Tipps für Werbetexter: So fesselt dein Text die Leser von Anfang an!

Veröffentlicht am 27. September 2012 in der Kategorie Marketing & Vertrieb von

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Tipps für Werbetexter: So fesselt dein Text die Leser von Anfang an!Aller Anfang ist mehr. Egal, ob du einen Newsletter verfasst, einen Werbebrief schreibst oder dein Angebot in einem Teasertext schmackhaft machen willst: Der Anfang muss sitzen. Warum? Weil wir immer weniger Zeit haben und immer schneller entscheiden, ob uns etwas interessiert oder nicht. Langatmigkeit und Gewöhnlichkeit sind out. Erst recht am Beginn deines Textes.

Der Texteinstieg in deinem Werbetext ist mit der Eröffnung beim Schachspiel vergleichbar: Du kannst einfach drauflosstürmen und hoffen, dass alles gut geht. Oder du lehnst dich einen Augenblick zurück und handeln überlegt. Strategie gewinnt. Natürlich ist der Texteinstieg nur einer unter mehreren wichtigen Bausteinen für deinen Text. Wenn eine klare Zielsetzung, eine originelle Headline, ein roter Faden oder leserorientierte Nutzenformulierungen fehlen, bringt dir auch der beste Texteinstieg nichts.

  • Was macht also einen guten Texteinstieg aus?
  • Was für Varianten kannst du nutzen, um gekonnt in einen Text hineinzuführen, deine Leser zu überraschen, zu reizen und zum Weiterlesen zu bewegen?
  • Wie schreibst du  Texteinstiege, die regelrecht in den Text hineinziehen?

Das alles erfährst du in unseren 9 Texter-Tipps.

Tipp Nr. 1: Kurz, kurz, lang. Das Morsealphabet der Texteinstiege

Rhythmus ist nicht nur in der Musik ein wesentlicher Schlüssel. Auch ein Text hat Rhythmus. Wie in der Musik kannst du den Textrhythmus nutzen, um deineLeser buchstäblich zu bewegen. Für den Texteinstieg bedeutet das:

  • Gut ist ein kurzer Satz am Anfang, vielleicht einen weiteren kurzen Satz hinterher.
  • Dann: Ruhe. Länge. Jetzt kannst du etwas weiter ausholen und erklären.

Satzlängen variieren, mit dem Tempo spielen, Rhythmus einsetzen

Dieses Mittel kannst du allgemein nutzen, um deinen Text interessant zu machen – und dadurch gut lesbar.

Tipp Nr. 2: Der Einstiegsklassiker: die Frage. Warum auch nicht?

Den Text mit einer Frage zu beginnen, ist der Klassiker unter den Texteinstiegen. Ganz nach dem Motto: Kennst du das nicht auch? Die Frage ist Dialogangebot und stellt direkt Kontakt mit dem Leser her.

Wenn du also einen Sonne-Saft-und-Samba-Urlaub verkaufen willst, sollte der Leser auf die Einstiegsfrage „Liebst du es auch, am Strand in der Sonne zu liegen?“ innerlich „Ja“ seufzen. Du setzt die Frage dann als Führungswerkzeug ein, mit dem du den Leser von Anfang an durch den Text lenkst.

Wichtig: Du solltest davon ausgehen, dass der Leser deine Frage mit „Ja“ beantwortet. Sonst ist er nämlich weg.

 

EXTRA: 11 Texter-Tipps: Diese Elemente braucht dein Artikel [Infografik]

Tipp Nr. 3.: Was hälst du von offenen Fragen? Die Variation des Klassikers

Auch das ist eine Möglichkeit, den Text mit einer Frage zu beginnen: Du startest mit einer offenen Frage. Doch Vorsicht: Hier kann der Leser nicht einfach mit „Ja“ oder „Nein“ antworten. Er wird aufgefordert, sich Gedanken zu machen. So könnte das Werbeangebot für ein Kofferset mit der Frage beginnen: „Warum reisen wir nicht noch viel mehr?“ Du bringst den Leser also dazu, tiefer in eine Idee einzusteigen und sich mit einem Thema zu beschäftigen. Fragefragmente wären hier zum Beispiel:

  • „Wann war das letzte Mal, dass Sie …?“
  • „Was würden Sie sagen, wenn es ein ____ gäbe, das Ihnen ____?“

Wichtig: Der Einstieg mit einer offenen Frage birgt die Gefahr, dass du die Führung aus der Hand gibst. Nutze dieses Stilmittel also mit Bedacht.

Tipp Nr. 4.: Standard, stillvoll, exotisch: Willkommen im Variantenreich

Es gibt verschiedene Varianten, um einen Werbetext zu beginnen. Die Fragemethode ist Standard. Standard ist nicht die schlechteste Wahl. Mit dem Klassiker stehst du immerhin auf der sicheren Seite. Exotischere Varianten können unter Umständen mehr Aufmerksamkeit erzeugen, erfordern aber Fingerspitzengefühl.

