6 gute Gründe für unternehmerische Vergrößerung

Veröffentlicht am 4. Dezember 2018 in der Kategorie Marketing & Vertrieb von

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Wachse, blühe & gedeihe: Gute Gründe für unternehmerische Vergrößerung

Wachstum und Wachstum sind aus Sicht vieler Gründer und auch routinierter Unternehmer unterschiedliche Schuhpaare. Viele haben bei diesem Begriff nur Wachstum im Sinne von mehr Umsatz, mehr Gewinn im Kopf. Klassisches Finanzwachstum also.

Sich auch räumlich vergrößern, Filialen eröffnen, mehr Leute einstellen, davor fürchten sich indes so manche. Angst vor Kontrollverlust. Angst vor gesteigertem Verwaltungsaufwand aber auch Angst davor, sich zu übernehmen und den Wachstumswunsch zum Grundstein des Scheiterns werden zu lassen.

Auf der Wohlfühlcouch gibt es viele Dinge, die als Ausrede herhalten müssen. Und so manche werden darüber sogar zu regelrechten Wachstums-Saboteuren. Doch wenn eines klar sein sollte, dann das:

Wer den Mut hatte, ein Unternehmen zu gründen und es zu führen, braucht keine Angst davor zu haben, es größer werden zu lassen.

Denn das ist nur logische Konsequenz. Ohne dieses Leitmotiv wäre die heutige Bertelsmann AG eine kleine Gütersloher Druckerei geblieben. Wäre die "Neue Hannoversche Gummi-Warenfabrik" niemals zur Continental AG geworden. Selbst Amazon wäre ein Online-Garagenbuchhändler geblieben.

Will man wirklich immer nur klein bleiben und geringe Umsatzsteigerungen als Wachstum definieren? Oder will man wirklich in die Vollen gehen und "richtig" wachsen? Für letzteres haben wir sechs gute Argumente bereitgelegt.

1. Du hilfst Menschen

Du bringst mehr Menschen in Lohn und Brot. Deutschland in Zahlen verdeutlicht dies:

  • Es gibt knapp 3,5 Millionen Unternehmen jeglicher Größen.
  • 3,1 Millionen davon bestehen aus maximal zehn Personen, den Firmenbesitzer einberechnet.
  • Keine 290.000 Unternehmen haben zwischen zehn und 49 Beschäftigte. Dahinter wird die Luft zunehmend dünner.
  • Gleichsam haben wir aber aktuell 2,2 Millionen offizielle Arbeitslose und eine hohe Dunkelziffer derer, die nicht gemeldet sind, die in Maßnahmen stecken oder auf sonstige Weise aus der Statistik fallen.
  • Es gibt 2,84 Millionen Studierende bei nur 774.000 Auszubildenden.

An diesem Punkt bekommt räumliches Wachstum gleich einen verantwortungsvollen Touch: Wer wächst, braucht mehr Personal. Natürlich, das steigert die Lohnkosten. Und gerade heute muss man gute Leute je nach Branche mit der Lupe suchen.

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Aber du stehst durch das Wachstum als Unternehmer nicht nur an der Bande und schaust zu, sondern übernimmst gesellschaftliche und soziale Verantwortung. Du ermöglichst Familien ein geregeltes Einkommen. Du hilfst, die enorme Schieflage zwischen Studierenden und Auszubildenden auszugleichen. Und das ist durchaus ein schweres Argument, welches historisch einige Vorbilder hat. Es war Robert Bosch, der einst sagte:

"Ich zahle nicht gute Löhne, weil ich viel Geld habe, sondern ich habe viel Geld, weil ich gute Löhne bezahle."

Und nur durch räumliches Wachstum kommt man in die komfortable Lage, nicht jeden Euro umdrehen zu müssen, sondern durch gute Löhne und mehr Personal viele weitere Vorteile zu erlangen.

2. Größere Reichweite deiner Marke

Es mag Unternehmer geben, bei denen dieses erste Argument nicht fruchtet. Mit Sicherheit aber dieses. Hätte ein Götz Werner sich 1973 zurückgelehnt und es sich mit seinem kleinen Karlsruher Geschäft gemütlich gemacht, würde man heute "DM" nur mit "D-Mark" verbinden und nicht mit Europas größtem Drogeriekonzern.

Soll bedeuten: Werbung kann so manches für den Bekanntheitsgrad eines Unternehmens tun. Doch nichts macht einen Namen größer als Filialen, die weit über die Stadtgrenzen hinaus gestreut sind. Egal welches bekannte Unternehmen man sich ansieht, sie alle haben ihren Bekanntheitsgrad deshalb erlangt, weil ihre Firmenschilder irgendwann überall waren.

3. Steuerliche Vorteile

Zauderer denken, dass ihre kleine GmbH in Sachen Steuerrecht nicht nur schwer zu managen sei, sondern auch von Vater Staat über Gebühr gebeutelt wird. Ersteres stimmt nur dann, wenn man sich nicht den richtigen Steuerverwalter ins Boot nimmt, letzteres indes ist wahr. Es macht in Sachen Steuern keinen Spaß, in Deutschland Unternehmer zu sein.

