Mit Warp 9 durch das Google-Universum … und raus aus dem Datenschutz?

Veröffentlicht am 17. März 2009 in der Kategorie Marketing & Vertrieb von

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Datenschutz im InternetGoogle wurde im September 1998 von Larry Page und Sergey Brin gegründet. Das selbst ernannte Ziel besteht noch heute darin, die Informationen der Welt zu organisieren und allgemein nutzbar und zugänglich zu machen. Um dies den Internetnutzern zu ermöglichen, durchsucht Google mehr als 8 Milliarden Websites und gibt die Suchergebnisse in mittlerweile 35 verschiedenen Sprachen an.

Google verfügt international über mehr als 100 Domains und bietet dazu jeweils die entsprechende Nutzeroberflächen-Sprache automatisch an. Weltweit arbeiten mehr als 3.000 Mitarbeiter für die Internetplattform.

Google bietet privaten und gewerblichen Internetnutzern insgesamt 21 hilfreiche Anwendungen auf seiner Plattform an, neben der herkömmlichen Web- und Bildsuche, in den Kategorien Kommunikation, Austausch und zusätzliche Ressourcen. Die Basisversion Google Apps Standard der Anwendungen ist kostenlos, während für Google Apps Professional pro Nutzer eine jährliche Gebühr anfällt.

Die Google-Kommunikation

Um auch außerhalb Ihres Unternehmens mit Kolleginnen und Kollegen oder anderen Personen in Kontakt zu bleiben, ermöglicht Google Apps die Verwaltung von E-Mails durch Computer oder Mobiltelefon, Instant Messaging und VoIP (Voice over IP), gesammelt in einem einzigen Postfach.

Um dabei den Überblick zu behalten, gibt es eine integrierte Suchtechnologie. Zahlreiche Anwendungen, wie der Empfang von Nachrichten und Suchergebnisse per E-Mail (Alerts), die Suche nach wissenschaftlichen Dokumenten (Scholar) oder das Ausschneiden und das Sammeln von Informationen (Notizbuch) erleichtern die Arbeit im Internet. Hierzu lässt sich ab sofort auch der hauseigene Google-Chrome-Browser verwenden.

Austausch

Weitere Anwendungen beziehen sich auf den eigenen Computer oder das Mobiltelefon. Veröffentlichungen von Informationen, Dokumenten und Kalendern sollen hiermit erleichtert werden. Mit Hilfe von Google Groups lassen sich Mailinglisten und Diskussionsgruppen erstellen.

Durch Google Mail ist es möglich, E-Mails bis zu einer Gesamtgröße von mehreren Gigabyte im Postfach zu speichern. Hilfreich für Konferenzen ist die Anwendung ´Talk´, bei der Personen über den Computer telefonieren und Instant Messages senden können. Des Weiteren bietet Google mit Blogger seinen Internetnutzern die Möglichkeit, ein Online-Tagebuch oder Unternehmensblog zu erstellen.

Zusammenarbeit

Arbeitszeiten und wichtige Termine lassen sich mit dem Kalender verwalten. Auf Wunsch kann ein direkter Abgleich mit dem Kalender von Geschäftspartnern und Freunden erfolgen.

Internetnutzer können Dokumente, Tabellen sowie Präsentationen erstellen und dabei mit der Anwendung ´Text und Tabellen´ in Echtzeit über ein Browserfenster zusammenarbeiten. Mit ´Übersetzung´ können Wörter, aber auch komplette Websites automatisiert in zahlreichen Sprachkombinationen übersetzt werden.

Zusätzliche Ressourcen

Mit Google Mobile Apps wurde kürzlich eine neue Anwendung für das iPhone veröffentlicht, die eine verbesserte Suchbox zeigt, mit der man das Internet und seine Google Contacts durchsuchen kann. Durch eine GPS-Lokalisierung und Google Maps ist es zusätzlich möglich, sich auf dem iPhone seinen genauen Standort anzeigen zu lassen.

Restaurants, Bars und weitere sogenannte POI (Point of Interest) können somit direkt abgerufen werden. Anbieter, die sich bei Google Maps kostenlos eintragen lassen können, haben dadurch den Vorteil, auf dem Stadtplan angezeigt zu werden. Im Moment nur für  ausgewählte Städte auf der Welt verfügbar, lassen sich in absehbarer Zeit die Stadtpläne auch in 3D-Ansicht auf dem Computer durch Google Earth ansehen. Weitere Video-Funktionen bietet die Plattform YouTube.

Eine individuelle Anpassung Ihres Desktop wird beispielsweise durch Google Gadgets ermöglicht, iGoogle ist für die Personalisierung der Google-Website in Abhängigkeit der Nutzerpräferenzen zuständig.

