5 effektive Maßnahmen gegen Marken- und Produktpiraterie

Veröffentlicht am 30. April 2010 in der Kategorie Marketing & Vertrieb von

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fakeOb große, kleine oder mittelständische Unternehmen – von Marken- und Produktpiraterie sind heutzutage Firmen jeder Größenordnung aus nahezu allen Branchen betroffen.

Da die Folgen – dazu zählen z.B. Umsatzeinbußen, Imageschäden und Arbeitsplatzverluste – gravierend sind, ist es für Unternehmen äußerst wichtig, ihre Marken zu schützen und kontinuierlich gegen den illegalen Handel mit gefälschten Produkten vorzugehen. Dafür bieten sich zum Beispiel folgende Präventions- und Bekämpfungsmaßnahmen an:

1. Gewerbliche Schutzrechte anmelden

Eine wesentliche Präventionsmaßnahme ist die Anmeldung gewerblicher Schutzrechte, wie zum Beispiel der Marke. Denn nur durch ihre offizielle Registrierung können Unternehmen zivil- und strafrechtlich gegen Fälscher vorgehen. Zudem haben Unternehmen nach der Eintragung der Schutzrechte die Möglichkeit, die Grenzbeschlagnahme beim Zoll zu beantragen, ein wirksames Mittel gegen die Ein-, Aus- und Durchfuhr von Fälschungen innerhalb der Europäischen Union.

2. Produkte fälschungssicher gestalten

Ein ebenfalls wichtiger Bestandteil eines effektiven Markenschutzes ist die fälschungssichere Gestaltung der Originalprodukte. Ob Sicherheitsetiketten, Sicherheitsfäden und -bänder, Webetiketten, fälschungssichere Verschlüsse oder Hologramme für CDs und DVDs – Unternehmen stehen verschiedene offene und verdeckte Produktauthentifizierungslösungen zur Auswahl, die je nach Produkt individuell an ihre Sicherheitsanforderungen angepasst werden können.

Selbstverständlich werden dabei auch die finanziellen Möglichkeiten berücksichtigt. Möchte ein Hersteller, dass der Endkonsument selber feststellen kann, ob es sich um ein Original oder eine Fälschung handelt, entscheidet er sich für offene Sicherheitsmerkmale, was sich auch positiv auf das Markenbewusstsein auswirkt.

Für einen höheren Fälschungsschutz eigenen sich versteckte Sicherheitsmerkmale. Bei der Auswahl und Anbringung der Sicherheitsmerkmale legen Unternehmen fest, wer autorisiert sein soll, die Echtheit eines Produktes zu überprüfen (Mitarbeiter des Unternehmens, Händler, Ermittlungsbeamte, Strafverfolgungsbehörden etc.). Die optimale Lösung liegt in einer Kombination aus offenen und verdeckten Sicherheitsmerkmalen.

3. Verbrauchern Service bieten

Da der Endverbraucher bei mit versteckten Sicherheitsmerkmalen ausgestatteten Produkten ihre Echtheit selbst nicht feststellen kann, empfiehlt es sich für Hersteller, z.B. auf ihrer Website über den Umgang mit Fälschungen aufzuklären und ihren Kunden die Möglichkeit zu bieten, dass sie zweifelhafte Artikel kostenlos zur Prüfung einschicken können.

Sollte sich bei der Prüfung herausstellen, dass es sich bei dem Produkt um eine Fälschung handelt, sollte sich das Unternehmen zwecks Kundenbindung und im Interesse eines positiven Markenimages entsprechend kulant verhalten.

4. Die Lieferkette absichern

Durch die Ausstattung der Originalprodukte mit Sicherheitsetiketten und Seriennummern können Hersteller ihre Ware lückenlos durch die gesamte Lieferkette verfolgen und verhindern, dass Artikel in den Graumarkt gelangen oder Fälschungen in die Lieferkette eingeschleust werden.

Sinnvoll sind Lösungen, die sich problemlos in die bestehende Infrastruktur und Lieferkette integrieren lassen, operative Flexibilität und einen optimalen Schutz der Produkte gewährleisten.

5. Fälschungen im Internet aufspüren

Da das Internet heutzutage einer der größten Vertriebskanäle für Fälschungen und Graumarktware ist, sollten Unternehmen die für sie relevanten Online-Handelsseiten (B2B und B2C) und Auktionsplattformen wie eBay kontinuierlich beobachten bzw. professionell überwachen und auswerten lassen. Durch ein gezieltes Marken- und Produkt-Monitoring, bei dem eine spezielle Software eingesetzt wird, können Plagiate, Grauimporte und andere Urheberrechtsverletzungen im Internet schnell aufgedeckt werden.

Indikatoren, die auf eine mögliche Fälschung hindeuten, sind zum Beispiel auffallend niedrige Preise, fehlende Seriennummern oder Modelle, die der Markenhersteller gar nicht anbietet. Bei verdächtigen Produkten werden Testkäufe durchgeführt, mit deren Hilfe Anbieter- bzw. Versenderdaten, Seriennummern und weitere notwendige Informationen zur Produktbeschaffenheit ermittelt werden. Weiterhin dienen die Testkäufe, die daraus resultierende Kommunikation mit dem jeweiligen Anbieter und die anschließende Dokumentation später als rechtssichere Beweismittel.

Durch Markenschutzprogramme der Plattformbetreiber wie zum Beispiel das von eBay eingesetzte VeRI-Programm lassen sich die Auktionen illegaler Anbieter löschen, wodurch die Zahl der angebotenen Plagiate drastisch reduziert wird.

Mit Hilfe dieses Produkt- und Markenmonitorings erhält der Rechteinhaber einen klaren Überblick über die angebotenen Produkte, die Preise und die Händlerstrukturen. Die einzeln aufbereiteten und dokumentierten Fälle dienen Unternehmen bzw. deren Anwälten schließlich dazu, weitere (rechtliche) Schritte einzuleiten.

Und was halten Sie davon?

Was tun Sie gegen Produktpiraterie? Welche Gefahren sehen Sie?

(Bild: © Elwynn - fotolia.com)