Das WM-Interview: „adidas wird mit Abstand die sichtbarste Marke in Südafrika sein!“

Veröffentlicht am 14. Juni 2010 in der Kategorie Marketing & Vertrieb von

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Anpfiff in Südafrika: Die Fußball-Weltmeisterschaft ist in vollem Gange. Der Wettbewerb findet nicht nur zwischen den 32 Mannschaften statt, auch die Sportartikelhersteller kämpfen um die Vorherrschaft .

Unternehmer.de wollte von adidas-PR-Chef Oliver Brüggen wissen, wer Weltmeister wird, wie das Standing der drei Streifen bei der Fußball-WM in Südafrika ist und welches Verhältnis adidas zur Konkurrenz hat.

Unternehmer.de: Herr Brüggen, wer ist Ihr Favorit bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika? Wie schätzen Sie die Chancen der deutschen Mannschaft ein?

Oliver Brüggen: Die deutsche Mannschaft wird eine gute Rolle spielen, davon bin ich überzeugt. Mein persönlicher WM-Favorit ist jedoch Spanien!

Unternehmer.de: Wie werden Sie die Fußball-Weltmeisterschaft verfolgen: Vor dem heimischen Fernseher, via Public Viewing oder vor Ort in Südafrika?

Oliver Brüggen: Zum einem habe ich das große Glück, einen Teil der Spiele vor Ort in Südafrika verfolgen zu können und freue mich auf die dortige Atmosphäre. Nach meiner Rückkehr werde ich als aufmerksamer Fernsehzuschauer am Ball bleiben.

Unternehmer.de: Wie viele Mannschaften werden von adidas ausgestattet? Hätten Sie sich eine stärkere Präsenz der drei Streifen in Südafrika gewünscht?

Oliver Brüggen: adidas wird mit Abstand die sichtbarste Marke der WM sein. Wir sind offizieller Sponsor, Ausrüster und Lizenznehmer, außerdem stellen wir den offiziellen Spielball. Wir statten 12 Teams aus, doppelt so viele wie 2006 und mehr als jede andere Marke.

Unternehmer.de: Der neue adidas-WM-Ball hört auf den Namen "Jabulani". Könnten Sie kurz seine Besonderheiten und seine Entstehungsgeschichte skizzieren?

Oliver Brüggen: Der Begriff "Jabulani" stammt aus der Sprache der Zulus und bedeutet übersetzt soviel wie "feiern" oder "zelebrieren". Das Design besteht aus elf verschiedenen Farben, welche wiederum die elf offiziellen Sprachen Südafrikas und die elf südafrikanischen Stämme darstellen. Wir wollen damit die Vielfältigkeit Afrikas zum Ausdruck bringen. Unsere Entwickler haben fast vier Jahre in das Projekt "Jabulani" gesteckt, der Ball wurde zunächst unter härtesten Laborbedingungen und danach von Profis auf dem Spielfeld getestet.

Unternehmer.de: "Jabulani" wurde allerdings auch immer wieder kritisiert: Jüngst gab Dänemarks Nationaltrainer Morten Olsen zu Protokoll, es handele sich um einen "unmöglichen Ball", der schwer zu kontrollieren sei. Wie stark irritiert Sie diese Kritik?

Oliver Brüggen: Glauben Sie mir, diese Diskussion kurz vor dem Turnier gehört mittlerweile zur WM wie das Eröffnungsspiel. Schon in den 1970er Jahren, als die Bälle noch aus Leder waren, hatten die Spieler unterschiedliche Meinungen über den Spielball. Fakt ist, dass der Jabulani intensiv getestet wurde, seit dem 4. Dezember 2009 in zahlreichen internationalen Ligen im Einsatz ist und es bis dato keinerlei Beschwerden gab. Eines der ersten Teams, das den Jabulani benutzt hat, war der FC Bayern München. Und der hat nun wahrlich mit diesem Ball in den vergangenen Monaten hervorragenden Fußball gespielt. Also wird sich diese Diskussion bald wieder legen und wir werden bei der WM hoffentlich viele großartige Tore sehen.

Unternehmer.de: Nike-Deutschland-Geschäftsführer Carl Grebert sagte in einem Gespräch mit der Tageszeitung "Die Welt", Nike sei das größte Unternehmen im Fußball-Business. Kann man das so stehen lassen?

Oliver Brüggen: adidas ist mit großem Abstand die weltweite Fußballmarke Nummer eins. Mit der WM werden wir unsere Führungsposition im Fußball unterstreichen und neue Rekordumsätze in der Kategorie Fußball von über 1,3 Milliarden Euro erreichen.

Unternehmer.de: Wie ist das Verhältnis zwischen adidas und Nike? Respektiert man sich oder gibt es auch Spannungen?

Oliver Brüggen: Wettbewerb ist Teil des Sports und Teil der Wirtschaft. Natürlich möchte jeder gewinnen. Der Wettbewerb in unserer Branche ist dabei aber nicht härter als beispielsweise in der Automobilindustrie, wo Audi gegen BMW antritt, oder in der Computer-Branche, wo Apple auf Microsoft trifft. Solange dieser Wettbewerb sportlich-fair abläuft, gibt es daran meines Erachtens auch überhaupt nichts auszusetzen.

Unternehmer.de: Zum Schluss ein kleines Gedankenspiel. Es verschlägt Sie auf einen fremden Planeten, auf dem es nur vier Sportartikelhersteller gibt: Puma, Nike, Lotto Sport Italia und Trigema. Für welchen Hersteller würden Sie sich als Kunde entscheiden? Und warum?

Oliver Brüggen: Allen Gedankenspielen zum Trotz bleiben wir lieber mit der Marke adidas auf unserem Planeten.

Das Interview führte Unternehmer.de-Redakteur Mathias Sauermann.

(Bild: © Thomas Jansa - Fotolia.com)