.

Die Höchststrafe ist allerdings der Ausschluss aus dem Google-Index, da die Seite dann gar nicht in den Suchergebnissen auftaucht. Hier muss allerdings bereits ein erheblicher Manipulationsversuch vorangegangen sein.

Wie lassen sich Sanktionen beenden?

Bleibt die Frage, welche Möglichkeiten es gibt, um nach einer erfolgten negativen Sanktion seine Website wieder auf dem angestammten Platz im Index zu platzieren. Google bietet Webmastern die Möglichkeit, die betroffene Seite noch einmal überprüfen zu lassen.

Wird bei dieser Überprüfung keine Beanstandung mehr festgestellt, landet die Seite wieder wie gewohnt in den Suchergebnissen. Voraussetzung ist natürlich, dass alle Gründe, die zur Abstrafung geführt hatten, behoben wurden. Die erneute Überprüfung kann im Google Webmaster Help Center beantragt werden.

Allgemein empfiehlt Google, dass Webmaster ihre Website nicht auf Suchmaschinen, sondern auf ihre Nutzer ausrichten sollten. Wenn Besucher der Website den erwarteten Inhalt finden und dieser Inhalt qualitativ hochwertig ist, könne in der Regel davon ausgegangen werden, dass die Mechanismen der Suchmaschinen zu einer guten Suchmaschinenlistung führen.

Die Autoren: Philipp Graune und Andreas Duscha. Andreas Duscha (Dipl.-Wirt.-Inf.) ist seit Januar 2004 wissenschaftlicher Mitarbeiter am ECC Handel Institut für Handelsforschung. Mehr über Philipp Graune erfahren Sie in der untenstehenden Autoren-Info.

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