Social Link Building – Das Ende der SEO Tricks

Veröffentlicht am 4. Februar 2013 in der Kategorie Marketing & Vertrieb von

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Negative Reputation im Internet mit SEO verhindernAm 21. November 2012 erschütterte Google wieder einmal die Welt der Suchmaschinenoptimierer. Nach Panda und Pinguin war es nun das Pony-Update, das dazu führte, dass einige Websites heftig Federn lassen mussten. Konkret: Wer sich bisher mit seinen Top-Positionen bei Google sicher wähnte, wurde plötzlich auf die hinteren Ränge verbannt.

Der Kampf ist so alt wie die Suchmaschinen selbst: Deren Algorithmus versucht herauszufinden, welche Seiten zu einem Suchbegriff am besten passen. Unternehmen wie Freiberufler haben ein natürliches Interesse, bei möglichst vielen Suchbegriffen auf der ersten Seite angezeigt zu werden. Früher konnte man da etwas schummeln. Heute wird es immer schwieriger, da Google seinen Algorithmus ständig verfeinert.

Folgende Updates gab es bisher:

  • Panda-Update: Im August 2011 wurden Seiten abgestraft, die mit Billiginhalten und automatisch generiertem Content Toppositionen ergattert hatten. Eigene hochwertige Inhalte zählen nun stärker.
  • Freshness-Update: Seit November 2011 werden Seiten bevorzugt, die aktuelle Inhalte liefern. Die Google-Datenbank kann seitdem aktuelle Inhalte schneller auswerten und anzeigen.
  • Pinguin-Update: Am 24. April 2012 erlebten eine Reihe von perfekt optimierte Seiten einen Absturz. Google erkennt seitdem überoptimierte Websites besser. Unnatürliche Backlinks und unnatürliches Auftauchen von Suchbegriffen wurden abgestraft.
  • Venice-Update: Seit Juni 2012 berücksichtigt Google stärker auch den regionalen Bezug: Wessen Inhalte regional interessant sind, der wird bevorzugt bei Nutzern aus der Umgebung angezeigt.
  • Pony-Update: Ende November 2012 deuteten sich bei den Herstellern von Optimierungs-Software wiederum Änderungen der Auffindbarkeit an. Google jedoch führte das auf kontinuierliche Anpassungen des Algorithmus zurück.

Das Ende der Suchmaschinentricks

Eines scheint klar zu sein: Suchmaschinentricks sind Schnee von gestern und die Zeit großer Updates ist vorbei. Google hat seinen Algorithmus inzwischen soweit im Griff, dass keine gravierenden Änderungen mehr nötig sind, sondern nur noch kontinuierliche Anpassungen vorgenommen werden. Die Zeit der Tricks ist vorbei: 1998 hatte ich in einem Seminar in fünf Minuten eine Seite zu Thema Mineralwasser gebastelt, die anschließend drei Jahre lang an Position 1 (!) bei der Suche nach „Mineralwasser“ stand. Gleichzeitig betone ich in jedem Seminar, dass irgendwann der Punkt gekommen ist, an dem Google besser als ein Mensch beurteilen kann, ob eine Seite wertvoll ist. Wertvoll heißt, dass sie demjenigen weiterhilft, der nach einem Begriff sucht. Dieser Punkt ist jetzt erreicht. Nun gibt es nur noch eine Strategie, um nach oben zu kommen: Machen Sie Seiten, die wertvoll für andere sind.

Gute Seiten sind erst der Anfang

Wie misst Google, welche Seiten gut sind und welche nicht? Ganz einfach: Wenn jemand etwas sucht, macht Google dieser Person zehn Vorschläge. Das ist die SERP (Search Engine Result Page). Auf der ersten Seite sind zehn Vorschläge und meistens ist da etwas dabei, was den Suchenden weiter bringt. Wenn jedoch der Suchende etwas anklickt und dann aber gleich wieder auf die SERP zurückkommt, registriert Google das. Die Empfehlung war also nicht passend. Wenn das öfter vorkommt, wird die Seite nach hinten geschoben, weil sie scheinbar nicht das enthält, was den Suchenden zufrieden stellt.

Inzwischen hat Google auch noch ein Patent angemeldet, das die Lesegeschwindigkeit misst: Wie gut ist eine Webseite gestaltet und getextet, um einen angenehmen Lesefluss zu erreichen? Dieser Faktor wird noch nicht für das Ranking eingesetzt. Dafür aber die Ladegeschwindigkeit einer Seite: Muss der Leser erst warten, ist es eine schlechte Empfehlung.

