Twitter: Mächtiges Marketing-Tool oder überbewerteter Rohrkrepierer?

Veröffentlicht am 12. März 2009 in der Kategorie Marketing & Vertrieb von

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Twitter: Mächtiges Marketing-Tool oder überbewerteter Rohrkrepierer?Obwohl inzwischen fast täglich über den Microbloggingdienst Twitter berichtet wird, gibt es erst 27.000 aktive Nutzer, die selbst twittern. Zusammen mit den passiven “Followern” sind es laut Webevangelisten 38.000 Twitter-Nutzer.

Seit genau drei Jahren gibt es inwischen Twitter und in den USA ist es der Megatrend. Die Webevangelisten haben sich die Mühe gemacht, einmal die deutschen Nutzer zu zählen, und das Ergebnis ist enttäuschend:

Von den 42,7 Millionen Internet-Usern nutzt nur jeder Tausendste Twitter. Dabei gibt es eine Reihe von Gründen, die den Dienst attraktiv machen:

  1. Für die Einrichtung eines Accounts müssen gerade einmal fünf Formularfelder ausgefüllt werden.
  2. Jeder neue Eintrag ist nur 140 Zeichen lang - erfordert also keine schriftstellerischen Höchstleistungen.
  3. Neben Banalem gibt es zunehmend auch interessante Angebote: Dell machte 2008 bereits eine Million Euro Umsatz mit Sonderangeboten. Die Deutsche Bahn twittert Verspätungen und RadAlert Radarfallen.
  4. Und das wird in Zukunft der wichtigste Punkt werden: Wer Frust mit einem Produkt hat, wird dies künftig twittern anstatt sich über schlechte Hotlines zu ärgern. Ein Kunde eines amerikanischen Providers hat das schon gemacht - und nach einer halben Stunde kam die Twitternachricht, dass der Internetzugang wieder OK sei.

Markenführung via Twitter?

Wie wichtig Blogs für das Markenimage sein können, haben viele Unternehmen schon erkannt. Nun aber beginnt ein viel weitreichender Angriff auf die Kernkompetenz der Marketingabteilungen, nämlich eine Marke zu führen.

Bisher reichte es aus, täglich in den weltweit 1,5 Millionen Blogs nach Nörglern zu suchen. Sobald in einem Jahr jeder sein Internet-Handy mit Datenflatrate hat, müssen bald Milliarden von Microblogs durchsucht werden. Und anders als bei wöchentlichen Blogeinträgen sind es bei Twitter mehrere Einträge täglich.

Fangen Sie schonmal an, nach Ihrem Namen zu recherchieren: search.twitter.com. Die Ergebnisse gibt es bei twe2 auch gratis auf’s Handy. Und falls heute noch nicht viel drinsteht, schauen Sie sich die Entwicklung der Nutzerzahlen bei Google oder Alexa an. Und jetzt sehen Sie sich einmal die Entwicklung für Deutschland an. Die Wachstumsrate ist enorm.

Während Twitter schon als fast Google-Nachfolger gehandelt wird, wiegelte Eric Schmidt kürzlich ab. “Twitter ist die E-Mail des kleinen Mannes”, kommentierte er den seiner Meinung nach technisch primitiven Dienst.

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