Doch was viele nicht begreifen: Je größer man wird, desto weniger wird die Besteuerung eine Summe der einzelnen Teile, sondern sie sinkt. Das ist kein Zaubertrick, sondern ein Rechtsform-Kniff: Indem man eine Holding gründet. Diese fungiert als Mutterkonzern, der Kapitalbeteiligungen an Einzelunternehmen hält. Etwa diversen Filialen.

Eine einzelne GmbH, die Gewinne an Privatpersonen ausschüttet, muss diese entweder mit 25% Abgeltungssteuer oder 60% der Erträge verrechnet mit dem Steuersatz dieser Person an den Staat bezahlen. Erfolgen die Ausschüttungen indes an die Muttergesellschaft, ergibt sich nach Verrechnung mit Körperschafts- und Gewerbesteuersatz nur noch eine rund 1,5-prozentige Steuer.

Zumal bei der Holding auch weiterhin klassische GmbH-Regeln der Haftung gelten, sodass eine Insolvenz einer Tochter keine Auswirkungen auf das Gesamtkonstrukt hätte. Unterm Strich bedeutet das, dem Staat ein sehr legales aber sehr großes steuerliches Schnippchen schlagen zu können, nur durch räumliches Wachstum.

4. Erlange (lokal-)politische Relevanz

Fragt ein Stadtrat den kleinen Internethändler, der zwei örtliche Teilzeitkräfte fürs Kommissionieren beschäftigt, ob man ihn bei der Planung irgendwelcher Straßen, Gewerbegebiete usw. berücksichtigen sollte? Mit Sicherheit nicht. Fragt ein Stadtrat einen Konzern mit hundert Mitarbeitern? Mit absoluter Sicherheit.

Denn je größer ein Unternehmen ist, je mehr Gewerbesteuer es zahlt, je mehr Menschen aus einer Region es beschäftigt, desto größer ist seine politische "Schwungmasse".

Den Beweis dafür sieht man tagtäglich in den Medien, wenn kritisiert wird, dass die ganz Großen eine solche Macht auf die Politik ausüben würden. So groß ist sie in der Realität zwar selten. Aber durch schiere Größe politischen Einfluss zu haben, hat enorme Vorteile.

Um das mal auf den erwähnten Betrieb umzulegen: Nur wer für einen Standort eine wirkliche unternehmerische Rolle spielt, den wird die Politik als "auf Augenhöhe" ansehen und ihn nicht nach Belieben herumschubsen. Der diktiert vielleicht nicht. Aber mit Sicherheit kann keine Entscheidung ohne ihn getroffen werden.

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5. Weniger Furcht vor Konkurrenz 

Ein Chef, vier Mitarbeiter, eine kleine Firmenzentrale. Wer so agiert, kennt das alltägliche Gefühl der Angst vor Konkurrenz. Hier ist die Analogie zur Nahrungskette unübersehbar. Der zentimetergroße Meeresfisch muss sowohl Angst vor kleinen Makrelen haben wie größten Raubfischen. Umgelegt aufs Unternehmertum muss man als kleiner Fisch Angst vor Konkurrenten jeglicher Größenordnung haben. Und die ist nicht nur gefühlt, sondern real.

Wo die Gewinnspanne nur "gerade eben" ausreicht, kann jeder kleine Schachzug der Konkurrenz schon rote Zahlen bedeuten, muss man um jeden "verliehenen" Kunden kämpfen.

Doch je größer du wirst, desto weniger Konkurrenten gibt es, die dir wirklich gefährlich werden können.

Im Gegenteil. Wo du selbst höher in der Nahrungskette verortet bist, wo du mehr Luft zum Atmen hast, kannst du im Zweifelsfall auch einen Konkurrenten einfach schlucken.

6. Mehr Luft für Experimente

Das letzte Argument ist mit Sicherheit das, welches am ehesten die Visionäre unter den Unternehmern beflügeln wird.

Mehr Größe bedeutet mehr Umsatz, mehr Gewinne.

Es bedeutet für den einzelnen Unternehmer meistens auch, mehr Personal zu haben, an das er die Aufgaben des Tagesgeschäfts delegieren kann. Auf gut Deutsch: Mehr Geld, mehr Freiraum bei verringertem Risiko, dass nur ein Fehler einen gleich in den Abgrund wirft.

Damit geht mehr Luft für unternehmerische Experimente einher. Die Vergrößerung des Portfolios um etwas Brandneues. Vielleicht mal der Blick über den Gartenzaun in eine ganz andere Branche – auch das übrigens ein weiteres Argument für die Holding. Und damit summa summarum die Möglichkeit, seinen unternehmerischen Visionen nachgehen zu können, statt durch das kleine Unternehmen mit wenigen Leuten in praktisch jeder Hinsicht eingeengt zu werden.

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