Relevantes einfach abonnieren – Gehört Newsfeeds die Zukunft?

Veröffentlicht am 25. März 2009 in der Kategorie Marketing & Vertrieb von

Die Vorbereitung ist wichtig für eine erfolgreiche VerhandlungDie Idee hinter Newsfeeds: Bevor eine Webseite oder ein Weblog im Internet immer wieder erneut manuell nach neuen Meldungen überprüft werden muss, überwacht der interessierte Leser Neuigkeiten mittlerweile automatisch mit Hilfe sogenannter RSS-Feeds bzw. Newsfeeds.

Auf diesem Wege wird dieser immer unverzüglich informiert, wenn auf den persönlichen Lieblingsseiten neue Nachrichten eingestellt werden. Die neuen Inhalte werden automatisch abgerufen und übersichtlich sowie werbefrei ganz nach Wunsch dargestellt.

Was ist eigentlich RSS?

Die Abkürzung RSS steht für "Really Simple Syndication" (wahlweise auch für "Rich Site Summary" oder "RDF Site Summary") und ist ein plattformunabhängiges Dateiformat auf XML-Basis. Dieses wurde entwickelt, um den facettenreichen und mächtigen Nachrichtenstrom aus dem Web zu bändigen und Leser komfortabel über Neuigkeiten auf dem Laufenden zu halten.

Um die Annehmlichkeiten von RSS-Benachrichtigungen nutzen zu können, bedarf es zweierlei: Genügend Websites, die RSS-Feeds anbieten, und einen Reader, der diese Feeds in einer angemessener Form darstellen kann.

RSS-Leseprogramme (auch Feedreader, RSS-Reader oder RSS-Aggregatoren genannt) sammeln die "Newsticker-Meldungen" und bereiten diese für ihre Benutzer überschaubar auf. Der RSS-Feed liefert dem Leser, nachdem er abonniert wurde, automatisch neue Einträge und Nachrichten. Durch Eingabe der Adresse des Feeds im entsprechenden Feedreader wird ein Newsfeed "abonniert".

Neu veröffentlichte Inhalte werden von diesem eigenverantwortlich und in regelmäßigen, vom Empfänger festgelegten Abständen, auf die Endgeräte des Abonnenten geladen. Darunter fallen mittlerweile PCs, Mobiltelefone, PDAs sowie mobile Spieleplattformen.

Ähnlich einem Nachrichtenticker werden die Überschriften mit einem kurzen Textanriss (der einen Link zur Originalseite enthält) versehen. Der Abonnent des RSS-Feeds kann dann direkt den angebotenen Links folgen und dort die vollständige Meldung lesen. Hierbei kommt ein sogenanntes Pull-Verfahren zum Einsatz: Die Software des Abonnenten sendet in regelmäßigen Abständen Anfragen zur Aktualisierung des RSS-Feed an den Server.

Im Unterschied zu einem Newsletter muss der Leser für ein Abonnement seine E-Mail-Adresse nicht offenlegen. Quellen lassen sich somit nahezu anonym abonnieren bzw. wieder kündigen, indem einfach die gewünschte Einstellung am eigenen Feedreader vorgenommen wird. Keine Fülle von Informationen unterschiedlichster Bandbreiten, wie z. B. häufig bei Newslettern, muss gesichtet werden, sondern nur Informationen explizit ausgewählter und abonnierter Themenbereiche. So erhält der Leser nicht nur auf ihn persönlich zugeschnittene und relevante Nachrichten, sondern bestimmt ebenfalls komfortabel, wie lange er diese erhalten möchte.

Im Unterschied zu Newslettern per E-Mail gehen die Aktivitäten nicht festgelegt vom Sender, sondern von den eingestellten Präferenzen des Empfängers aus.

Ein RSS-Reader kann dem Empfänger Zeit und Mühe sparen. Ohne direkt unterschiedliche Websites aufsuchen zu müssen, ist dieser in der Lage, mehrere Seiten (und/oder auch Blogs) gleichzeitig auf interessante Aktualisierungen zu überprüfen. Auf diese Weise lassen sich zeitnah neu eingestellte Inhalte von Websites überprüfen.

Ausgewählte Newsfeeds

Feedreader/RSS-Reader - Anzeigeprogramme für Newsfeeds

Zahlreiche eigenständige RSS-Programme für Windows, Linux und Mac OS X finden sich beispielsweise auf der RSS-Reader-Liste unter RSS-Verzeichnis.de. Die meisten dieser Programme werden kostenfrei zur Verfügung gestellt.

Neben der Installation separater Zusatzprogramme lassen sich RSS-Feeds auch über den Internetbrowser oder den eigenen E-Mail-Client, wie z. B. Microsoft Outlook, nutzen.

Der Internet Explorer unterstützt ab der Version 7.0 die direkte Anzeige von RSS-Feeds. Diese können bequem über das Favoritencenter aufgerufen, gelesen und verwaltet werden. Es geht jedoch auch noch etwas übersichtlicher: Die RSS-Erweiterung "Feeds Plus" für den Internet Explorer 7 wurde von Mitarbeitern des IE RSS-Teams entwickelt und zeigt abonnierte RSS-Feeds in einer Übersicht an. "Feeds Plus" meldet sich, sobald ein neuer Feed erscheint, mit einem Popup-Fenster zu Wort.