Ausbau des Google-Universums

Google hat 2007 den Werbevermittler DoubleClick für 3,1 Milliarden US-Dollar übernommen. DoubleClick ist ein technischer Dienstleister, der menschliches Verhalten im Internet aufzeichnet und die Daten nutzt, um Werbung auf einzelnen Internetseiten zu platzieren. Anschließend werden die Daten analysiert und der Erfolg einer Internetseite kann gemessen werden.

Jeden Monat tippen mehr als fünf Milliarden Mal Menschen ein Wort bei Google ein. Dies lässt erahnen, welche große Menge an Informationen Google zusätzlich durch DoubleClick zur Verfügung steht. Anfang des Jahres sagte Eric Schmidt, der Vorstandschef von Google, der Financial Times gegenüber: Ziel ist, dass unsere Nutzer uns irgendwann die Frage stellen können, was sie morgen machen sollen oder was für einen Job sie annehmen sollen. Die Zusammenarbeit kann dazu führen, für ebendiese Analyse zielgerichtete Werbung anzubieten.

Verletzung der Privatsphäre?

Google-Kritiker fühlen sich an diesem Punkt in Ihrer Privatsphäre verletzt, denn die Vorlieben und Interessen der Internetnutzer werden in Form sogenannter Server-Logdateien aufgezeichnet. Diese gesammelten Informationen enthalten üblicherweise Daten über eine Nutzeranfrage in Form von IP-Adresse, Browsertyp, Browsersprache, Datum und Uhrzeit.

Durch den Einsatz von Cookies können diese Informationen, wenngleich anonymisiert, von Google erfasst und weiterverarbeitet werden.

Und was ist mit dem Datenschutz?

Google kann gemäß der Datenschutzerklärung vertrauliche persönliche Daten, wie Name, E-Mail-Adresse oder Abrechnungsinformationen nur durch ausdrückliche Zustimmung des Nutzers freigeben.

Solche Informationen können jedoch Tochtergesellschaften, Partnerunternehmen oder anderen vertrauenswürdigen Unternehmen sowie Personen zur Verfügung gestellt werden, die die Daten im Auftrag von Google verarbeiten.

Im Fall einer Übernahme, einem Verkauf von Investitionsgütern sowie einem Unternehmenszusammenschluss werde der Google-Nutzer benachrichtigt, bevor vertraulich persönliche Daten übertragen werden und sie dadurch unter andere Datenschutzbestimmungen fallen würden.

Über einzelne Benutzer gesammelte Daten dürfen in Gruppen klassifiert werden, so dass sie sich nicht mehr individuell zurückverfolgen lassen oder das Verhalten des Benutzers widerspiegeln. Diese Daten kann Google an Drittanbieter weitergeben.

Fazit

Das Google-Universum erstreckt sich schon lange nicht mehr nur auf die reine Suche nach Websites und Bildern, sondern stellt mittlerweile eine Vielzahl von hilfreichen Anwendungen für private und gewerbliche Nutzer zur Verfügung.

Auf diese Anwendungen kann der Benutzer vom Computer, aber häufig auch vom Mobiltelefon aus zugreifen, so dass es möglich ist, einerseits zeitlich flexibel zu bleiben und andererseits auch nicht mehr auf einen bestimmten festen Arbeitsplatz angewiesen zu sein.

Für nahezu jedes Aufgabengebiet finden sich passende Anwendungen, zur Verwendung ist lediglich ein Google-Account und eine kurze Einarbeitungszeit erforderlich. Hilfe zur Verwendung von Google Apps Anwendungen im eigenen Unternehmen bieten die Produkttour und ein Online-Seminar an, die in englischer Sprache bereit gestellt werden.

Abschließend lässt sich festhalten, dass die von Google zur Verfügung gestellten Anwendungen die Arbeit am Computer und Mobiltelefon erleichtern können. Unter Aspekten des Schutzes eigener Daten und Privatsphäre sollte ein Einsatz jedoch genau abgewogen werden, da trotz aller Vorsätze und kommunizierten Zielsetzungen Google ein privatwirtschaftlich agierendes Unternehmen ist, dem der Internetnutzer seine Informationen und Nutzungsabläufe preisgibt.

Die Autoren:
Sammar Keddo und Andreas Duscha. Andreas Duscha (Dipl.-Wirt.-Inf.) ist seit Januar 2004 wissenschaftlicher Mitarbeiter am ECC Handel Institut für Handelsforschung. Schwerpunktmäßig beschäftigt er sich mit Fragen des E‑Commerce, dabei insbesondere mit Methoden der Online-Kunden­akquisition, Verfahren des Suchmaschinenmarketings, Online-Befragungen sowie mit Einsatzmöglichkeiten der RFID-Technologie. Über Sammar Keddo erfahren Sie mehr in der untenstehenden Autoren-Information.

(Bild: © Dustin Lyson - Fotolia.com)