Wichtig: Der Einstieg muss zu deinem Produkt oder Service passen. Erzwinge nichts. Wenn du die Standardvariante meisterst, ist das sehr gut. Schreibst du viel, kannst du dich nach und nach an den Exoten versuchen.

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Tipp Nr. 5.: Mit einer Herausforderung einsteigen. Das kannst du!

Um Ihren Leser wachzurütteln, kannst du ihn keck herausfordern. Eine Variante, die sich eignet, wenn du zum Beispiel Sport, Spaß und Spiel verkaufen willst. Schaue dir zum Beispiel Teaserfilme für neue PC-Spiele an. Hier wird intensiv mit dem Stilmittel der Herausforderung gearbeitet:

  • Bist Du bereit für den Adrenalinkick Deines Lebens!“
  • „Schnall Dich an: …“
  • „Gewöhnlich war gestern: Jetzt wartet das Abenteuer!“

Mit der Herausforderung packst du deinen Leser direkt in seiner Ehre. Und in seinem Wunsch, sich Herausforderungen zu stellen und sie zu meistern.

Tipp Nr. 6.: Die Porsche-Variante. Fakten, die beeindrucken

Gerade bei Autowerbungen ist diese Einstiegsvariante sehr bliebt. Oft bestehen Autoanzeigen sogar einzig und allein nur daraus: Fakten. Wenn dein Produkt es hergibt, dann kannst du beeindruckende Fakten nutzen, die du locker aufbereitest – und mit denen du gleich zu Beginn des Textes klotzt.

Wenn du ein E-Bike verkaufst, kannst du also so beginnen: „Kraftvolle 250 Watt unterm Sattel, bis zu 60 km Reichweite, bis zu 25 km/h schnell: Dieses Elektrobike hat´s in sich.“ Porsche hat für seinen Carrera 911 einmal mit den Worten geworben: „Nur 500 Männer werden ihn fahren.“ Ob das stimmt, sei dahingestellt. Eindruck macht es allemal.

Tipp Nr. 7.: Die richtige Wortwahl ist das A und O

Daher solltest du vor allem Wörter verwenden, die kraftvoll und ausdrucksstark sind. "Power Words" eben. Doch was genau versteht man unter diesem Begriff? Solche kraftvollen Wörter sprechen unsere Emotionen an, sie fesseln uns. Achte beim Texten also darauf, ein Wort zu wählen, dass das Interesse des Lesers weckt und ihn zu einer Handlung bewegt.

Kraftvolle Wörter zum Thema Qualität wären beispielsweise:

  • "professionell"
  • "exclusiv"
  • "der/die/das beste ...".

Das Wort, das allerdings am allerwichtigsten ist, ist - je nach Kontext und Branche - "Sie" bzw. "Du".

Werbetexte: Wählen Sie die richtigen Wörter! [Infografik]

(Quelle: small-business-graphic-design.com)

Tipp Nr. 8.: Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne. Zitate als Texteinstieg

Zitate oder bekannte Sprichwörter können regelrechte Sprungbretter für deinen Text sein: Du steigst drauf, federst ordentlich ab … und los geht´s. Wenn du eine Uhr anpreisen willst, kannst du zum Beispiel das Bonmot von Albert Einstein verwenden: „Zeit ist das, was man auf der Uhr abliest“. Eine sehr gute Vorlage, um in einen lockeren Verkaufstext über Zeit und Uhren einzusteigen.

Du kannst Sprichwörter, Zitate oder bekannte Redensarten übrigens auch abwandeln.

Statt „aller guten Dinge sind drei“ schreibst du einfach „aller guten Dinge sind zwei“,

wenn du zum Beispiel Kinospaß im Doppelpack verkaufen willst oder zwei Bürosessel als Kombi im Angebot hast.

Tipp Nr. 9.: Erzähl mir was! Storytelling nutzen

Von den mündlichen Überlieferungen an den Lagerfeuern unserer Ahnen über die Ilias bis zum neuesten Hollywood-Blockbuster:

Das kannst du dir für Text und Texteinstieg zunutze machen. Ein Webebrief für ein Ingenieurbüro beginnt mit den Worten:

Ein falscher Zug und schon ist es geschehen! Der Bauherr wettert, der Installateur macht Ausflüchte und Sie stehen dazwischen.“

Das ist schon echte Prosa. Eine Variante: Mache dein Produkt zu einem Helden. „Leise rollt er über den Fußboden. Unaufhaltsam und mit enormer Kraft beseitigt er einfach alles“, könnte der Beginn einer Staubsaugerwerbung sein.

Wie du siehst: Möglichkeiten gibt es viele. Weit mehr, als hier aufgeführt sind. Deiner Fantasie sind also keine Grenzen gesetzt, um Texte zu schreiben, die deine Leser überzeugen, bewegen und verführen.

EXTRA: 5 Merkmale für gute Texte