Selbstverständlich lässt sich dieser Alarm-Modus persönlichen Wünschen anpassen, z. B. lässt sich festlegen, bei welchen einzelnen Newsfeeds ein solches Popup angezeigt werden soll.

Auch bei Firefox geht das Abonnieren neuer RSS-Feeds ausgesprochen leicht. An der Adresszeile kann der Leser unmittelbar erkennen, ob eine Internetseite RSS-Feeds anbietet. Eine Liste mit allen verfügbaren Feeds öffnet sich nach einem Klick auf das RSS-Logo. Firefox bietet hierbei mehr Optionen als der Internet Explorer. RSS-Feeds können beispielsweise als "Dynamische Lesezeichen" direkt im Internetbrowser als Favoritenseite angezeigt werden. Eine Vereinfachung der Verwaltung von RSS-Feeds bietet zudem die Firefox-Erweiterung Sage.

Microsoft Outlook bietet ab der Version 2007 einen integrierten RSS-Reader. Besitzer älterer Versionen machen diese mit dem "RSS Popper"-Plug-in RSS-fähig.

Unterschiedliche Formate - Die Qual der Wahl

RSS ist seit seiner Einführung im Jahr 1999 (My Netscape Network) in verschiedenen Versionen ("0.90", "0.91", "0.93", "0.94", "1.0", "2.0") erschienen, die sich durch unterschiedliche Eigenschaften auszeichnen und auch von verschiedenen Entwicklergruppen unabhängig voneinander auf den Markt gebracht wurden.

Einer breiteren Nutzerschaft bekannt gemacht haben es jedoch erst die unzähligen Weblogs, die auf dieser Technik aufsetzen. Neben den unterschiedlichen Versionen können RSS-Feeds verschiedene Datei-Endungen wie "xml", "rss" oder "rdf" aufweisen, was an deren tatsächlicher Funktion allerdings nichts ändert.

In Konkurrenz zu RSS steht das Format ATOM. Aus der Absicht, die Vorteile der verschiedenen RSS-Versionen in einem neuen, unabhängigen Format zu vereinen und zusätzlich um sinnvolle Bestandteile zu ergänzen, entstand parallel zu RSS das Format ATOM. Ziel ist es, die Inkompatibilitäten und Inkonsistenzen innerhalb von RSS zu beheben. Die beiden Formate können zwar ineinander umgewandelt werden, sind aber nicht miteinander kompatibel.

Das ATOM-Format befindet sich noch in einem frühen Entwicklungsstand und wird daher bislang von vergleichsweise wenigen Werkzeugen und Feed-Readern unterstützt. Leider bieten Websites häufig zahlreiche unterschiedliche RSS-Feed-Formate an, was zu Verwirrung führen kann, da viele Nutzer nicht wissen, welches dieser Angebote sie wählen sollen, geschweige denn worin sich diese unterscheiden.

Wie lassen sich Newsfeeds abonnieren?

Newsfeeds werden beispielsweise durch ein Symbol bzw. eine Schaltfläche mit der Aufschrift "XML" oder "RSS" gekennzeichnet. Ein Klick auf diese oder einen Link wie zum Beispiel "RSS-Feed" führt direkt zu der entsprechenden RSS-Datei. Der RSS-Newsfeed wird abonniert, indem der Link kopiert und in den entsprechenden RSS-Reader eingefügt wird.

Fazit

Millionen Internetnutzer verwenden mittlerweile das RSS-Format im Rahmen ihrer Newsfeed-Abonnements. Gleichzeitig bieten immer weitere namhafte Unternehmen, Organisationen und Medien, wie ZEIT.de, Stern.de, BBC, CNN, tageschau.de oder SPIEGEL Online, Newsfeeds als Nachrichtenkanal ihrer Website an.

Newsfeeds können für Empfänger eine deutliche Zeitersparnis mit sich bringen, ergänzt um den Nutzen, nur maßgeschneiderte und gewünschte Informationen zu erhalten. Die künftige Akzeptanz und Verbreitung werden zeigen, ob Newsfeeds altbekannte E-Mail-Newsletter langfristig ablösen oder einen zusätzlichen Informationskanal für Unternehmen darstellen.

Die Autoren:
Philipp Hoppe und Andreas Duscha. Andreas Duscha (Dipl.-Wirt.-Inf.) ist seit Januar 2004 wissenschaftlicher Mitarbeiter am ECC Handel Institut für Handelsforschung. Schwerpunktmäßig beschäftigt er sich mit Fragen des E‑Commerce, dabei insbesondere mit Methoden der Online-Kunden­akquisition, Verfahren des Suchmaschinenmarketings, Online-Befragungen sowie mit Einsatzmöglichkeiten der RFID-Technologie.

Über Philipp Hoppe erfahren Sie mehr in der untenstehenden Autoren-Information.

(Bild: © Bobo Ling - Fotolia.com)