Tue Gutes und rede darüber

Allein das Anfertigen von Webseiten mit Lesernutzen reicht jedoch noch nicht, um bei Google oben zu stehen. Um die Qualität einer Webseite zu beurteilen, nutzt Google den ältesten Qualitätsfaktor, den es gibt: Die Meinung anderer Menschen. Wenn viele Menschen eine Webseite empfehlen, muss sie wohl gut sein. Es reicht also nicht, nur gute Seiten zu haben. Man sollte auch noch viele Freunde haben, die einen weiterempfehlen. Der bequemste Weg, Empfehlungen im Internet zu messen, sind Hyperlinks. Der Erfolg von Google beruht auf der Erfindung des Page-Ranks: Eine Seite mit vielen Backlinks wird höher gewichtet, als eine Seite ohne solche Verweise.

Das führte in der Vergangenheit dazu, dass Suchmaschinenagenturen im Wesentlichen nur noch möglichst schnell möglichst viele Hyperlinks schalteten. Diesem Unwesen hat das Pinguin-Update nun den Hahn abgedreht. Trotzdem sind Backlinks natürlich nach wie vor wichtig, aber nur solche von seriösen Seiten mit hoher Autorität. Es ist wie im echten Leben: Die Empfehlung vom Bürgermeister ist mehr wert als die von einem Straßendieb.

Natürliche Links sind besser als gekaufte

Um es gleich zu sagen: Gekaufte Links sind tödlich, weil Google so etwas herausfindet. Aber man kann ja auch nett mit Bekannten reden und um einen Link bitten. All das ist erstens aufwendig und zweitens nicht im Sinne des Suchmaschinengiganten. Der sieht das nämlich als künstlichen Linkaufbau. Besser ist der natürliche Linkaufbau, das Social Link Building.

Was ist Social Link Building?

Eigentlich ist es ganz einfach: Sie machen eine gute Webseite und dann erzählen Sie es Ihren Freunden. Wenn Ihre Seite wirklich gut ist, werden Ihre Freunde das wiederum weitererzählen. Im Zeitalter des Social Web geht das ganz einfach mit Facebook, Twitter und Google+. Allerdings sind diese Links zunächst einmal suchmaschinentechnisch wertlos. Der Grund: Es sind „Nofollow-Links“. Das sind Links, die so markiert sind, dass sie von den Suchmaschinen ausgeklammert werden. Das liegt daran, dass ein Link wertvoll ist und die großen Portalbetreiber – also Facebook, Twitter aber auch OpenPR – nichts zu verschenken haben.

Trotzdem bringen Ihnen diese Links etwas, denn Sie erzeugen Aufmerksamkeit. Somit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass jemand auf seinen eigenen Seiten auf Sie verweist. Auch wird die Tatsache, dass im Social Web Ihr Beitrag massenhaft weiterverbreitet wird, auch von den Suchmaschinen registriert und trägt zu Ihrer Reputation bei. Das war ja einer der Gründe, warum Google+ gegründet wurde: Google braucht das Wissen des Social Web für die Verfeinerung seines Algorithmus.

Was können Sie tun?

Content-Marketing heißt das Gebot der Stunde: Fangen Sie an, über Ihr Themengebiet zu schreiben. Die Beiträge sollten für Ihre Zielgruppe einen Mehrwert darstellen. Publizieren Sie Ihre Inhalte in einem Blog oder auf Portalen mit hoher Reputation. Eine hohe Reputation erkennen Sie daran, dass die dort publizierten Artikel automatisch in den Suchmaschinen weit vorne erscheinen. Bauen Sie sich einen E-Mail-Verteiler auf, indem Sie alle Freunde oder Kunden einladen, sich dort zu registrieren (Achtung: nur mit Einwilligung ist E-Mail-Marketing erlaubt). Dann schauen Sie, welche Ihrer Freunde Sie über Facebook oder Twitter erreichen können. Sobald Sie nun etwas Interessantes geschrieben haben, teilen Sie das Ihren Freunden mit. Wenn Ihre Inhalte wirklich wertvoll sind, geschieht der Rest von selbst: Sie werden weiterempfohlen.

Werbung ist out

Genauso wie Content King ist, ist Werbung von gestern. Wenn Sie Ihre Freunde auf den genannten Kanälen mit Eigenwerbung nerven, werden diese sich verabschieden. In der Praxis empfiehlt sich ein Werbung-Content-Verhältnis von 1:10. Bei zu viel Werbung schalten die Empfänger ab. Wie groß Ihr Einfluss im Social Web ist, kann auch gemessen werden. Der Dienst Klout.com analysiert Ihre Reichweite im Social Web. Angeblich gibt es schon Arbeitgeber, die Bewerber mit einem Klout-Wert unter 30 gar nicht erst einladen. Wer guten Content bietet, baut sich so seine Reputation auf.

(Bild: © Sven Bähren - Fotolia.de)